Von Büchern träumen – Literarischer Wochenendgruß vom 21.10.16

Von Büchern träumen – Literarischer Wochenendgruß vom 21.10.16

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

wie allen bekannt sein dürfte, findet in diesen Tagen in Frankfurt am Main einer der größten Büchermessen Europas statt. Das Buch übt bis heute auf sehr viele Menschen eine große Faszination aus. Das ist erfreulich, wenn das Buch als etwas Sinnhaftes erlebt wird.

Aber nicht nur eine große Bücherschau wie die Frankfurter Buchmesse zeigt dies. Es gibt Kleinode des Buches, wie die vielen Stadtbibliotheken in unserem Lande und in aller Welt beweisen. Dies wurde mir in dieser Woche beim Besuch zum 40 jährigen Jubiläum der Stadtbibliothek in Königstein im Taunus neu bewusst. Die heutige Leiterin Simone Hesse und ihr Team stellten mit der Mitbegründerin Hildegard Berberich eine kleine und unterhaltsame Zeitreise zusammen. Wie viele Bücher sind auf dieser Welt allein in diesem Zeitraum geschrieben worden?

Bücher können den Leser in eine eigene Phantasie-Welt entführen. Dabei spielt das Genre, sei es Roman, Gedichte, Märchen und andere keine Rolle. Wenn Menschen durch ein Buch oder besser durch mehrere Bücher eine andere Welt erfahren, können Träume Wirklichkeit werden.

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Eine Auswahl der Bestseller der letzten 40 Jahre – Stadtbibliothek Königstein im Taunus – Foto: Gerd Taron

Alle Bücher dieser Welt
Bringen dir kein Glück,
Doch sie weisen dich geheim
In dich selbst zurück.
Dort ist alles, was du brauchst,
Sonne, Stern und Mond,
Denn das Licht, wonach du frugst,
In dir selber wohnt.
Weisheit, die du lang gesucht
In den Bücherein,
Leuchtet jetzt aus jedem Blatt –
Denn nun ist sie dein.

Hermann Hesse

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Foto: Gerd Taron

„Ein schönes Buch ist wie ein Schmetterling. Leicht liegt es in der Hand,
entführt uns von einer Blüte zur nächsten
und lässt den Himmel ahnen.“
(Lao-Tse)

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Foto: Gerd Taron

Mit ungefähr acht Jahren erschien mir das Schreiben als das größte Wunder auf diesem Planeten. Wie konnte man mit den immer gleichen 26 Buchstaben so viele Türen zu so vielen fremden Welten öffnen? Es war mir unbegreiflich. Ich erinnere mich daran, wie ich die Tür zu meinem Kinderzimmer zuwarf, mich mit einer Ausgabe von Grimms Märchen auf den Knien in einen Sesselkauerte und mit Herzklopfen zu lesen begann. Kaum zu fassen, was diese Buchstaben in meinem Gehirn auszurichten vermochten und wie sie mich immer tiefer in eine Welt der sprechenden Pferdeköpfe, der Zwerge, Riesen und Prinzessinnen zogen. Wie konnte das sein? Es war doch bloß ein bisschen Fliegendreck auf weißem Papier.

Doris Dörrie

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Foto: Gerd Taron

Es war einmal…. ein kleiner Bücherengel und der lebte auf seiner weichen Schäfchenwolke… Es war ein frecher und sehr neugieriger Engel…. Manchmal lag es bäuchlings auf seiner Wolke und beobachtete munter die Menschen auf der Erde.
Der kleine Bücherengel liebte die Menschen und er wurde immer furchtbar betrübt, wenn er sah, dass Jemand traurig war.
Eines Tages kam ihm eine ganz wundervolle Idee….
Er flog zur Erde und setzte sich neben den bekümmerten Jungen, den er von seiner Wolke aus beobachtet hatte… Ohne ein Wort öffnete er ein Buch und las ihm eine Geschichte vor….
Mit jedem Wort und jeder weiteren Seite, erhellte sich die Laune des Jungen und am Ende der Geschichte, war er ganz gefangen von dieser Erzählung.
Und wenn er nicht gestorben ist, so fliegt der Bücherengel noch heute zu den Menschen und liest ihnen Geschichten vor, die ihre Seele berühren und sie glücklich machen.

Autor unbekannt

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Foto: Gerd Taron

Es gibt Begegnungen im Leben,
die voller Magie und Zauber sind,
selbst wenn sie zunächst nur aus
geschriebenen Worte bestehen.

Worte können voller Gefühl sein
Obwohl sie nur aus Buchstaben
zu sehen sind, die am Ende Werte
ergeben, fühlen wir auf einmal,
wie das Herz schneller schlägt,
ein Kribbeln im Bauch entsteht.

Solche Begegnungen sind oft
Noch magischer und zauberhafter
Als ein Aufeinandertreffen
Von Angesicht zu Angesicht.
Doch wie traumhaft wird es erst,
wenn die Träume den Erdboden
erreichen und wahr werden…

[© unbekannt]

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Foto: Gerd Taron

Novalis
aus “ Hymnen an die Nacht “
An Jeannette
Nimm meine Bücher, meine kleinen Reime,
Mein Häuschen hin, und sey zufrieden wie ich bin,
Nimm meinen sanften Schlummer, meine Träume,
So hold sie sind, auch hin.
Und wenn mir ja noch etwas übrig bliebe
Mein Becher, Kranz und Stab, so mag es deine seyn;
Doch willst Du mehr, mein Herz und meine Liebe?
Die sind schon lange dein.
Ich wünsche Ihnen ein Wochenende, in denen Sie vielleicht mal wieder ein Buch zum Träumen entdecken.

Mit traumhaft literarischen Grüßen

Ihr/Euer
Gerd Taron

Hinweis
Einige Informationen über Berichte von Veranstaltungen in den letzten Wochen, die Sie auf meiner WordPress-Seite nachlesen können:

Vom 1. Tag der Buchmesse am 19.10.16
https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2016/10/20/buecherwelten-oder-bitte-laecheln-mein-1-tag-auf-der-frankfurter-buchmesse-2016/

Vom literarischen Spaziergang am Frankfurter Hauptbahnhof am 16.10.16
https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2016/10/18/es-lebe-das-buch-unterwegs-mit-geschichten-und-anekdoten-rund-um-den-frankfurter-hauptbahnhof-anlaesslich-der-bevorstehenden-buchmesse/

Vom literarischen Erntedankfest-Spaziergang am Rettershof am 09.10.16
https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2016/10/13/erntedank-literarisch-erleben-bei-einem-spaziergang-rund-um-den-rettershof/

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