Hauptsache ich – Literarischer Wochenendgruß vom 27.05.16

Hauptsache ich – Literarischer Wochenendgruß vom 27.05.16

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

wie bereits vielen bekannt und mitgeteilt erschien heute vor genau vor 5 Jahren zum ersten Mal der literarische Wochenendgruß („Literarischer Rundbrief“). Mit zwei Zitaten, unter anderem von Astrid Lindgren, begann eine wöchentliche Reihe, die nicht nur Literaturfreunde interessant sein sollte.

Das wichtigste Zitat des ersten Wochenendgrußes stammt von meiner Lieblingsautorin Astrid Lindgren:
„Denn ohne Freiheit welkt die Blume der Poesie, wo immer sie auch blühen mag.“

Der Wochenendgruß entstand in einer persönlichen schwierigen Situation und sollte anderen Mut machen. Dies soll auch weiterhin so sein. Der Wochenendgruß nimmt aktuelle Themen aus meinem engeren Umfeld bzw. auf meine persönlichen Beobachtungen auf.

In dieser Woche hat mich das Thema Egoismus besonders beschäftigt. Warum muss zum Beispiel ein gut situierter Fahrer einer bekannten Automarke ausgerechnet seinen Wagen etwas verkehrsbehindernd vor seiner Bank parken, obwohl dieser offensichtlich nicht gehbehindert ist und es auf dem Gelände ausgewiesene Parkplätze für Kunden gibt? Warum wird jemand, der sich für einen Menschen immer wieder engagiert, einfach ignoriert, nach dem Motto „Hauptsache ich“?

Dankenswerter erlebe ich in meinem Umfeld, dass es auch anders geht. Es gibt sie – die Menschen, die nicht nach dem Nutzen für sich fragen, sondern ehrlich und aufrichtig sind und am Wohl des anderen wirklich interessiert sind.

In meinem Leben ist für Egoisten kein Platz. Und es gibt Situationen und Anlässe, wo es dann besser ist, von solchen Menschen Abstand zu nehmen.

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Die letzte und beste Frucht, die spät in einer immer warmen Seele zeitigt, ist Weichheit gegen den Harten, – Toleranz gegen den Intoleranten, – Wärme gegen den Egoisten, und Menschenfreundschaft gegen den Menschenfeind.

Jean Paul

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Das kleine Ego

Es war einmal ein kleines EGO, das fragte sein SELBST in einem ruhigen Moment, was
ziemlich selten vorkam: Sag mein SELBST, warum bin ich immer so in Eile und habe nie
Zeit für mich ? Das Selbst antwortete liebevoll. ”Weil Du Angst hast, Du könntest in Deiner Langeweile Dein Wahres Ich entdecken.”
Sag mein SELBST, warum bin ich oft unzufrieden, und will so viele Dinge haben, die ich nicht mal immer gebrauchen kann? Das SELBST antwortete liebevoll: “Weil Dir Dein SELBST nicht genug ist”

Sag mein SELBST, wie kommt es, dass ich auf andere eifersüchtig oder neidisch bin? Das Selbst antwortete liebevoll: ”Weil Du mich nicht wert genug schätzt.”
Sag mein SELBST, wie kommt es, dass ich in gewissen Situationen arrogant oder sogar hochnäsig werde? Das Selbst antwortete
liebevoll: “Weil Du Deinem SELBST, nämlich mir, nicht genug vertraust.
Sag mein SELBST, warum bin manchmal Beleidigt und verschließe mein Herz?
Das SELBST antwortete liebevoll: “Weil Du Liebe mit Macht verwechselst und Dich kränkst anstatt ehrlich zu sagen, was Du möchtest.”
Sag mein SELBST, warum kann ich Wut aufbauen und lasse sie andere Menschen spüren oder fresse sie gar in mich hinein?
Das Selbst antwortete liebevoll: “Weil Du fälschlicherweise annimmst, dass Liebe nicht NEIN sagt.”

Sag mein SELBST, warum renne ich der Anerkennung von anderen Menschen hinterher?
Das SELBST antwortete liebevoll: ”Weil Du glaubst, Du brauchst sie, um Dich zu loben und gut zu finden.”
Sag mein SELBST, gibt es den Himmel auf Erden? Das SELBST antwortete liebevoll: “ Oh ,ja!. Er liegt in Dir. In dem Du mich, Dein SELBST liebst und anerkennst, brauchst Du
nicht mehr im Außen zu suchen. Es wird Dir möglich alle Menschen auf Grund ihres Daseins zu lieben, da sie den gleichen Ursprung haben wie Du.
Du wirst erkennen, dass auch sie nur ihr EGO von ihrem SELBST abgespalten haben und deshalb leiden. Halte dich dadurch nicht ab Deinen Weg in Frieden zu gehen. Dann wirst Du wieder EINS sein mit Dir und mit allem. Dann hast Du die Trennung, die Du vorher noch kanntest und die Dein Herz vor lauter Trauer darüber kalt und unnahbar gemacht hat, überwunden.

So wird es Dir möglich die Liebe zu spüren, die Du bist.”

Als das EGO das alles hörte, begann es zu verstehen. Es weinte , weil ihm plötzlich so viele Dinge leid taten und weil er seine Unehrlichkeit erkannte, die ihn darin hinderte mit seinem geliebten SELBST in Frieden zu leben.
Das SELBST tröstete das EGO mit all seiner
Liebe, denn es versteht immer…

Autor unbekannt

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

VERBINDLICHKEIT
Die Zeit scheint immer schneller zu vergehen,
unser Kopf scheint immer voller,
von all den Gedanken,
von all den Aktivitäten,
von all der Hetze,
tagein – tagaus,
eben waren meine Gedanken
noch bei dem, was ich tue,
dann piepst mein Handy,
ich schreibe eine Nachricht auf Whats App,
ach nee,… doch nicht,
lieber eine Sprachnachricht,
geht schneller…….
und wobei war ich gerade?
Ach ja, ich wollte eigentlich…..
Und ich muss dieses noch,
und ich muss jenes noch,
abends falle ich mehr als müde ins Bett,
will noch kurz den Tag Revue passieren lassen,
aber ich weiß nicht mehr so recht,
was alles so war,
was ich alles so gemacht habe.
So, oder ähnlich sehen heute unsere Tage aus.
In der spirituellen Szene höre ich viel von
Verbundenheit,
schreibe selbst darüber.
Schaue ich mich aber um,
besonders zurzeit,
sehe und fühle ich kaum
Verbundenheit.
Im Gegenteil.
Es wird projiziert,
kommentiert,
beurteilt,
verurteilt,
gehetzt,
und
diffamiert.
Für mich heißt
VERBUNDENHEIT
auch
VERBINDLIHKEIT.
Egal,
mit wem ich es zu tun habe,
egal,
wie sich der oder die geben,
egal,
ob ich mir etwas oder jemanden
anders vorgestellt habe,
wir sind und bleiben verbunden,
Verbunden sein,
ergibt
Verbindlichkeit.
Auf dem Boden der Verbindlichkeit
gibt es Vertrauen,
können Versprechen gehalten werden,
darf ich Respekt und Achtung haben,
kann Liebe wachsen und fließen.
Meinem Ego zu folgen
war gestern.
Wenn DU Dir morgens
die Frage stellst:
Was kann ICH heute
für jemand anderen tun?
zündest DU nicht nur ein Licht
in DIR an,
Nein
dieses Licht ist meilenweit zu sehen!

Ortrud Püttmann

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Foto: Gerd Taron – St. Stephan in Mainz

An der Wand einer kleinen Kirche in den Pyrenäen steht geschrieben: »Herr, möge diese Kerze, die ich eben angezündet habe, Licht verbreiten und mich in meinen Entscheidungen und Schwierigkeiten erleuchten. Möge sie das Feuer sein, mit dem Du in mir Egoismus, Stolz und Unreinheiten verbrennst. Möge sie die Flamme sein, mit der Du mein Herz erwärmst und mich lieben lehrst. Hilf mir, mein Gebet auf mein Handeln an diesem Tag auszudehnen. Amen.«

Paulo Coelho

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Foto: Gerd Taron

Manche Leute sind unvernünftig, unlogisch und egozentrisch; vergib ihnen trotzdem.

Wenn du freundlich bist, werden Leute dir selbstsüchtige und versteckte Motive vorwerfen; sei trotzdem freundlich.

Wenn du erfolgreich bist, wirst du einige falsche Freunde und einige wahre Feinde gewinnen; sei trotzdem erfolgreich.

Wenn du offen und ehrlich bist, wird es wahrscheinlich Leute geben, die dich betrügen; sei trotzdem offen und ehrlich.

Wenn du froh und heiter bist, wird es wahrscheinlich Leute geben, die neidisch und eifersüchtig sind; sei trotzdem fröhlich.

Was du in Jahren aufbaust, könnte jemand in einer Nacht zerstören; baue trotzdem.

Das was du heute Gutes tust, mögen die Leute morgen schon wieder vergessen haben; tue trotzdem Gutes.

Gib der Welt das Beste, was du hast – und wenn es auch nie genug ist; gib der Welt trotzdem das Beste, was du hast.

Siehst du, in der Endsumme ist alles zwischen dir und Gott; es ging eigentlich auch nie um dich und sie.

Mutter Teresa

Ich wünsche Ihnen allen ein friedvolles Wochenende mit vielen schönen Begegnungen.

Ihr/Euer
Gerd Taron

Zwei Veranstaltungshinweise:

Literarischer Abend-Spaziergang in Kelkheim-Fischbach
Geschichten und Gedichte an besonderen Schauplätzen
Freitag, 27.05.2016- Beginn 18 Uhr
An von mir an ausgewählten Stätten werden Geschichten und Gedichte präsentiert.
Treffpunkt: Hanseklinger-Brunnen – Fischbach, Ortsmitte – Langstraße
Festes Schuhwerk wird empfohlen – Kostenbeitrag: 5 Euro
Er führt an die Orte des ersten literarischen Spaziergangs am 30.08.2013:
https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2013/09/01/vom-wasser-vom-herbst-und-vom-brot-ein-literarischer-abendspaziergang/

Sonntag, 05.06.16 – 15:00 Uhr
Zum fröhlichen Landmann, Kelkheim-Fischbach, Rettershof
Hans Joerg Kampfenkel, der den literarischen Wochenendgruß seit Jahren fotografisch begleitet, stellt eine kleine Auswahl seiner Fotos persönlich vor.
Außerdem gibt es einen Rückblick auf 5 Jahre literarischer Wochenendgruß mit ausgesuchten Texten.

Kontakt:
Gerd Taron, Langstraße 30, 65779 Kelkheim-Fischbach
Tel. 06195-676695
E-Mail: verkauf@taron-antiquariat.de oder taron-antiquariat@gmx.de

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