Wenn Kraniche ziehen – Anneliese Druhm

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Wenn die K r a n i c h e ziehen

die Tage werden kürzer und mahnen zum Aufbruch .
Im spärlichen Licht der Sonne
siehst du sie ziehen zum Land ihrer Sehnsucht.

Kein wilder Flügelschlag, kein Taumeln.
Mit gleichem Herzschlag wellenförmig federleicht
im Takt einer perfekten Formation.

Weit entfernt – mit bloßem Auge kaum zu sehen,
kunstvoll in den Horizont gemalt
ins verblassende Blau des Himmels ,
in Wolkenberge als Kulisse.

Ihr sanfter Gesang betörend schön.
Unereicht in Eleganz ihr Flug
über golden fallendes Laub aus lichten Kronen,
– rätselhaft – zum vorbestimmten Ziel.

Den Anblick staunend genießen ,
mit müden Augen Abschied nehmen,
sich dem Wind überlassen,
Nachtigallen längst gegangen.

Gedicht : Anneliese Druhm, Kelkheim 2014

Nimm dir Zeit – Literarischer Wochenendgruß vom 31.10.14

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

die beiden letzten Ausgaben beschäftigten sich mit der Zeit und ihren Wirkungen auf unser Leben. Auch dieses Mal möchte ich mich noch einmal mit dem Thema Zeit befassen.

Das Jahr hat 365 (366)Tage, 12 Monate – 1 Tag hat 24 Stunden oder 86.400 Sekunden. Soviel Zeit … – und doch läuft uns die Zeit irgendwie davon. Was beansprucht unsere Zeit, wofür nehmen wir uns die Zeit? Was bedeutet uns erfüllte, glückliche Zeit?

Eine sehr liebe Freundin hat das spontan einmal so formuliert, als wir uns über dieses Thema austauschten:

„Uns gehört nur eine Stunde
Und eine Stunde, wenn sie glücklich ist, ist viel
Nicht das Maß der Zeit entscheidet
Wohl aber, das Maß des Glücks“

Die evangelische Kirche in Hessen und Nassau startete zum Erntedankfest eine interessante Kampagne: „Zeit für eine … – Danksekunde“:

http://www.ekhn.de/aktuell/danksekunde/danksekunde-startseite.html

Das ist eine wunderbare Möglichkeit, einmal kurz innezuhalten. Wenn Sie es einmal ausprobieren, wie lange 60 Sekunden sind, und was Sie in dieser kurzen Zeit alles machen könnten …, zum Danken zum Beispiel – oder ganz einfach mal glücklich sein. Sie werden vielleicht feststellen, wie wichtig dieser Moment des Zur-Ruhe-Kommens ist.

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Nimm dir Zeit!
Nimm dir Zeit zu denken –
das ist die Quelle der Macht.
Nimm dir Zeit zu lesen –
das ist die Grundlage der Weisheit.
Nimm dir Zeit zu arbeiten –
das ist der Weg zum Erfolg.
Nimm dir Zeit zu spielen –
das ist das Geheimnis ewiger Jugend.
Nimm dir Zeit zu ruhen –
das ist die Quelle der Kraft.
Nimm dir Zeit zu träumen –
das ist Elixier für dein Leben.
Nimm dir Zeit zu lieben –
das ist das Vorrecht der Götter.
Nimm dir Zeit, zärtlich zu sein –
das ist die Quelle des Glücks.
Nimm dir Zeit zu lachen –
das ist Musik der Seele.
Nimm dir Zeit, freundlich zu sein –
das verändert die Welt.
Nimm dir Zeit zu trösten –
das ist Balsam für die Seele.
Nimm dir Zeit, barmherzig zu sein –
das ist der Weg zum Himmel.
Nimm dir Zeit zu leben –
das ist die Erfüllung deines Lebens.
(nach einem alten irischen Segenswunsch)

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Werde ruhig und genieße deine Reise gerade jetzt.
Nimm dir Zeit für die Menschen in deinem Leben.
Sie werden nicht immer da sein.

Joel Osteen, Deutsche Übersetzung: Irene Söding,

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Nimm Dir Zeit

Das schlimmste Übel weit und breit
Das ist der Satz : „Ich hab keine Zeit.“
Die Zeit ist hektisch, alles rennt,
kaum einer seinen Nachbarn kennt.
Zu Hause läuft der Flimmerkasten,
man drückt nur lässig auf die Tasten.
Man lässt vom Bildschirm sich berieseln,
die Ehen fangen an zu kriseln.
Man spricht kaum noch ein einzig Wort,
ist in Gedanken ganz weit fort.
Besuche macht man auch nicht mehr,
selbst der Briefkasten bleibt leer.
Alles hektisch weit und breit,
keiner hat für`n andern Zeit.

Doch einmal geht die Zeit zu Ende,
dann tritt sie ein, die große Wende.
Es kommt der Tod :
„Bist du bereit?“
Er fragt nicht lange: „Hast du Zeit?“
Er fragt auch nicht, ob arm ob reich,
bei ihm sind wir alle gleich.

Nimm dir Zeit solang es geht,
denn irgendwann ist es zu spät.

Autor: unbekannt

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Einander Zeit geben
zum Wachsen und Reifen,
Innehalten und Loslassen.
.
Einander Raum geben
zum Entwickeln und Entfalten,
Begegnen und Wohlfühlen.
.
Miteinander Mut finden
zum Verändern und Träumen,
Spielen und Feiern.
.
Miteinander Gefallen finden
am Suchen
nach dem Garten der Liebe.
.
Ernst Ferstl

Nehmen Sie sich an diesem Wochenende, aber nicht nur an diesem, Zeit – Zeit für sich, Zeit für andere. Vielleicht rufen Sie einmal jemanden an oder treffen sich mit jemanden, wo schon seit längerem keine Zeit mehr füreinander war.

Ich wünsche Ihnen auf jeden sehr viel Zeit.

Mit zeitlosen Grüßen

Ihr/Euer

Gerd Taron