Endlich Zeit für mich – Literarischer Wochenendgruß vom 29.07.16

Endlich Zeit für mich – Literarischer Wochenendgruß vom 29.07.16

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

haben Sie bereits auf den Urlaubsmodus umgeschaltet oder sind Sie immer noch im Einsatz? Die Ferienzeit hat überall Einzug gehalten. „Wir haben Betriebsferien von … bis …“ liest man aller Orten. Es beginnt die Zeit der Entspannung – hoffentlich auch für Sie.

Die neue Ausgabe des Wochenendgrußes möge Ihnen dazu wieder einige Gedankenanstöße geben.

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Windmühle im Hessenpark bei Neu-Anspach – Foto: Gerd Taron

Die Zeit
Die Zeit rast.
Ja, sie überholt mich fast.
Manchmal wird mir ganz schwindelig.
So schnell ist sie.
Wo will sie nur hin, um diese Zeit.
Kann sie nicht auch langsamer, frage ich.
Warum tut sie das?
Will sie mir etwas sagen, etwas zeigen?
Könnte es nicht etwas langsamer gehen –
mit der Zeit?
Anhalten kann ich sie nicht.
Würde ich es tun, rast sie dennoch weiter. Unaufhaltsam – die Zeit.
Genieße sie, bevor sie ist vorüber.
Entdecke sie.
Spüre sie.
Atme sie ein.
Hauche sie aus, ganz langsam.
Einholen kannst du sie nicht,
überholen auch nicht.
Ignorieren schon gar nicht.
Sie tut es trotzdem.
Sie rast – die Zeit

Franziska von Schleyen

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Im Sommergarten bei Familie Albers in Kelkheim-Fischbach – Foto-Gerd Taron

Ich möchte dir ein wenig Ruhe schenken…
lass mich deine Seele schweigend berühren
– streicheln
für einen kleinen Moment –
Stille im Denken –
ein kleines bisschen Harmonie und Liebe
lasse dich fallen –
für kurze Zeit –
lehn dich zurück
für ein kleines
bisschen Seelenglück…
(Rainer Maria Rilke)

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Am Rettershof in Kelkheim-Fischbach – Foto: Gerd Taron

Die Bank

An einem sonnigen Sommerabend stand eine Bank sehr einsam und all ihre Gedanken richteten sich an die Sonne. Diese bemerkte das sogar und bemühte sich stärker zu strahlen als je zuvor, denn sie kannte dieses Gefühl und wollte der Bank etwas Gutes tun und sie mit ihren Strahlen erwärmen. Diese bemerkte das , und fühlte sich erwärmt und etwas geborgen dadurch. Trotzdem nahm Niemand auf ihr Platz und somit fühlte sie sich trotz der Strahlen die sie erwärmten einsam. Niemand rang oder sehnte sich an diesem sonnigen Abend nach ihr. So blieb sie allein und hatte zu dem Zeitpunkt zu viel Zeit zum Nachdenken. Das war da gerade gar nicht gut für sie und sie musste trotzdem an ihrem festen Platz ausharren. Die Sonne ging langsam unter und verlor ihre Kraft weiter zu strahlen und die Bank fühlte sich immer leerer. Es war ja Niemand da, der sich an sie lehnte und wo sie spüren konnte das das Leben sich auf ihr bewegt.

So wurde sie noch trauriger und hoffte das doch noch Jemand an diesem schönen Abend den Weg zu ihr finden würde.
Aber die Bank blieb leer. Als der neue Tag begann, fragte sie sich weshalb dieser Platz solange leer bleiben sollte und erneut fing sie an nachzudenken. Nun wurde ihr bewusst das sie an dem Tag einfach allein sein sollte um sich neu zu fühlen und zu spüren wie schön es mit ihr allein sein kann. Zudem ist es auch nicht immer schön den Platz besetzt zu haben und auszuhalten oder mit anzuhören welche Art von Menschen auf ihr Platz nehmen.

So entschied sie sich einfach auch in Zukunft öfter unbesetzt zu sein und bekam von einem lieben Freund ein Schild gebastelt, welches Sie daran befestigte, wenn ihr danach war allein zu sein. Und je öfter sie das war , umso mehr liebte sie diese Zeit nur für sich , und fühlte sich mit der Zeit auch ohne Sonne und mehr nie mehr allein, sondern zufrieden und viel unabhängig er und sie suchte sich auch nun aus , wer bei ihr Platz nehmen durfte.
( @ Bea S.)

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Die „Viertelstunden-Bank“ in der Nähe des Atzelberg-Turms Kelkheim-Eppenhain – Foto: Gerd Taron

Obwohl zum Innehalten die Zeit nicht ist,
wird einmal keine Zeit mehr sein,
wenn man jetzt nicht innehält.
Lebst Du jetzt, wirklich?
In diesem Augenblick, ganz und gar?
Wann, wenn nicht jetzt?

(Christa Wolf)

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Bild: Connie Albers

Sich dem Treiben entziehen
Es ist nötig,
manchmal anzuhalten,
auszusteigen,
sich dem Treiben zu entziehen,
selbst wenn es noch gut geht,
selbst wenn es noch läuft,
selbst wenn ich noch produktiv bin.
Ich will anhalten,
meinen Atem spüren,
mir in die Augen sehen,
meine inneren Bilder leuchten lassen.
Ich muss anhalten,
zur Ruhe kommen,
zu mir kommen,
damit ich anderen begegnen kann.
Max Feigenwinter

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Entdeckung auf dem Weg– Foto: Gerd Taron

Mögest du dir die Zeit nehmen, die stillen Wunder zu feiern, die in der lauten Welt keine Bewunderer haben

(Irischer Segenswunsch)

Ich wünsche Ihnen viel Zeit für sich und für Ihre Lieben. Genießen Sie den Sommer, wie auch immer das Wetter sein möge.
Entspannte Sommertage wünscht Ihnen

Ihr/Euer
Gerd Taron

Hier noch 2 Veranstaltungshinweise für das kommende Wochenende passend zum Thema des Wochenendgrußes::

Eine besondere Veranstaltungsreihe mit einer lieben Freundin und Künstlerin, Connie Albers beginnt am Freitag, 29.07. und setzt sich an 2 weiteren Freitagen jeweils ab 19 Uhr (05.08. und 12.08.) fort.
Unter dem Thema „Farben des Sommers – Phantasiereisen und Geschichten“ gibt es im stimmungsvollen Malgarten der Familie Albers Gelegenheit sich wohlzufühlen und zu entspannen.
Endlich ich – Zeit für mich! Freuen Sie sich auf stimmungsvolle und farbige Sommerabende bei hausgemachtem Apfelwein, Gebäck, Klangreisen, Geschichten und Gedichten!
Die Genießerpauschale beträgt 15 Euro pro Person
Treffpunkt: Familie Albers, Eppsteiner Str. 50, Kelheim-Fischbach
Anmeldungen nehmen entgegen:
Connie Albers, conniealbers@gmx.de, Tel. 06195-63600
oder
Gerd Taron, taron-antiquariat@gmx.de, Tel. 06195-676695

Sonntag, 31.07.16 – 14:00 Uhr
Auf den Spuren von Hildegard von Bingen in Rüdesheim
Von der Wallfahrtskirche in Rüdesheim-Eibingen führt der Spaziergang durch die Weinberge hoch zur Benedikterinnen-Abtei St. Hildegard. Dort kann man eine herrliche Aussicht genießen und den großen Klosterladen und das Klostercafé besuchen. An ausgewählten Stellen werden Texte über und von Hildegard von Bingen gelesen.
Treffpunkt: Rüdesheim – Parkplatz Eibinger Tor
Kostenbeitrag: 8 Euro

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