Mauern überwinden – Literarischer Wochenendgruß vom 07.11.14

Liebe Kultur- und Literatur- und Geschichtsfreunde,

in diesen Tagen jährt sich bekanntlich zum 25. Mal der Tag des Mauerfalls. Eine Gelegenheit, sich mit dem Thema „Mauer“ auch literarisch zu beschäftigen. Viele der Leserinnen und Lesern haben diesen Tag, haben die Wochen davor und danach persönlich erlebt. Für viele sind schöne Erinnerungen damit verbunden, weil sie nach vielen Jahren der Trennung ihre Verwandten von hüben und drüben wieder in die Arme schließen konnten.

Aus aktuellem Anlass stammen die Fotos diesmal nicht nur von Hans Joerg Kampfenkel.

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Berlin – ein Wiedersehen
Berlin ist groß wie keine Stadt,
So groß sie immer sei –
Denn noch vom Kreuzberg reicht Berlin
Fast bis in die Türkei.

Beim Gang durch’s Grün des Tiergartens
Umfing uns noch der Schauer –
Wir hatten auf die „Verbotene Stadt“ geblickt
Und auf die „Chinesische Mauer“.

Berlin ist groß. Man muß es sehn.
Von Tempelhof bis Tegel,
Vom Ku-damm bis zum Grunewald,
Berlin mit Kind und Kegel.

Berlin ist groß, und keine Stadt
Ist so durchpulst von Leben –
Berlin bei Tag, Berlin bei Nacht –
Das gibt’s nur einmal eben!

Berlin ist groß wie keine Stadt,
Wie keine kunstbesessen,
Voll Festspielen und – nicht zuletzt –
Voll Mädchen mit Finessen.

Berlin ist eine Reise wert!
Sie zahlt sich immer aus –
Am Freitag kommt man angereist,
Am Sonntag geht’s nach Haus.

Paris hat seinen Eiffelturm
Und London seinen Tower
Doch in Berlin – da fließt die Spree,
Wie vor – so nach der Mauer.
Franz Lichtenstein
Aus der Sammlung Die Zeit, die uns entglitt

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Foto: Gerd Taron

Je freier man atmet,
desto mehr lebt man.
(Theodor Fontane „Der Stechlin“)

Gitterbäume

Foto: Gerda Jäger

Öffnen wir nochmal die Mauer
Öffnen wir nochmal die Mauer,
die das Leben uns gebaut,
daß trotz Leid und Schmerz und Trauer
nochmal werden wir vertraut

einem andern Menschenkinde,
das sein Herz uns öffnen will.
Spielt mit meinem Haar, ihr Winde,
steigt, ihr Nebel, sanft und still,

zaubert Nähe, zaubert Freude
in die Menschenherzen tief,
daß, was immer es bedeute,
aufwacht, was so lange schlief.

© Christian Menzel, Jg. 1961
Gedicht von Autoren. Lose Sammlung

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Foto: Gerd Taron

Überwinde Barrieren,
reiße Mauern ein.
Öffne Herzens- Türen
und erkunde andere Seelen- Welten.
Sieh, wieviel Schönheit
im Verborgenen liegt.
Anne M. Pützer

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Foto: Gerd Taron

Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen einige Menschen Mauern und einige Windmühlen.

Chinesisches Sprichwort

Das Wochenende ist eine gute Möglichkeit darüber nachzudenken, wo in meinem Leben Mauern sind. Haben Sie Mut diese zu erkennen und niederzureißen in Ihrem persönlichen Leben.

Ich wünsche Ihnen ein Leben ohne Mauern.

Ihr/Euer

Gerd Taron

PS: An dieser Stelle ausnahmsweise 2 persönliche Buchempfehlungen zum Thema „Mauerfall“

Die verlorene Insel von Monika Mantz, ISBN 978-3-86683-735-5
erschienen im Wagner-Verlag
Eine sehr berührende und bewegende Autobiographie der Kelkheimer Autorin über ihren persönlich erlebten Mauerbau und den Mauerfall

Meine Freiheit: Geschichten aus Deutschland von Maren Martell und Kathrin Hoehne
ISBN 978-3-7375-0615-1
25 Menschen aus Ost und West – Ihre Schicksale, ihre Geschichten und ihre Gedanken zur Freiheit.
Zwei Journalistinnen aus beiden deutschen Staaten erzählen.

Für das Frühjahr 2015 planen wir gemeinsam Lesungen über das Buch im Rhein-Main-Gebiet. Termine werden rechtzeitig bekanntgegeben. Der Kontakt kam bei der diesjährigen Frankfurter Buchmesse zustande.

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