Streiflichter – Literarischer Wochenendgruß vom 05.12.14

Liebe Literaturfreunde,

in diesen Tagen war ich wieder mit der Straßenbahn in Frankfurt unterwegs – im Dunkeln. An mir vorbei zogen die vielen Autos mit ihren Lichtern. Immer wieder leuchteten die Bremslichter auf, wenn z. B. die Ampel auf „rot“ stand, oder etwas anderes zum Anhalten zwang.

In den Autos saßen Menschen, manchmal einer, manchmal mehrere, manchmal sogar sehr viele, wenn ein Bus vorbei fuhr.

Menschen mit ihren Fahrzeugen – Streiflichter auf den Straßen und Wegen, besonders in dieser Jahreszeit. In meinem, in Ihrem Leben, begegnen wir immer wieder Menschen, die unser Leben streifen. Manchmal gehen oder fahren sie nur eine kurze Zeit in unserem Lebensfahrzeug mit, manchmal fahren wir sehr weit, sogar bis zum Lebensende, mit ihnen gemeinsam durch das Leben.

Manche steigen unterwegs aus und um, und meinen mit einem anderen schneller voran zu kommen.

Wie heißen Ihre menschlichen Streiflichter? Sind sie nur kurz sichtbar oder werden sie zum „Dauerbrenner“? Viele wünschen sich menschliche Wärme – Herzenswärme – die ein Licht in ihrem Leben schenken.

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Foto_ Gerd Taron (St. Stephan, Mainz)

Das Wunder des Weges
Früher haben wir von Zielen gelebt,
wir waren beseelt von ihrer Erfüllung.
Wir haben Strapazen auf uns genommen,
weil wir an den Erfolg dachten.
Aber immer fehlte noch etwas.
Die Bedingungen stimmten nicht,
der Frühling fiel in den Winter,
mitten in unserem Roman fehlte ein Kapitel.
Bis wir begriffen,
dass alles, ohne Ausnahme, Weg ist.
Die Reise selbst ist es, die Reise selbst.
Kein Schritt ist der erste, keiner der letzte,
alle haben Verbindungen nach hinten und vorne.
Jede Sackgasse unseres Lebens hat eine Vorgeschichte
und auch wenn wir gestorben sind,
wird noch eine Wirkung von uns ausgehen.
Mit dieser Sicht tut sich das Unerfüllte auf
und zeigt seine Vollkommenheit.
Sogar unsere Fehler bekommen eine andere Bedeutung.
So leben wir das Wunder des Weges,
auf dem wir nie fertig werden.

Ulrich Schaffer

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Ein unsichtbarer roter Faden
verbindet jene,
deren Bestimmung es ist,
sich zu treffen,
unabhängig von Zeit,
Ort oder Umständen.
Der Faden kann sich dehnen
oder verwickeln,
nie aber wird er reißen.

Aus China

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Foto: Gerd Taron (St. Stephan, Mainz)

Ich lebe …

Nicht zuletzt wegen der Menschen, die mich auf meinem Weg begleiten.
Auch Dank derer, die meine Wege kreuzen.
Die mir das Gefühl geben, eine wichtige Rolle in ihrem Leben zu spielen.
Die mir mit Kleinigkeiten Freude machen,
mich besondere Dinge erleben lassen, mich inspirieren,
neue Ansichten des Lebens mit mir teilen,
meiner Einsamkeit den Kampf ansagen,
mein Leben lebenswert machen, meine Hand halten, mich umarmen.
Gedanken an mich verschwenden – irgendwo,
für mich da sind – egal wann, mein Glück unterstützen,
meine Trauer mit mir teilen.
Ein Lächeln auf mein Gesicht zaubern,
Liebe und Fröhlichkeit in mein Leben bringen,
einfach an mich glauben!

(Autor unbekannt)

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Foto: Gerd Taron (St. Stephan, Mainz)

Ich wünsche Ihnen für den 2. Advent viele Streiflichter, die dann hoffentlich zu einem beständigen Licht in Ihrem Leben werden. Mögen Sie viele schöne Begegnungen und Gedanken durch diese Zeit führen.
Ihr/Euer

Gerd Taron
PS: Wer mag, kann mich am Wochenende hier antreffen und begleiten:

Freitag, 05.12. von 18 – 19 Uhr: Literarischer Weihnachtsspaziergang in und um die Kelkheimer-Stadtmitte mit dem Weihnachtsmarkte in der Stadtmitte Süd
Treffpunkt: Viola’s Bücherwurm, Bahnstraße 13, Kelkheim

Samstag, 06.12. von 17 – 18 Uhr: Literarischer Weihnachtsspaziergang in Frankfurt-Fechenheim anlässlich des dortigen Weihnachtsmarktes
Treffpunkt: Café Lounge Jasmin, Alt-Fechenheim 80, 60386 Frankfurt am Main

Sonntag, 07.12. von 17 – 18 Uhr Literarischer Weihnachtsspaziergang in und um die Kelkheimer-Stadtmitte mit dem Weihnachtsmarkt in der Stadtmitte Süd
Treffpunkt: Viola’s Bücherwurm, Bahnstraße 13, Kelkheim

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