Von der Wahrnehmung – Literarischer Wochenendgruß vom 13.05.16

Von der Wahrnehmung – Literarischer Wochenendgruß vom 13.05.16

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

eine zufällige Begegnung mit einem Menschen in der vergangenen Woche – ein „Mauerblümchen-Foto“: Dies hat mich inspiriert, über die eigene Wahrnehmung nachzudenken. Wir nehmen einen Menschen wahr, zum Beispiel durch sein Äußeres und sind dann manchmal überrascht, dass das eigene Urteil dann nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Dies kann positiv oder gelegentlich, und hoffentlich nicht allzu oft, negativ sein.

Menschen, die zum Beispiel gerne fotografieren, nehmen Ihre Umgebung mit ihren eigenen Augen wahr. Sie haben einen „anderen Blick“. Es ist wie mit einem Kunstwerk. Jeder hat seinen eigenen „Blickwinkel“ und nimmt seine eigene Wirklichkeit wahr.
Wie nehmen wir uns selbst, unsere Mitmenschen, unsere Umgebung wahr? Welche Sinne werden angesprochen: die Augen, die Nase, die Ohren, der Gaumen, die Hände?

Sind wir offen für unsere Sinne? Lassen wir uns darauf ein?
Hans Joerg Kampfenkel und Marina Rupprecht prägen als ambitionierte Hobbyfotografen mit ihren Fotos immer wieder optisch den Wochenendgruß. Sie haben ihre eigene persönliche Wahrnehmung, wie die Fotos auch diesmal zeigen.

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Foto: Marina Rupprecht Fotografie

Schönheit ist ein sanftes Flüstern, das wir in unserem Geiste hören. Schönheit ist ein Bild, was wir mit geschlossenen Augen wahrnehmen & ein Lied welches wir mit geschlossenen Ohren hören.

Khalil Gibran

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Nicht müde werden,
sondern dem Wunder leise wie einem Vogel
die Hand hinhalten.
Ich wünsche dir die Fähigkeit, kleine Dinge im Leben wahrzunehmen und dich darüber zu freuen.

(Hilde Domin)

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Foto: Marina Rupprecht Fotografie

Die Geschichte einer alten weisen Frau und die Glücksbohnen
Eine sehr alte, weise Frau verließ ihr Haus nie, ohne vorher eine Handvoll Bohnen einzustecken.
Sie tat dies nicht, um unterwegs die Bohnen zu kauen.
Nein, sie nahm die Bohnen mit, um so die schönen Momente des Lebens besser zählen zu können.
Für jede Kleinigkeit, die sie tagsüber erlebte – zum Beispiel einen fröhlichen Schwatz auf der Straße, ein köstlich duftendes Brot, einen Moment der Stille, das Lachen eines Menschen, eine Berührung des Herzens, einen schattigen Platz in der Mittagshitze, das Zwitschern eines Vogels – für alles, was die Sinne und das Herz erfreut, ließ sie eine Bohne von der rechten in die linke Jackentasche wandern.
Manchmal waren es auch zwei oder drei Bohnen, die auf einmal den Platz wechselten.
Abends saß die weise Frau zu Hause am Kamin und zählte die Glücksbohnen aus der linken Jackentasche. Sie zelebrierte diese Minuten. So führte sie sich vor Augen, wie viel Schönes ihr an diesem Tag widerfahren war, und freute sich darüber.
Sogar an den Abenden, an denen sie nur eine einzige Bohne zählte, war jeder Tag für sie ein glücklicher Tag – es hatte sich gelohnt, ihn zu leben.
Verfasser unbekannt

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Foto: Marina Rupprecht Fotografie

Wenn wir einem Menschen
wirklich begegnen wollen,
dann müssen wir ihm
zuhören.
Im bewussten Hören
und
Wahrnehmen dessen,
was diesen Menschen
prägt, fordert und weitet
liegt ein großer
Schlüssel wahrer
Liebe und bedingungsloser Annahme.
Hör zu.
Nimm wahr.
Liebe.

Anja Schindler

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Foto: Marina Rupprecht Fotografie

Es dämmert schon, der Morgen graut,
den Geräuschen des Waldes lauschen.
Mit leichtem Schritt, vernehm kein Laut,
nur den Wind durch die Blätter rauschen.
Zaghafte Strahlen des Sonnenlichts,
bahnen sich den Weg durch die Zweige.
Zeigt die Natur ihr schönstes Gesicht,
bezaubernder Anblick – ich schweige.
Mit allen Sinnen wahrnehmen pur,
nackte Füße den Boden berühren.
Auf einem Moosteppich in der Natur,
Ruhe genießen das Ich spüren.
Der Morgen erwacht – Vögel singen,
ein Orchester beginnt zu musizieren,
Nicht schöner kann ein Tag beginnen,
weiter durch Feld und Flur spazieren.
Waldeinsamkeit du gibst mir die Kraft,
das Leben zu lieben und zu schätzen.
Mit Wärme und Regen zeigst du meisterhaft,
dich den Stürmen der Natur zu widersetzen “
Karin Thießen (*1958), Hobbypoetin und Aphorismenautorin

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Foto: Marina Rupprecht Fotografie

Das Paradies lebt in Dir. Du kannst es mit den Augen sehen, mit den Sinnen wahrnehmen und mit dem Herzen leben.“
Text: © Monika Heckh

Ich wünsche Ihnen an diesem Pfingstwochenende, dass Sie Ihr kleines Paradies auf Erden entdecken.

Ihr/Euer

Gerd Taron

Kontakt:
Gerd Taron, Langstraße 30, 65779 Kelkheim-Fischbach
Tel. 06195-676695
E-Mail: verkauf@taron-antiquariat.de oder taron-antiquariat@gmx.de

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