Blick nach vorn – Literarischer Neujahrsgruß 2016

Liebe Leserinnen und Leser,

unser Kalender zeigt es eindeutig: Ein neues Jahr steht bevor. Noch liegt ein Schleier, über das was kommt. Mit den Tagen, Wochen und Monaten wird der Blick immer klarer. Lassen Sie uns nach vorne schauen. Das alte Jahr liegt hinter uns. Wie auch immer es für Sie gewesen mag – richten Sie Ihren Blick nach vorn. Das alte ist vergangen, neues und hoffentlich viel Gutes wird kommen.

Die Texte, darunter zwei Gedichte und eine Neujahrsgeschichte, sowie die Fotos von Hans Joerg Kampfenkel und Marina Rupprecht mögen Ihnen den Übergang ins neue Jahr verschönern.

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Foto: Wonderful photoArt by Marina Rupprecht

Schließe Frieden mit deiner Vergangenheit damit sie nicht deine Zukunft zerstört.
– Paulo Coelho –

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Foto: Wonderful photoArt by Marina Rupprecht

Altes Jahr, du ruhst in Frieden,
Deine Augen sind geschlossen,
Bist von uns so still geschieden,
Hin zu himmlischen Genossen,
Und die neuen Jahre kommen,
Werden auch wie du vergehen,
Bis wir alle aufgenommen
Uns im letzten wiedersehen.
Wenn dies letzte angefangen,
Deutet sich dies Neujahrsgrüßen,
Denn erkannt ist dies Verlangen,
Nach dem Wiedersehn und Küssen.

Karl Joachim Friedrich Ludwig „Achim“ von Arnim
(1781 – 1831), deutscher Dichter der Romantik

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Zum Neujahr
Mit einem Taschenkalender

An tausend Wünsche, federleicht,
Wird sich kein Gott noch Engel kehren,
Ja, wenn es so viel Flüche wären,
Dem Teufel wären sie zu seicht.
Doch wenn ein Freund in Lieb und Treu
Dem andern den Kalender segnet,
So steht ein guter Geist dabei.
Du denkst an mich, was Liebes dir begegnet,
Ob dir’s auch ohne das beschieden sei.

Eduard Mörike
(1804 – 1875), deutscher Erzähler, Lyriker und Dichter

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Foto: Wonderful photoArt by Marina Rupprecht

Eine besondere Neujahrsgeschichte
Das schönste Geschenk an den Menschen ist die Fähigkeit zur Freundschaft,
nutze sie…..

Dazu eine Geschichte die im alten Persien spielt. Es war an der Zeit, das Neujahrsfest vorzubereiten. Der König wies seine Leute an: „Ich möchte, dass es ein wirklich königliches Fest wird. Die Gästeliste soll überquellen von illustren Persönlichkeiten. Die Tische sollen sich biegen unter Delikatessen, und der Wein soll nur aus erlesenen Trauben und besten Jahrgängen bestehen.“

Die Mitarbeiter schwärmten aus und brachten aus allen Landesteilen nur das Köstlichste. Aber der König war nicht zufriedenzustellen. „Im letzten Jahr habe ich ein durch nichts zu überbietendes Fest gegeben. Aber die ganze Stadt sprach nur von dem Fest bei Ramun, dem Maler. Da wurde getrunken und gelacht die ganze Nacht bis zum Nachmittag des nächsten Tages. Im Jahr davor war es dasselbe. Ebenso im Jahr davor und davor. Einmal muss es mir doch gelingen, diesen Wurm zu übertrumpfen, denn ich, ich bin der König.“

Einer der Mitarbeiter, ein kluger Mann, verneigte sich tief und fragte: „Mein König, habt Ihr je mit dem Maler gesprochen? Es muss doch einen Grund geben, warum die Leute sein Fest so lieben, obwohl sie in schäbiger Hütte ihre mitgebrachten Happen essen und den billigsten Wein trinken müssen.“ Der König nickte stumm und sagte: „Gut, schafft mir diesen Ramun heran.“

Und so geschah es. „Warum lieben die Menschen so dein Neujahrsfest?“ fragte der König.

Worauf der Maler antwortete: „Wir sind Freunde und brauchen einander – aber mehr brauchen wir nicht. Deshalb sind wir reich.“

Autor unbekannt

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Ich wünsch dir Arme,
die dich halten,
wenn es dir schlecht geht.
Ich wünsch dir Ohren,
die dir zuhören,
wenn dir alles bis zum Halse steht.

Ich wünsch dir Hände,
die dir über die Wange streichen,
um dich aufzumuntern.
Ich wünsch dir Augen,
die dich in deiner vollen Schönheit bewundern.

Ich wünsch dir den Mut,
jeden Schritt nach vorne zu setzen.
Ich wünsch dir die Ruhe,
auch mal zu entspannen und nicht zu hetzen.

Ich wünsch dir die Gelassenheit,
gegebene Dinge einfach so zu akzeptieren.
Ich wünsch dir die Stärke,
niemals die Hoffnung zu verlieren.

Ich wünsch dir die Zuversicht,
immer das Gute in allem zu sehen.
Ich wünsch dir die Kraft,
stets wieder aufzustehen.

Ich wünsch dir die Ehrlichkeit,
immer deine Meinung zu sagen.
Ich wünsch dir die Neugierde,
öfter mal etwas zu hinterfragen.

Ich wünsch dir die Güte,
anderen ihre Fehler zu vergeben.
Ich wünsch dir die Hartnäckigkeit,
stets ein Ziel anzustreben.

Ich wünsch dir die Lebensfreude,
lächelnd das Leben zu genießen.
Ich wünsch dir die Zeit,
auch mal die Augen zu schließen.

Irische Weisheit

Diese Wünsche mögen Sie ins neue Jahr begleiten. Ich möchte mich an dieser Stelle für die vielen lieben Rückmeldungen zu meinem literarischen Wochenendgruß bedanken. Es ist ermutigend zu erleben und zu erfahren, dass die Texte und Fotos für manche wichtige Gedankenanstöße für das eigene Leben waren.

Im neuen Jahr erscheint der literarische Wochenendgruß weiterhin an jedem Freitagvormittag, soweit nicht irgendwelche besondere Umstände dies nicht möglich machen.

Auf ein Wiederlesen, Wiedersehen, Wiederhören im Jahre 2016

Ihr/Euer

Gerd Taron

Kontakt:
Gerd Taron
Langstraße 30 65779 Kelkkheim-Fischbach
E-Mail: verkauf@taron-antiquariat.de oder taron-antiquariat@gmx.de

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