Die Zeit rennt – Immer in Eile – Literarischer Wochenendgruß vom 14.11.14

Liebe Leserin, lieber Leser des literarischen Wochenendgrußes,

haben Sie auch manchmal das Gefühl, dass die Zeit rennt. Jetzt gehen wir mit großen Schritten auf die Advents- und Weihnachtszeit zu. Bald ist das Jahr 2014 zu Ende.

Wir sind in Eile, dass wir ja nichts verpassen. Es bleibt nicht viel Zeit, so meinen wir.

Viele leiden unter der „Handymania“, immer schnell das Allerneuste mitbekommen, ob privat oder beruflich. Es könnte so wichtig sein. Unser Auto parken wir am besten direkt von der Ladentür, wenn wir einkaufen wollen. Oder wir kaufen im Internet. Das geht, so glauben wir, schneller. Dass unser Verhalten dabei oft nachhaltig unsere Gesundheit, der Umwelt, unserem sozialen Miteinander schadet, nehmen wir in Kauf. Die Rechnung dafür zahlen wir später- wenn wir es mal nicht so eilig haben.

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Die Zeit vergeht nicht schneller als früher,
aber wir laufen eiliger an ihr vorbei.

~George Orwell~

Tröste dich, die Stunden eilen,
und was dich auch bedrücken mag,
auch die schlimmste kann nicht weilen,
und es kommt ein andrer Tag.

In dem ew’gen Kommen, Schwinden,
wie der Schmerz liegt auch das Glück,
und auch heitre Bilder finden
ihren Weg zurück.

Harre, hoffe! Nicht vergebens
zählest du der Stunden Schlag:
Wechsel ist das Los des Lebens,
und es kommt ein andrer Tag.

Theodor Fontane

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Kommen und Gehen

Kommen und Gehen! Das ist das Los
Für Alles, was lebt hienieden.
Das Schicksal reißt uns Alle los,
Das Liebste vom Leben, das uns beschieden.
D’rum eile, so lange der Tag Dir blüht,
Das Lied des Lebens zu singen;
Ja eile, so lange das Herz Dir glüht,
Beim Kommen und Gehen nur Frieden zu bringen.

Eduard Baltzer

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Der Misanthrop
A.

Erst sitzt er eine Weile,
Die Stirn von Wolken frei;
Auf einmal kommt in Eile
Sein ganz Gesicht der Eule
Verzerrtem Ernste bei.

B.

Sie fragen, was das sei?
Lieb oder Langeweile?

C.

Ach, sie sind‘s alle zwei.

Johann Wolfgang von Goethe

Zeit ist zu schnell, für den, der sich freut,
zu langsam für den, der wartet,
zu lang für den, der traurig ist,
zu kurz, für den, der glücklich ist.

Autor unbekannt

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Eile mit Weile

Ja, immer größer wird die Eile:
Man sucht Gewinn, man will Genuß,
Doch bleibet uns an Langeweile
noch immer großer Überfluß.

Und fliegst du wie ein Vogel, fliege !
Die Langeweile läßt nicht ab;
Sie lag mit Dir schon in der Wiege,
Sie geht mit Dir auch in das Grab.

Hoffmann von Fallersleben

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Kommen Sie an diesem Wochenende einmal zur Ruhe. Gehen Sie wieder bewusst und in Ruhe einkaufen oder noch besser: Unternehmen Sie etwas mit der Familie oder mit Freunden. Lassen Sie sich von der Hektik, die um uns herum herrscht, nicht anstecken.

Ich wünsche Ihnen ein erholsames, stressfreies Wochenende

Ihr/Euer

Gerd Taron

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