Stimmungsvoller Zauber im Sommergarten – Die Farben des Sommers genießen

Stimmungsvoller Zauber im Sommergarten – Die Farben des Sommers genießen

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Kelkheim-Fischbach, 12.08.16

Besondere Abende im Sommergarten der Familie Albers sind schon wieder vorüber. An 3 Freitagen gab es die Möglichkeit zur Ruhe zu kommen und zu genießen. Das Wetter hatte ein Einsehen und nur ein kleiner Sommerregen am ersten Abend sorgte für etwas Feuchtigkeit.

Der „Herr des Hauses“ – Ralf Elzenheimer-Albers – ließ es sich nicht nehmen den jeweiligen Gästen seinen selbst gekelterten Apfelwein auszuschenken und damit zum Wohlbefinden beizutragen. Außerdem stellte er sich als Chauffeur für einige Gäste gerne zur Verfügung.

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Die Gastgeberin Connie Albers sorgte neben weiteren kulinarischen Genüssen auch für klangvolle Stimmung auf dem Monochord. Das Monochord ist ein altes Zupfinstrument, was bereits ein Herr Pythagoras im alten Griechenland kannte. Dazu konnten sich die Besucher mit Geschichten in andere Welten verzaubern lassen.

Das rote Strümpfchen

Als ich eines Tages wie immer traurig durch den Park schlenderte und mich auf einer Parkbank niederließ, um über alles nachzudenken, was in meinem Leben schief läuft, setzte sich ein fröhliches kleines Mädchen zu mir.
Sie spürte meine Stimmung und fragte:
„Warum bist du so traurig?“
„Ach“, sagte ich, „ich habe keine Freude im Leben. Alle sind gegen mich. Alles läuft schief. Ich habe kein Glück und ich weiß nicht, wie es weitergehen soll.“
„Hmmm“, meinte das Mädchen. „Wo hast du denn dein rotes Strümpfchen? Zeig es mir mal. Ich möchte da mal hineinschauen.“
„Was für ein rotes Strümpfchen?“, fragte ich sie verwundert. „Ich habe nur ein schwarzes Strümpfchen.“
Wortlos reichte ich es ihr.
Vorsichtig öffnet sie mit ihren zarten kleinen Fingern den Verschluss und sah in mein schwarzes Strümpfchen hinein. Ich bemerkte, wie sie erschrak.
„Es ist ja voller Alpträume, voller Unglück und voller schlimmer Erlebnisse!“
„Was soll ich machen? Es ist eben so. Daran kann ich doch nichts ändern.“
„Hier, nimm“, meinte das Mädchen und reichte mir ein rotes Strümpfchen. „Sieh hinein!“
Mit etwas zitternden Händen öffnete ich das rote Strümpfchen und konnte sehen, dass es voll war mit Erinnerungen an schöne Momente des Lebens. Und das, obwohl das Mädchen noch jung an Menschenjahren war!
Wo ist dein schwarzes Strümpfchen?“, fragte ich neugierig.
„Das werfe ich jede Woche in den Müll und kümmere mich nicht weiter darum“, sagte sie. „Für mich besteht der Sinn des Lebens darin, mein rotes Strümpfchen im Laufe des Lebens voll zu bekommen. Da stopfe ich so viel wie möglich hinein. Und immer wenn ich Lust dazu habe oder ich beginne, traurig zu werden, dann öffne ich mein rotes Strümpfchen und schaue hinein. Dann geht es mir sofort besser. Wenn ich einmal alt bin und mein Ende droht, dann habe ich immer noch mein rotes Strümpfchen. Es wird voll sein bis obenhin und ich kann sagen, ja, ich hatte etwas vom Leben. Mein Leben hatte einen Sinn!“
Noch während ich verwundert über ihre Worte nachdachte, gab sie mir einen Kuss auf die Wange und war verschwunden. Neben mir auf der Bank lag ein rotes Strümpfchen mit der Aufschrift: Für dich! Ich öffnete es zaghaft und warf einen Blick hinein. Es war fast leer, bis auf einen kleinen zärtlichen Kuss, den ich von einem kleinen Mädchen auf einer Parkbank erhalten hatte. Bei dem Gedanken daran musste ich schmunzeln und mir wurde warm ums Herz. Glücklich machte ich mich auf den Heimweg, nicht vergessend, mich am nächsten Papierkorb meines schwarzen Strümpfchens zu entledigen.

(nach Anna Egger, leicht geändert. Gefunden auf http://www.zeitzuleben.de)

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Gemeinsam mit dem Antiquar um die Ecke – Gerd Taron – gab es Geschichten aus alten Zeiten sowie natürlich auch passende Sommerabend-Gedichte.

An einem schönen Sommerabende

Lieblich senkt die Sonne sich,
Alles freut sich wonniglich
In des Abends Kühle!
Du gibst jedem Freud und Rast,
Labst ihn nach des Tages Last
Und des Tages Schwüle.
Horch, es lockt die Nachtigall,
Und des Echos Widerhall
Doppelt ihre Lieder!
Und das Lämmchen hüpft im Tal,
Freude ist jetzt überall,
Wonne senkt sich nieder!
Wonne in des Menschen Brust,
Der der Freud ist sich bewusst,
Die ihm Gott gegeben,
Die du jedem Menschen schufst,
Den aus nichts hervor du rufst
Auf zum ew’gen Leben.

Theodor Storm

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Die Katzendame „Witchie“ konnte dabei ebenfalls bestens entspannen.

Den zahlreichen Gästen an den jeweiligen Abenden sei für ihre Teilnahme und das wunderbare Miteinander gedankt. Besonders erwähnenswert war der Besuch einer 90 jährigen geh- und sehbehinderten Dame. Sie war an allen 3 Abenden dabei mit regem Interessen und Beiträgen dabei. Es war so inspirierend, dass aus den Anregungen der Abend zwei neue literarische Wochenendgruße entstanden.

Zum Schluss gilt mein besonderer Dank für die große Gastfreundschaft, die oben schon beschrieben wurde, an Connie Albers und ihrem lieben Mann Ralf.
Es waren unvergessliche Abende, die gerne wiederholt werden dürfen.

Gerd Taron

Fotos: Gerd Taron und Ralf Elzenheimer-Albers

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