Vom Fundament des Lebens – Literarischer Wochenendgruß vom 20.11.15

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

die Tage seit dem letzten Erscheinen des Wochenendgrußes waren sehr bewegend. Viele haben sich gefragt, warum Menschen so handeln wie in Paris. Dies geschieht nicht nur dort, sondern in vielen anderen Brennpunkten der Erde, die in „Vergessenheit“ geraten sind. Wie sind solche Gewaltausbrüche und Hass von Menschen auf andere Menschen möglich? Die grausamen Ereignisse des 2. Weltkrieges liegen noch gar nicht so lange zurück und scheinen uns jetzt wieder auf andere Art und Weise nahe.

Wie so viele habe ich keine Antwort auf die Frage über das Warum. Eine der vielen möglichen Erklärungen könnte sein, dass gewaltbereite Menschen kein Fundament in ihrem Leben haben. Sie fliehen von der Sinnlosigkeit ihres Lebens in die Gewalt. Andere werden resignieren, werden vielleicht sogar so mutlos, die bis zur Depression führen kann.

Was ist ihr Fundament des Lebens? Ist es auf Stein, Holz, Beton, auf Sand oder anderem Grund gebaut?- Auf welche Werte und Ansichten steht Ihr Leben? Reicht bereits ein kleiner Wind aus, um alles ins Wanken zu bringen?

Die nachfolgenden Zitate und Fotos mögen zum Nachdenken anregen.

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Foto: Gerd Taron

Wurzeln,

die tief in der Erde den Baum aufrecht halten und nähren, sieht man nicht. Menschen, die an den Fundamenten arbeiten, damit das Haus erhalten bleibt, sieht man auch nicht, aber sie sind wichtiger als Menschen, die ständig mit der Fassade beschäftigt sind, damit sie vom großen Publikum ja nicht übersehen werden.

Phil Bosmans(1922 – 2012), belgischer Ordenspriester, Telefonseelsorger und Schriftsteller, ›der moderne Franziskus‹
Quelle: »Ich hab‘ dich gern«, Herder Verlag, 1986

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Foto: Gerd Taron

Mein neues Leben –

Mein neues Leben
bau ich mir
auf harten Stein.

Felsenfest…
unverrückbar…
unzerstörbar…
so soll das Fundament
meines Seins sein.

Nichts wird mich zum Wanken bringen,
kein Sturm mich erschüttern,
keine Fluten mich hinweg spülen.

Beständig und kraftvoll
werde ich
in mir ruhen.

Anne M. Pützer

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Foto: Marina Rupprecht

In diesen anstrengenden, herausfordernden
Zeiten, Liebes, brauchen wir Schutz und Trost.
Auf diesem wunderschönen Planeten ist es
manchmal bitterkalt.
Ich schreibe für die, die etwas Mut und
Kraft brauchen. Für die, die mein aufgerissenes,
weites, warmes Herz spüren….
ich schreibe für die, die rastlos und ratlos sind und
sich manchmal ohnmächtig im Sturm des Lebens wiegen….
ich schreibe für die Verletzlichen, die Zarten, die weich
unter ihrem harten Kern leben …
ich schreibe für die Angstvollen, die nicht mehr
an Liebe und Zärtlichkeit glauben ….
für euch, die standhaft bleiben wollen und
doch immer wieder schwanken und zu Boden fallen ….
lasst uns zusammen weinen, salzige Tränen der
Mutlosigkeit, die sich in warme Ströme des Lebens
ergießen und alles auflösen, was uns nicht mehr dient …
lasst uns Eingang finden in unsere Herzen und den
Tanz wieder spüren, den Tanz des Universums, in dem
jedes Wesen willkommen ist mit seinen eigenen Schritten,
Tönen und Takten …
Text: Milena Flow

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Wir haben die Wahl

Du und ich, wir haben die Wahl:
uns für die Liebe zu entscheiden,
für die sanfte Hand,
die beim Aufbau des Lebens zupackt,
für den mitmachenden Blick,
für die Zuwendung, die angstfreie Räume schafft,
für dein und mein Wachstum,
wenn auch durch Schmerzen.
Es ist unsere Wahl.

Wir müssen sie treffen gegen die Gefühle der Schwäche,
gegen die Trägheit des Herzens,
gegen unsere Vordergründigkeit,
gegen alle gutklingenden Ausflüchte und Erklärungen,
die uns doch nur in die Einsamkeit führen.

Dazu brauchen wir den Mut zur Standhaftigkeit
gegen jede Zerstörung,
den Mut zur Festigkeit
gegen die Ordnung, die den Tod verbreitet,
und den Mut zur Entschiedenheit
gegen die Hoffnungslosigkeit,

den Mut, dein Leben so zu lieben wie mein eigenes
und mich in dein Herz aufnehmen zu lassen.

Ulrich Schaffer

Ich wünsche Ihnen, dass sie ein Fundament gefunden haben, das ihr Leben trägt.

Ein erholsames und entspanntes Wochenende wünscht Ihnen/Euch

Gerd Taron

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