Bücher leben – Literarischer Wochenendgruß vom 14.10.16

Bücher leben – Literarischer Wochenendgruß vom 14.10.16

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

in wenigen Tagen ist es soweit – die Bücherfreunde in nah und fern sind bereit. Die Frankfurter Buchmesse vom 19.10. – 23.10. lässt die Herzen höher schlagen. Im digitalen Zeitalter hat das Buch in seiner ursprünglichen Form noch immer eine Zukunft. Nicht nur für mich sind Bücher ein sinnliches und erlebbares Erlebnis. Ein Buch mit allen Sinnen zu erfassen ist und bleibt etwas Besonderes.

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Foto: Ira Lenski

Der Abend ist mein Buch. Ihm prangen
die Deckel purpurn in Damast;
ich löse seine goldnen Spangen
mit kühlen Händen, ohne Hast.
Und lese seine erste Seite,
beglückt durch den vertrauten Ton, –
und lese leiser seine zweite,
und seine dritte träum ich schon.

Rainer MariaRilke
Aus: Die frühen Gedichte

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Foto: Marina Rupprecht Fotografie

Bücher sind eine höchst ergötzliche Gesellschaft. Wenn man einen Raum mit vielen Büchern betritt – man braucht sie gar nicht zur Hand zu nehmen – ist es, als würden sie zu einem sprechen, einen willkommen heißen.“

(William E. Gladstone )

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Foto: Marina Rupprecht Fotografie

Gedanken- Welt..

Es wird geschrieben
und auch viel gedruckt,
zu nicht verständlichen Texten,
die gelesen,
doch niemals berühren.
Die Welt der Bücher,
bestehend aus Wissenschaft,
Magie und Verführung.
Es ist genug zu lesen da,
doch wird nicht alles so verstanden,
wie sie einst geschrieben wurden.
Zu viel Wissen
bleibt beachtlos liegen,
in den Regalen dieser Welt.
Verstaubt in Unwissenheit
und Überangebot,
in einer
von digitalen Bildern bestellten Welt.
Die Gedanken sind immer noch frei,
wenn der Mensch sich nicht
von falschen Gedanken
verführen lässt.
Die Worte,
sind noch immer die selben,
doch sie werden nicht mehr so verstanden.
Alles ist im Wandel,
doch die alten Bücher längst vergessen.
Sie verstauben in Regalen
und werden nicht mehr verstanden,
in dieser modernen Technik-Welt.
Doch es gibt sie noch
die Träumer und Phantasten
aus vergangenen Zeiten.
Sie lieben es
in Welten zu tauchen,
die sie selbst erschaffen,
mit ihren Augen berühren
und in Worten
und Bilder zu baden,
so wie sie es fühlen
und verstehen.
Es lebe das Buch
und die Gedanken
die in verstaubten Regalen dieser Welt
nur darauf warten,
gefunden, wiederbelebt
und gelesen zu werden.
Text : © Monika Heckh

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Foto: Gerd Taron

Liebt das Buch. Es wird euch freundschaftlich helfen,
sich im stürmischen Wirrwarr der Gedanke,
Gefühle und Ereignisse zurechtzufinden…
Maxim Gorki

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Foto: Gerd Taron

Ode an das Buch

Buch, herrliches Buch, du winziger Wald, Blatt an Blatt, nach Urstoff duftet dein Papier, morgendlich bist du und nächtlich, kornhaft und ozeanisch, Bärenjäger füllen deine uralten Seiten, offenes Feuer am Mississippi, Kanus auf den Inseln, später Wege und Wege, Entdeckungen, Völker im Aufruhr, wie ein blutender verwundeter Fisch zuckend im Schlamm: Rimbaud, und die Schönheit der Brüderlichkeit, Stein um Stein erhebt sich das Menschenschloß, Schmerzen weben die Standfestigkeit, solidarische Taten, geheimes Buch von Tasche zu Tasche heimliche Leuchte, blutroter Stern.
Wir, die wandernden Dichter, erforschen die Welt, an jeder Tür empfing uns das Leben, wir nehmen teil am irdischen Kampf. Und was war unser Sieg? Ein Buch, ein Buch , menschlicher Berührungen voll, wimmelnd von Hemden, ein Buch ohne Verlassenheit, mit Menschen und Werkzeug, ein Buch ist der Sieg. Es gedeiht und fällt wie alle Früchte ab, nicht Licht nur birgt es, nicht Schatten nur, es verlischt und entblättert, geht in den Straßen verlohren, sinkt auf die Erde nieder. Dichtwerk von morgen, wiederum auf deinen Seiten sollst du Schnee haben und Moos, auf daß ihre Spuren einprägen Schritte und Augen: Von neuem beschreib uns die Welt, die Quellen im Dickicht, den Hochwald, die polaren Planeten, und auf den Wegen den Menschen, vorwärtseilend in der Wildnis, auf dem Wasser, im Himmel, in der nackten Meereseinsamkeit, den Menschen, der die letzten Geheimnisse enthüllt, den Menschen, heimkehrend mit einem Buch, den Jäger nach der Rückkehr mit einem Buch, den pflügenden Bauern, mit einem Buch.
Pablo Neruda:
Nehmen Sie sich an diesem Wochenende Zeit für ein besonderes Buch, dass Sie schon immer mal lesen wollten oder Sie in früheren Zeiten besonders berührt hat.

Ihr/Euer
Gerd Taron

Ein Veranstaltungshinweis: Anlässlich der bevorstehenden Buchmesse führe ich ein Buchmessen-Spaziergang durch:
Sonntag, 16.10.2016 – 14:00 Uhr – Ende: ca. 15:30 Uhr
Es lebe das Buch – Literarischer Spaziergang rund um den Frankfurter Hauptbahnhof
Treffpunkt des Spaziergangs: Frankfurt Hauptbahnhof, am Gleis 1, Nebenausgang Mannheimer Straße
Kostenbeitrag: 5 Euro
Den Spaziergängern erwarten Geschichten und Gedichte rund um das Buch – manch antiquarische Rarität wird auch präsentiert.
Zum Abschluss kann man den Nachmittag gemütlich im Café Nussknacker (Karlsruher Str. 5) direkt in der Nähe des Frankfurter Hauptbahnhofes an der Südseite ausklingen lassen.

Weitere Einzelheiten können Sie diesem Link entnehmen:
https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2016/10/13/es-lebe-das-buch-stationen-eines-literarischen-spazierganges-im-vorfeld-der-frankfurter-buchmesse/

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