Alles wahr? Literarischer Wochenendgruß vom 15.07.16

Alles wahr? Literarischer Wochenendgruß vom 15.07.16

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

jeden Tag werden wir von unzähligen Informationen überflutet. Das gilt nicht nur für die Medien sondern auch und vor allem für unser eigenes Umfeld.

Wie oft lassen wir uns durch Bilder und Worte täuschen und Emotionen, die dadurch ausgelöst werden. Die Gefahr der Manipulation durch vorgetäuschte Wahrheiten ist sehr groß.

Manchmal ist es schmerzhaft, wenn wir zu spät erfahren, wie wir aus unserem Familien –und/oder Freundeskreis für deren Wahrheiten benutzt werden.

Diese Ausgabe des Wochenendgrußes möge dazu beitragen, unsere eigene Wahrnehmung neu zu entdecken.

IMG_2753

IMG_2762

In der Nähe des Gimbacher Hofes in Kelkheim – 2 verschiedene Perspektiven.

Das obere Foto zeigt den „Ginnheimer Spargel“ von Frankfurt in unmittelbarer Nähe,
das untere Foto entspricht der „Wahrheit“ eher – es ist weiter entfernt.

Alle Fotos: Gerd Taron

Wir nehmen die Dinge niemals so wahr, wie sie sind,
sondern stets nur, wie wir sie erleben –
gebrochen durch das Prisma
unserer Erfahrungen,
unseres Wissens,
unserer Gefühle,
unserer Stimmungen,
unserer Erwartungen,
unseres Selbstkonzepts,
unserer augenblicklichen Befindlichkeit…
Ich sehe, höre, schmecke, rieche, taste nicht, was ist,
sondern wofür ich es halte.
Die Welt ist immer nur meine Welt,
die Welt, die ich mir erschaffen habe
und in jedem Moment immer wieder neu erschaffe.
Die Wirklichkeit gibt es nicht.
Es gibt nur meine Wirklichkeit
und die der anderen
und also viele Wirklichkeiten.
Meine Wirklichkeit ist die Wahrheit für mich.
Deine Wirklichkeit ist die Wahrheit für dich.

Also begegne ich deiner Wahrheit mit Respekt.

Elfi Egger

IMG_1995

Foto: Gerd Taron

Das Wunder der Wahrnehmung
Wenn ich vor dir stehe,
bist du zunächst ein Mensch, den ich kenne,
der mich aber nicht besonders berührt:
einer unter vielen, auf einem Weg,
wie viele ihn gehen.
Es gibt wenig zu bemerken an dir.
Wir ziehen aneinander vorbei wie zwei Schiffe,
die sich im Dunkel der Nacht begegnen
und einander nur auf Radarschirmen erkennen.
Dann aber, wenn ich der Aufmerksamkeit
eine Chance gebe, wenn ich mich
für die Achtsamkeit öffne
und nicht mehr vergleiche,
werde ich mit der Liebe zum Leben erfüllt,
um die alles geht, alles.
Dann entstehst du in der Buntheit der Bilder,
die dein Leben ausmachen.
Plötzlich, als hätte dich eine Künstlerhand verwandelt,
wirst du unauswechselbar. Du bekommst ein Profil.
Deine persönliche Geschichte ist wie ein Roman,
was du erlebt hast, ist aufregend.
Da will ich dich halten,
will die gemeinsamen Wege suchen,
will den Tag, das Leben mit dir teilen,
aber es geht nur begrenzt.
Während ich so an dir vorbeigehe
spüre ich den Reichtum deines Wesens.
Ich spüre die Wucht all dessen,
was noch auf dich zukommt.
Ich ahne deine Sehnsucht.
Ich erkenne mich wieder
in deinem Denken, in deiner Unsicherheit,
und du entstehst als Bruder, als Schwester,
als Mutter, als Vater, als Tochter.
Du wirst jetzt für mich
nicht nur alltäglich sein.
Ich habe dich gesehen
und etwas von dir erkannt.
Ulrich Schaffer

Das Wahre ist immer schlicht, einfach, haarscharf, es verträgt kein aufgebauschtes Gewand.
Anselm Feuerbach

13707798_1123818194345615_5157581891334375626_n

Foto: Kathi Widera

Ob jemand echt ist,
autark,
stark
im Herzen,
verbunden
ist in
tiefer
Wahrheit
mit dem Leben –
siehst Du hier nicht,
hörst Du nicht,
liest Du nicht –
Du spürst es!
Mit jeder Faser seines Seins
lebt dieser Mensch Wahrheit –
auch
ohne Publikum,
ohne Applaus,
gegen alle Strömungen,
seiner Wahrhaftigkeit wegen.
-WAHRHAFTIGKEIT-

Anja Schindler

image03

Bild: Suzana Horvat

Wenn es nur eine Wahrheit gäbe, könnte man nicht 100 Bilder über dasselbe Thema malen.

Pablo Picasso

1509_Sep(7) 190_1AS

Foto: Hans Joerg Kampfenkel – ein Spinnengewebe in besonderem Licht

Die große, die Natur übertreffende Wahrheit gelangt nicht durch Reden von einem Geschöpf zum anderen. Die Wahrheit sucht die Stille, um der liebenden Seele ihre wirkliche Bedeutung aufzutun…

(Khalil Gibran)

Ich wünsche Ihnen, dass Sie dem Leben mit Ihrer eigenen persönlichen Wahrnehmung begegnen. Allen Urlaubern mögen erholsame Ferien verbringen.

Ihr/Euer
Gerd Taron

Kontakt:
Gerd Taron, Langstraße 30, 65779 Kelkheim-Fischbach
Tel. 06195-676695
E-Mail: verkauf@taron-antiquariat.de oder taron-antiquariat@gmx.de

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s