Keine Zeit? Literarischer Wochenendgruß vom 15.05.15

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,
die nachfolgende Geschichte, von der ich vor einigen Tagen erfahren habe, beschäftigt mich bis heute und führt zum Thema dieser neuen Ausgabe.

Keine Zeit – Die Geschichte eines Unfalls

Ein lieber Bekannter war Zeuge folgenden Vorfalls:
Beim Vorbeifahren auf einer stark befahrenen Straße hier in unserem Ort, entdeckte er am Straßenrand eine Mutter auf dem Bürgersteig. Neben ihr saßen ihre beiden kleinen Kinder.

Beim Aussteigen sah er, dass ihr Auto vorne komplett beschädigt war. Er sprach die Frau an. Sie war benommen und hatte wohl einen leichten Schock, war aber wohl nicht weiter verletzt. Den Kindern geschah bei diesem Unfall offensichtlich nichts.

Es stellte sich heraus, dass die eigentliche Unfallverursacherin (Missachtung der Vorfahrt) weiter gefahren war. Sie gab der benommenen Mutter lediglich ihre Telefonnummer.

Als Begründung für ihr Verhalten gab sie an: Sie habe keine Zeit!

Der Bekannte rief die Polizei und verständigte einen Krankenwagen. Mehr ist nicht bekannt.

Soweit die mir überlieferte Geschichte von der Frau, die keine Zeit hatte.

„Ich habe keine Zeit“ scheinen mir die am häufigsten gebrauchten Worte in unserer rastlosen Welt. Atemlos rennen wir durch unser Leben. Wir übersehen, überhören das, was wirklich wichtig ist für unser Leben. Wie oben geschildert, kann es sogar dazu führen, dass wir die Menschen um uns herum nicht mehr wahrnehmen.

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Foto: Gerd Taron (Frankfurt Hauptbahnhof)

Einige weitere Denkanstöße mögen dazu beitragen, unsere Sinne für die Zeit wieder bewusster werden zu lassen.

J E T Z T !

Siehst du der Sonne Farbenspiel,
fühlst du ihr Wärmen sanft auf dir,
lockt sie dich in den Hof hinaus,
folge ihr j e t z t !
Morgen da ist sie schon weit fort,
an einem unbekannten Ort
und voll Bedauern denkst du dann:
„Es ist zu spät“.

Siehst du den Mann, den du so magst,
wie er sich doch so müht und plagt?
Geh´, sage ihm, wie du ihn liebst.
Sage es j e t z t !
Morgen vielleicht kann es gesche´n,
da muss er plötzlich von dir geh´n,
und dir bleibt nichts mehr als der Schrei:
„Es ist zu spät“.

Siehst du dein Kind im Zimmer steh´n
und seine Augen hilflos fleh´n,
weil es das Leben nicht versteht.
Sprich mit ihm j e t z t !
Morgen da braucht es dich nicht mehr,
morgen, da zählen andre mehr.
Und voller Trauer sagst du dir:
„Es ist zu spät“.

Siehst du den Mensch trotz deinem Glück,
Tränen verdunkeln seinen Blick.
Geh frage ihn, was ihn so quält,
Tue es j e t z t !
Morgen vielleicht da hörst du dann,
dass er sich da das Leben nahm,
und voller Reue merkst du nun:
„Es ist zu spät“.

Sieh dort den Freund, den du nicht sprichst.
Flehend schaut er in dein Gesicht,
damit du ihm die Schuld vergibst.
Tue es j e t z t !
Morgen bist du vielleicht allein,
weil andre dir auch nicht verzeih´n,
und voller Scham erkennst du dann:
„Es ist zu spät“.

Sieh jeden Tag jetzt mehr und mehr
so an, als ob´s der letzte wär.
Tu Dinge, die dir wichtig sind.
Lebe sie j e t z t !
Morgen da ist es oft zu spät,
morgen da läuft meist viel verkehrt,
morgen das gibt es dann nicht mehr,
nur noch „nie mehr“.

Text : K a r i n S c h n e i d e r – J u n d t

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Foto: Gerd Taron – Sonnenuhr am Rettershof im Taunus

Die Menschen haben keine Zeit füreinander, sie haben nicht einmal die Zeit, einander zuzulächeln.
Mutter Teresa

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Obwohl zum Innehalten die Zeit nicht ist,
wird einmal keine Zeit mehr sein,
wenn man jetzt nicht innehält.
Lebst Du jetzt, wirklich?
In diesem Augenblick, ganz und gar?
Wann, wenn nicht jetzt?

(Christa Wolf)

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

„Mögest du dir die Zeit nehmen, die stillen Wunder zu feiern, die in der lauten Welt keine Bewunderer haben.“

(Irischer Segenswunsch)

Ich wünsche Ihnen viel Zeit – Zeit für die schönen Momente im Leben. Und vielleicht haben Sie ja Zeit am kommenden Sonntag, 17.05. beim Kelkheimer Stadtmarkt vorbei zu kommen. Dort gibt es Gelegenheit zur persönlichen Begegnung mit mir und vielen anderen. Weitere Informationen finden Sie am Ende.

Ihr/Euer
Gerd Taron

Hinweis zum Kelkheimer Stadtmarkt am Sonntag, 17.05.
https://gerdtaronantiquariat.wordpress.com/2015/05/11/taron-s-kultur-literatur-neuigkeiten-nr-5-vom-11-05-2015/

Kontakt:
Gerd Taron
Langstraße 30
65779 Kelkheim-Fischbach
Tel. +49-(0)6195-676695
E-Mail: verkauf@taron-antiquariat.de oder taron-antiquariat@gmx.de

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