Gefällt mir – Gemeinsames verbindet – Literarischer Wochenendgruß vom 02.06.17

Gefällt mir – Gemeinsames verbindet – Literarischer Wochenendgruß vom 02.06.17

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

in den sozialen Medien, wie zum Beispiel bei facebook, gibt es, für viele wahrscheinlich bekannt, die Möglichkeit, sich durch Klicken des Buttons „Gefällt mir“ sein Wohlwollen über einen Beitrag eines anderen auszudrücken. Damit zeigt sich im positiven Falle, dass man gemeinsame Interessen und Ansichten teilt.

Erfreulich ist es dann festzustellen, wenn dies nicht nur in der virtuellen Welt geschieht, sondern auch in der realen. Dafür benötigt man dann kein „Gefällt-mir-Button“.

Gemeinsamkeit in Ansichten und Aktivitäten ist ein belebendes Element für unser Leben. Darauf sollten wir uns wieder neu besinnen.

Das Geheimnis bleibt – Bild: Lissy Theissen

Gemeinsam neue Farben schreiben,
Tränen süßen,
Himmel röten,
Blumen grüßen,
Traurige in Liebe kleiden,
Lachen lenken,
Regen schenken,
Briefpapier verteilen,
Im Lebensfluss verweilen,
Buchstaben erfinden,
Mimosen rinden,
Sturheit brechen,
Mit Stummen sprechen,
Küssen erlauben,
Umarmungen rauben…
HERZEN, bis es schmerzt !

by Elfi Egger

Foto: Gerd Taron

Weißt du, dass jede Begegnung,
die unsere Seele berührt,
eine Spur in uns hinterlässt,
die nie ganz verweht?

Denn manche Menschen berühren uns
nur an der Oberfläche,
andere hinterlassen
einen tiefen Abdruck auf unser Seele,
doch eins haben alle Begegnungen gemeinsam:
Hinterher sind wir nicht mehr die Person,
die wir vorher waren!

Astrid Singh

Foto: Christina Eretier

Siehe, ich wusste es sind
solche, die nie den gemeinsamen Gang
lernten zwischen den Menschen;
sondern der Aufgang in plötzlich
entatmete Himmel
war ihr Erstes. Der Flug
durch der Liebe Jahrtausende
ihr Nächstes, Unendliches.
Eh sie noch lächelten
weinten sie schon vor Freude;
eh sie noch weinten
war die Freude schon ewig.
Frage mich nicht
wie lange sie fühlten; wie lange
sah man sie noch? Denn unsichtbare sind
unsägliche Himmel
über der inneren Landschaft.
Eines ist Schicksal. Da werden die Menschen
sichtbarer. Stehn wie Türme. Verfalln.
Aber die Liebenden gehn
über der eignen Zerstörung
ewig hervor; denn aus dem Ewigen
ist kein Ausweg. Wer widerruft
Jubel?

Rainer Maria Rilke

Foto: Connie Albers

Leben ist einfach

Manchmal schaue ich neidvoll
auf das alte Paar, welches ich beim
Einkaufen treffe.
Ich beobachte sie dann still,
ich beobachte ja ständig,
doch da besonders im Herzen.
Ich sehe mit welcher Mühe sie
ihr Auto in die enge Lücke einparken
und es nur mit Schwung vom Autositz
zur Tür schaffen.
Ich sehe ihre Eingefahrenheit mit der sie
immer zur gleichen Zeit am gleichen Wochentag
zum Einkaufen gehen,
den gleichen Korb oder die gleiche Einkaufstüte dabei haben,
ich sehe, wie die Münze vom Einkaufswagen ihren alten Hände wechseln.
Es wirkt so eingespielt, fast wie ein Theaterstück,
es ist so vertraut zwischen ihnen,
Alltag und doch auch etwas Besonderes.
Sie schieben langsam durch die Gänge des Supermarktes
und arbeiten still den Zettel ab, den sie bereits mit
krackeliger Schrift schrieben, um nichts zu vergessen,
denn die Kraft reicht nicht für eine zweite Fahrt in dieser Woche.
Mühsam dann packen sie alles aufs Band,
Erleichterung macht sich breit.
Ich sehe ihn, wie er seiner Frau sanft den Arm berührt,
ein Lächeln wechselt die Gesichter.
Einfache Dinge liegen auf dem Band,
Möhren, Kartoffeln, Butter, Fisch, Obst.
Ich schließe meine Augen und kann den Geruch
der Küche meiner Großeltern riechen.
Und dann zieht es in meinem Herzen,
ich schaue dankbar und neidvoll.
Lust hätte ich mit ihnen zu fahren,
doch beobachte ich still,
sehe, wie sie im Zweitakt das Auto beladen,
der alte Herr mit gesenktem Kopf und geneigtem Rücken
den Einkaufswagen zurück bringt,
die Türen ihres Autos schließen sich erst mit dem zweiten Ruck
und dabei steige auch ich in meinem Wagen und
denke dabei, ob mir das auch einmal geschenkt sein wird.
Gemeinsam Altwerden.
Leben ist einfach.

Anja Schindler

Bild: Margot Seibert

Meine Träume sind bunt,
voller Bewegung und Staunen.
Eine Welt voller Schönheit und Glück.
Komm mit, lass uns gemeinsam träumen.

Anne M. Pützer

Ich wünsche allen, dass Sie nicht nur an diesem Wochenende, Menschen finden,, sei es Familie oder liebe Freunde um Gemeinsamkeiten neu zu entdecken.

Ihr/Euer
Gerd Taron