Verwurzelt sein – Literarischer Wochenendgruß vom 12.08.16

Verwurzelt sein – Literarischer Wochenendgruß vom 12.08.16

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

vielen von Ihnen ist sicher bekannt, dass ich gerne und oft in der Natur unterwegs bin. Neben den weit sich öffnenden Landschaften hier im Taunus sind mir Bäume und ihre Pflanzen in ihrer natürlichen Umgebung wichtige Elemente. Sie zu entdecken, bereitet mir immer wieder große Freude. Und bei genauem Hinsehen sind oft kleine Wunder zu bestaunen.

Wieder hat mich eine Teilnehmerin der Reihe „Die Farben des Sommers“ am vergangenen Freitag zum Thema hingeführt.
Worauf wurzelt unser Leben? Womit sind wir verbunden? Was gibt uns die Nährstoffe, um unser Leben zum Wachsen, zum Gedeihen zu bringen? Wie geerdet sind wir?

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Foto: Gerd Taron

Erinnerungen…
Wenn du zwei Bäume siehst
Geh nicht zu schnell vorbei,
wenn du zwei Bäume siehst,
die beieinander stehen.
Beachte ihren Abstand:
Sie ziehen ihre Kraft
aus zwei verschiednen Wurzeln.
Schau, wie sie ihre Äste
ganz vorsichtig verschränken.
Und wenn sie nach der Sonne
die stärksten Triebe recken,
dann siehst du sie das Licht
mit dem Gefährten teilen.
Es stiftet Zärtlichkeiten
der Wind in ihren Kronen:
Beim allerkleinsten Hauch
berühren sich die Blätter.
Dann mag es dir so scheinen,
als gehe durch die Zweige
der Schauer des Erkennens.
Wenn du zwei Bäume siehst,
die so zusammen wachsen,
dann bleib ein Weilchen stehn
und denk an dich und mich.

Paul Pfeffer

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Foto: Birgit Böllinger

Gütige Herzen
Gütige Herzen sind die Gärten.
Gütige Gedanken sind die Wurzeln.
Gütige Worte sind die Blüten.
Gütige Taten sind die Früchte.

(Kirpal Singh)

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Foto: Christina Eretier

Liebe
Berührt sie
dich im Herzen,
so blühst du auf.
Spürst in dir
Wurzeln, Stamm
und Krone wachsen.
Erfährst deine neuen Blätter
im Streicheln der zärtlichen Sonne.
Der Paradiesgarten
lädt dich zum Verweilen ein:
Eure Seelen berühren sich,
eure Körper feiern
ein glanzvolles Fest.
Glück durchströmt dich.
Du wächst über dich hinaus.
Du hast
einen Tempel betreten
und du wirst heil.

Lissy Theissen

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Foto: Gerd Taron

Wie ein Weinstock Wurzeln hat, die oft viele Meter tief in die Erde reichen, so bedarf auch jeder Mensch, wenn sein Leben dauerhaft gelingen soll, einer Verankerung in der Tiefe
Autor unbekannt

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Bild: Gaby Schmitt

Der Baum sagt

Du stehst auf deinen Wurzeln,
stehe wahrhaft auf ihnen.
Sie tragen dich,
nicht die Herrlichkeit deiner Blätter,
und nicht die Blüten des Glücks.
Sogar die Frucht,
auf die alle gewartet haben,
die lustig aussieht,
sie trägt dich nicht.
Du wirst getragen von dem,
was verborgen ist.

Ulrich Schaffer

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Foto: Gerd Taron

Der Birke die Kraft absehen
Der Birke die Kraft absehen,
sich heftig biegen und nicht brechen.
Äste im Sturm horizontal fliegen lassen,
um der Zerstörung
weniger Angriffsfläche zu bieten.
Die Wurzeln immer feiner vernetzen.
Den Stamm gegen den wüstschwarzen Gewitterhimmel
wie eine Herausforderung leuchten lassen.
Die Narben in der Borke
wie Medaillen tragen.
Sich schälen,
dünn und papieren,
damit die neue Rinde nachwachsen kann,
weiß und durchsaftet,
das könnte Zukunft bedeuten
für unsere verletzbare Liebe.

Ulrich Schaffer

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Lass mich langsamer gehen, Gott.
Entlaste das eilige Schlagen meines Herzens
durch das Stillewerden meiner Seele. Lass meine hastigen Schritte stetiger werden
mit dem Blick auf die Weite der Ewigkeit.
Gib mir inmitten der Verwirrung des Tages
die Ruhe der ewigen Berge.
Löse die Anspannung meiner Nerven und Muskeln
durch die sanfte Musik der singenden Wasser,
die in meiner Erinnerung lebendig sind.
Lass mich die Zauberkraft des Schlafes erkennen, die mich erneuert.
Lehre mich die Kunst des freien Augenblicks.
Lass mich langsamer gehen,
um eine Blume zu sehen,
ein paar Worte mit einem Freund zu wechseln, einen Hund zu streicheln,
ein paar Zeilen in einem Buch zu lesen.
Lass mich langsamer gehen, Gott,
und gib mir den Wunsch,
meine Wurzeln tief
in den ewigen Grund zu senken,
damit ich emporwachse
zu meiner wahren Bestimmung.
Aus Südafrika

Mögen Ihnen diese Zeilen und Fotos für Ihr Wochenende neue Inspiration geben, über Ihre Wurzeln nachzudenken.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Hier wieder 2 Veranstaltungshinweise in eigener Sache für das kommende Wochenende:

Eine besondere Veranstaltungsreihe mit einer lieben Freundin und Künstlerin, Connie Albers, endet am Freitag, 12.08., ab 19 Uhr, statt.
Unter dem Thema „Farben des Sommers – Phantasiereisen und Geschichten“ gibt es im stimmungsvollen Malgarten der Familie Albers Gelegenheit sich wohlzufühlen und zu entspannen.
Endlich ich – Zeit für mich! Freuen Sie sich auf stimmungsvolle und farbige Sommerabende bei hausgemachtem Apfelwein, Gebäck, Klangreisen, Geschichten und Gedichten!
Die Genießerpauschale beträgt 15 Euro pro Person
Treffpunkt: Familie Albers, Eppsteiner Str. 50, Kelheim-Fischbach
Anmeldungen bis Freitag, 12.08. – 12 Uhr – nehmen entgegen:
Connie Albers, conniealbers@gmx.de, Tel. 06195-63600
oder
Gerd Taron, taron-antiquariat@gmx.de, Tel. 06195-676695

Sonntag, 14.08.16 – 15:00 Uhr (Ende ca. 16:30 Uhr)
Literarischer Spaziergang rund um den Frankfurter Hauptbahnhof –
Thema: Unterwegs sein – vom Reisen
Treffpunkt: Frankfurt Hauptbahnhof, Gleis 1, Nebenausgang Mannheimer Straße
Es werden Geschichten und Gedichte vom Reisen präsentiert.
Nach dem Spaziergang besteht die Möglichkeit im gemütlichen Café Nussknacker, Karlsruher Str. 5, zu verweilen. Das Café befindet sich in unmittelbarer Nähe des Frankfurter Hauptbahnhofes – Südseite.
Kostenbeitrag: 5 Euro
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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