Was ist der Mensch wert? Literarischer Wochenendgruß vom 20.05.16

Was ist der Mensch wert? Literarischer Wochenendgruß vom 20.05.16

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

ein Artikel in der Samstagsausgabe der FAZ vom vergangenen Wochenende hat mich zu dem Thema „Was ist der Mensch wert?“ geführt.
Dort heißt es über die schwedische Flüchtlingspolitik: „Schätzungen zufolge sind bei den Nordeuropäern nur noch 5 Prozent der Tätigkeiten für Geringqualifizierte überhaupt erreichbar.“

Demnach gibt es für viele keine geeignete Arbeit mehr, weil sie „geringqualifiziert“ seien. Ich empfinde dieses Wort als abwertend. Definiert sich der Wert eines Menschen an seiner Bildung, an seiner beruflichen Stellung, am Besitz, am Bankkonto, an Statussymbolen? In unserer technisierten Welt werden immer mehr Menschen, unabhängig von ihrem Hintergrund, ausgegrenzt. Das bereitet mir großes Unbehagen. So viele Menschen engagieren sich mit ihren Begabungen und Talenten für andere. Sie sind ein Lichtblick in unserer oft egoistischen Welt und geben mir andererseits Hoffnung, dass noch nicht alles verloren ist.

Die nachfolgenden Texte und die einfühlsamen Fotos mögen uns neu bewusst werden, dass jeder Mensch ein besonderes Geschöpf ist.

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Wir haben alle an der Schöpfung teil,
Wir alle sind Könige, Dichter, Musiker…
Man braucht uns nur wie Lotosblumen zu öffnen,
um zu entdecken, was in uns liegt

Henry Miller

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Foto: Marina Rupprecht Fotografie

Je reicher die Menschen sind,
desto eher betrachten sie ihre Privilegien und Vorzüge
als eine Selbstverständlichkeit.

Wenn wir uns bester Gesundheit erfreuen
und das Leben uns zudem mit vielen günstigen
Gelegenheiten beschenkt,
nehmen wir diese wahrscheinlich ebenfalls für selbstverständlich,
was nicht gerade unsere Zufriedenheit mehrt.

Zufriedenheit wächst vielmehr aus der Dankbarkeit,
die wir für alle positiven Lebensumstände fühlen.

Wir können nirgendwo zu Hause sein,
wenn wir uns nicht selbst Zuflucht und Heimat sein können,
wenn wir uns nicht entspannen, in uns keine Ruhe finden.

Wo unser Herz ist, fühlen wir uns zu Hause,
nicht wo unser Körper ist.

Deswegen sind wir endlich zu Hause angekommen,
sobald wir unser Herz öffnen,
sobald wir ein Gefühl liebevoller Wertschätzung spüren,
sobald wir dankbar, zufrieden, erleichtert und sorglos sind.

Wenn wir uns so fühlen,
sind wir überall auf diesem Erdball,
ja im ganzen weiten Universum zu Hause.

~Ayya Khema~

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Foto: Marina Rupprecht Fotografie

Die Leistungen und Talente anderer anerkennen,
ist die Wertschätzung, die man jedem Menschen entgegenbringen sollte,
auch sich selbst.
Elke Bischofs

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Foto: Marina Rupprecht Fotografie

Zum Nachdenken

Wir leben in einer Welt, in der kaum noch jemand
an den anderen denkt.

Jeder denkt an sich und versucht,
das meiste für sich rauszuholen.
Es wird mit Gefühlen gespielt und der Mensch
ist zu einer Ware geworden.
Erfüllt er seinen Zweck nicht mehr,
wird er abgelegt oder ausgetauscht oder belogen.

Kaum einer denkt noch daran, dass es auch Gefühle gibt
und eine Seele, die in jedem von uns lebt.

Jeder sollte sich mal einen Moment Zeit nehmen
und sich fragen, ist da vielleicht jemand,
der mich gerade braucht oder vermisst oder gar liebt?

Oder gibt es vielleicht jemanden,
der gerade traurig ist oder in Not,
dem du jetzt helfen könntest?
Mitgefühl bedeutet nicht,
das Leid des anderen auf sich zu nehmen,
sondern die Welt durch die Augen des anderen zu sehen
und mit seinem Herzen zu fühlen.

Kennst Du das Gefühl
zu geben ohne zu erwarten?
Etwas zu tun, nur, um den anderen
wieder lächeln zu sehen?

Solltest du so einem Menschen begegnen,
danke dem Schicksal, denn er ist mehr wert
als aller Reichtum der Welt.

Jeder sollte mal in sein Herz schauen und sich fragen,
ob es richtig ist, wie man lebt und wie man
mit Gefühlen anderer Menschen umgeht.

Der eine oder andere wird sicher feststellen,
dass es nicht immer gut war, was er tat.

Überlege dir gut, was du tust und denk mal nach,
wie es wäre, wenn alle Menschen ehrlich
und gefühlvoll miteinander umgingen!

Spiel niemals mit den Gefühlen anderer,
denn irgendwann könnte es dich treffen
und dann wirst du merken,
wie weh das tut!

Autor unbekannt

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Foto: Marina Rupprecht Fotografie

Was wir sein werden

Die neuen Menschen sind schon unter uns.
Mit ihrem Leben arbeiten sie an einer neuen Wirklichkeit
und wollen sie mit uns teilen.
Der neue Mann und die neue Frau
werden nicht das Bedürfnis haben, gebraucht zu werden,
und doch wird die Welt sie brauchen, um zu überleben.
Sie werden gelernt haben, in sich vollständig zu sein.
Da wird keine Rede von der besseren Hälfte sein,
und kein Wunsch, jemandem oder etwas zu gehören,
um wertvoll zu sein.
Sie werden der Konkurrenz absagen, großzügig sein
und Situationen schaffen, in denen alle gewinnen.
Sie werden in der sichtbaren Welt zu Hause sein,
sowie in der Welt, die nur mit Augen der Hoffnung zu sehen ist.
Sie werden allem, das Leben fördert, verbunden sein.
Sie werden wissen, dass die Zeit kostbar ist,
und trotzdem nicht unruhig und ungeduldig werden.
Sie werden realistisch sein
und doch die Hoffnung nicht verlieren.
Sie sind Menschen der Wahl und der Selbstbestimmung.
Sie lassen sich nicht von anderen leben
und leben nicht das Leben anderer.
Sie haben ihr Leben gewählt.
Sie haben sich für Werte entschieden und sie nicht nur geerbt.
Sie haben ihre Sorge für den Einzelnen
mit ihrer Sorge für die Welt verbunden
und opfern die eine nicht für die andere.
Sie werden die Hilflosen ehren und den Leidenden helfen.
Sie werden mit ihrem Wesen wissen,
dass wir eine unzertrennliche Familie sind.
Sie wissen, dass alle wahre Veränderung
die Veränderung des Herzens ist
und lassen sich so nicht mit Sprüchen und Lobreden fangen.
Ihr Leben ist ausgewogen,
aber nicht ohne Leidenschaft,
und doch nicht nur ihren Gefühlen unterworfen

Ulrich Schaffer

Die Wetteraussichten für dieses Wochenende sind sommerlich. Genießen Sie diese Zeit, für viele Stunden der Muße. Lassen Sie es sich gut gehen im Kreise von lieben Menschen.

Ihr/Euer
Gerd Taron

PS: Am Sonntag findet wieder der Kelkheimer Stadtmarkt statt. Am Stand vor Viola’s Bücherwurm können Sie mich treffen, sei es ein Wiedersehen oder ein Kennenlernen. Viele liebe Freunde, wie z. B. die Autorin Brina Stein (www.brina-stein.de ) sind ebenfalls präsent.
Birgit Gröger lädt ab 14:30 Uhr zu Ihrer Premierenlesung „Alima, das Mädchen aus Aleppo“ ein.

Kontakt:
Gerd Taron, Langstraße 30, 65779 Kelkheim-Fischbach
Tel. +49 (0)6195-676695
E-Mail: verkauf@taron-antiquariat.de oder taron-antiquairat@gmx.de

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