Gemeinschaft erleben – Literarischer Wochenendgruß vom 29.04.16

Gemeinschaft erleben – Literarischer Wochenendgruß vom 29.04.16

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

der untenstehende Text von Ortrud Püttmann erreichte mich zu Beginn dieser Woche. Er hat mich bewegt und berührt und zum Thema des neuen Wochenendgrußes geführt.

Wir leben in einer egoistischen Welt. Jeder lebt sein Leben. Es geht nur um mich, um meine eigenen Interessen, um mein Wohlbefinden. Was interessieren mich die Menschen um mich herum. Doch viele spüren, dass eine Gemeinschaft mit anderen Menschen das eigene Leben doch bereichern kann.

Ich erlebe in meinem eigenen Umfeld viele positive Beispiele, wo Gemeinschaft von Menschen erlebbar wird. In der realen Begegnung mit anderen Menschen entstehen neue Impulse für mein Leben und machen es wertvoll.

Gedankenanstöße über Gemeinschaft finden Sie wieder in den nachstehenden Texten und in den Fotos von Hans Joerg Kampfenkel und Marina Rupprecht.

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Gerade noch blühten die Tulpen im Garten,
dann schneite es und nun lassen sie die Köpfchen hängen.
Aber doch gaben sie in den paar Tagen ihrer Blüte alles.
Sie glänzten in der Sonne, wiegten sich im Winde.
Die Vögel zwitschern morgens die schönsten Lieder,
völlig egal, was sonst noch so los ist.
Die Kraniche fliegen immer in Formation,
warten, wenn einige nicht hinterher kommen.
Die Bienen fliegen von Blüte zu Blüte,
saugen und saugen,
und bringen die Erträge ihrem Volk.
Die Ameisen tragen die schwersten Lasten,
bauen und bauen für die Gemeinschaft.
und…und
SCHNELLER, BESSER, SCHÖNER, KLÜGER, REICHER,……
dachten, denken, handeln,
die Menschen.
Seit ewigen Zeiten sehen wir uns in Konkurrenz zum anderen,
wurden von Anfang an so erzogen,
weil es unsere Eltern, Erzieher, Lehrer etc.
auch nicht anders wussten.
ABER diese Zeiten neigen sich mehr und mehr dem Ende
entgegen.
An allen Orten auf der Erde entstehen Gemeinschaften,
fangen die Menschen an, global zu denken und zu handeln,
werden Bäume gepflanzt, wo die Gier sie an anderer Stelle abholzt.
Samenkörnchen um Samenkörnchen steckt sein Köpfchen aus der Erde.
Unsere Absicht zählt!
Unsere Absicht
für ALLE,
für den PLANETEN,
für die LIEBE!
Die Zeiten des
ICH WILL…ICH…ICH…ICH….ICH…ICH…
sind vorbei!

Ortrud Püttmann

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Foto: Marina Rupprecht Fotografie

So wie die Bäume,
in Gruppen stehend,
so tragen und halten
sich auch die Menschen
in kleinen Gemeinschaften.
(Anne M. Pützer)

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Der Mensch für sich allein vermag gar wenig und ist ein verlassener Robinson, nur in der Gemeinschaft mit den andern ist und vermag er viel.
Arthur Schopenhauer (1788 – 1860), deutscher Philosoph

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Foto: Marina Rupprecht Fotografie

In einer wahren Gemeinschaft jedoch sind alle arm und reich zugleich: reich weil alle das haben, was sie brauchen, arm, weil keiner etwas besitzt, zugleich dienen sie nicht den Sachen, sondern die Sachen ihnen.
Tomasso Campanella 1568 – 1639), bürgerlich: Giovanni Domenico, italienischer Philosoph, Dominikaner, Dichter und Politiker
Quelle: »Sonnenstadt«, 1602

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Foto: Marina Rupprecht Fotografie

In jedem Gemeinschaftserlebnis schmecken wir etwas von dem Wunder und der Jugend des ersten Schöpfungstages.
Gerhard von Mutius (1872 – 1934), deutscher Diplomat

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Foto: Marina Rupprecht Fotografie

Ich träume davon
daß einmal jeder Mensch
der sich nach Freiheit sehnt
frei sein wird
frei von inneren und äußeren
Zwängen
und er sein Leben
das ihm anvertraut ist
auch leben kann
ich träume von einer Welt
in der nicht mehr der
als schwach gilt
der seine Gefühle
Ängste und Schmerzen
offen zugibt
ich träume
von einer Gesellschaft
in der sich der Einzelne
empfindsam
und voll Mitgefühl
geben kann
ohne dafür verachtet
verspottet und ausgegrenzt
zu werden
ich träume davon
daß wir einmal dahin kommen
daß wir die Sehnsucht
des anderen
frei zu sein
zu unserer eigenen Sache
erklären
und ihm helfen
Türen zu öffnen
ich träume davon
daß uns die Probleme
und Sorgen
unserer Mitmenschen
nicht mehr gleichgültig sind
und uns für sie öffnen
und ihnen mit Tat
und Kraft
zur Seite zu stehen
Ich träume von einer Welt
in der Kinder und Erwachsene
keine Angst mehr
vor Gewalt
und Terror
haben müssen
ich träume davon
daß wir eines Tages
den Mut haben
liebevoll und
ehrlich miteinander
umzugehen
wie nur Kinder
es uns in ihrem
grenzenlosen Vertrauen
vorleben
ich träume davon
daß alle Kälte und
Unmenschlichkeit
aus unseren Herzen
verbannt wird
und wir endlich begreifen
was es heißt
MENSCH zu sein
Gudrun Kropp

Zu Beginn des neuen Monats Mai wünsche ich Ihnen, dass Sie viele wunderbare Erlebnisse in der Gemeinschaft mit lieben Menschen haben.

Ihr/Euer
Gerd Taron

Veranstaltungshinweis:
Sonntag, 01.05. – 15 Uhr – Literarischer Spaziergang – Rund um den Rettershof
Thema: Der Mai ist gekommen Geschichten und Gedichte rund um den Wonnemonat Mai
Treffpunkt: Unter der Linde am Rettershof
Kostenbeitrag: 5 Euro

Kontakt:
Gerd Taron, Langstraße 30, 65779 Kelkheim-Fischbach
Tel. 06195-676695
E-Mail: verkauf@taron-antiquariat.de oder taron-antiquariat@gmx.de