Spannende Zeiten mit der Autorin Sylvia Schopf – 6. und letzter Teil

Spannende Zeiten – Krimi-Spaziergang mit der Autorin Sylvia Schopf „Zeit für Rache“ – Es geht weiter – 6. Und letzter Teil

sylvia-schopf-foto

Copyright: Sylvia Schopf

Frankfurt, 17.09.2014

Noch zwei Tage: Dann wird uns Sylvia Schopf auf einem Spaziergang am Museumsufer ihren neuen Krimi „Zeit für Rache“ vorstellen. Am Freitag, 19.09. ab 17:00 Uhr treffen wir uns in der Krimi-Buchhandlung „Die Wendeltreppe“ in Frankfurt-Sachsenhausen, Brückenstraße 34.

Heute folgt der 6. und letzte Teil ihrer Leseproben:

Digital StillCamera

Foto: Sylvia Schopf

6. Einsatz in Ouagadougou, Burkina Faso

Am nächsten Morgen fuhren sie in einen der Außenbezirke von Ouagadougou. Durch ein hohes, mausgraues Tor betraten sie einen schmalen Hof, der rechts und links von je einem lang gezogenen einstöckigen Wohnhaus begrenzt wurde. Es reihte sich Eingang an Eingang. Vor jedem hing ein bunter Vorhang, regungslos, weil kein Lüftchen wehte. Monsieur Kéré näherte sich einem der Eingänge, blieb davor stehen und klatschte mehrmals kurz in die Hände.
Voss warf Maddeleine einen fragenden Blick zu. „Die burkinische Art der Türklingel“, raunte sie ihm zu. Da trat eine füllige Afrikanerin mit einem Kleinkind auf dem Arm aus dem Haus. Sie beäugte Voss neugierig, wandte sich an den Autovermieter und schickte schließlich einen Jugendlichen aus der Nachbarschaft los, um ihren Mann zu holen. Nachdem sie den drei Besuchern eine Holzbank in den Schatten gestellt hatte, zog sich ins Haus zurück.
Nach einer Weile erschien der Chauffeur, und es war gut, dass Voss nicht alleine bei ihm aufgetaucht war. Der Mann reagierte mit Abwehr auf ihn, den fremden Weißen, und beantwortete nur zögernd die Fragen seines Chefs. Wohin er mit Charlotte Behring gefahren sei, daran könne er sich nur noch vage erinnern. Jaja, nach Tengodoko, das sei richtig. Dann sprach er von einem Feriendorf am See, einem Krankenhaus. Als Voss fragte, ob sie denn zusammen dorthin fahren könnten, wurde der Mann panisch. ….
Für alle die eine Folge verpasst haben sollten, hier eine Zusammenfassung aller bisher erschienenen Leseproben (Teile 1 – 5):

1. Wie alles begann … ein Sommersonntag in Frankfurt
Mitten in den Vorbereitungen zu einer Ausstellung im Weltkulturen Museum verschwindet die attraktive Ausstellungsleiterin Ilena Willecke-Berghaus spurlos

Sie musste die Polizei einschalten. Und zu Polizei fiel ihr zuerst der große, graue Kasten am Alleenring ein, das Polizeipräsidium, an dem sie immer vorbeikam, wenn sie ins Büro nach Sachsenhausen fuhr.
Teresa stieg ins Auto, ließ die Protzhäuser des Deutschherrnviertels hinter sich und fuhr Richtung Mainbrücke. Der Fluss lag träge in der Nachmittagssonne, auf beiden Seiten flanierten Sonntagsspaziergänger. Sonnenhungrige saßen auf den Bänken der Uferanlage oder lagen in Badesachen auf dem Rasen, begierig nach Sonnenbräune.
Rasch hatte Teresa die Innenstadt durchfahren. Nur wenige Autos waren unterwegs. Schon bald kam stadtauswärts das Polizeipräsidium in Sicht. Während Teresa nach einem Parkplatz suchte, überlegte sie, ob sie schon jemals in ihrem Leben auf einem Polizeirevier war. Eigentlich kannte sie das nur aus dem Fernsehen. Wie würde es wohl in Wirklichkeit sein, so ein riesiges, unnahbares Gebäude zu betreten, zu einem Beamten geschickt zu werden, dem sie dann erzählte, dass Ilena noch nicht von ihrer Geschäftsreise zurückgekehrt war?

2. Fetisch-Welten
Nachforschungen im Fall der vermissten Ausstellungsleiterin führen die beiden Kripobeamten Christian Voss und Marina Ewers ins Weltkulturen Museum. Dort treffen sie auf den stellvertretenden Museumsdirektor.

„Und wofür benutzt man einen Nagelfetisch?“, erkundigte sich Voss.
Marina Ewers schaute ihren Kollegen verwundert an. Der hörte interessiert den Ausführungen des stellvertretenden Museumsdirektors zu. Nur hin und wieder verriet seine Mimik eine gewisse Skepsis.
„Also kurz gesagt“, fuhr Ebsdorf in seinem Vortrag fort, „Nagelfetische sind die berühmten, mit Eisennägeln gespickten Holzfiguren aus dem Kongo, die man zur Krankenheilung benutzt, aber vor allem um Rache zu üben und Diebe und Verbrecher zu verfolgen. Und sie werden auch in der so genannten schwarzen Magie verwendet. Das heißt, man betreibt mit ihnen Schadenszauber, um jemanden eine Krankheit, irgendein Unglück oder gar den Tod – tja, wie soll ich sagen? – nennen wir es mal ‚anzuhexen‘.“ Ebsdorf lächelte seine Besucher zuvorkommend an. „Wie Sie sehen, stecken in diesen Fetischen komplexe Lebens- und Glaubenswelten. Und wenn Sie sich dafür interessieren, dann kann ich Sie herzlich einladen, sich unsere Ausstellung anzuschauen, die wir Ende Oktober eröffnen.“ Ebsdorf hielt inne. „Hoffentlich“, fuhr er mit veränderter Stimme fort. „Also, ich hoffe doch sehr, dass sich die Situation mit Frau Willecke-Berghaus bald klärt. Und natürlich positiv.“
„Viele der Vermisstenfälle gehen gut aus“, beruhigte ihn Marina Ewers.

3 Unheilvolle Erinnerungen

Die Nachricht vom Verschwinden der Ausstellungsleiterin Ilena Willecke-Berghaus versetzt Charlotte Behring, die Afrikafachfrau des Museums, in große Unruhe …

… Der Anrufbeantworter sandte schon eine Weile nur noch ein monotones rotes Blinksignal aus, als Charlotte regungslos neben dem Telefon stand. Sie konnte keinen klaren Gedanken fassen. Frau Willecke-Berghaus – verschwunden. Die Worte der Sekretärin wiederholten sich in ihrem Kopf wie eine hängen gebliebene Schallplatte. Mechanisch begann sie im Flur auf und ab zu gehen, dann streifte sie ziellos durch die Wohnung, ging schließlich ins Bad, wusch sich das Gesicht mit kaltem Wasser, trocknete es sorgfältig ab und schaute auf. Zwei Augen starrten sie aus tief liegenden Höhlen an und die Lippen formten lautlos ein Wort: Verschwunden!
…. Es war vor knapp einem Jahr. Ich war gerade von einer Konferenz aus Mali zurückgekommen. Gut gelaunt und ahnungslos betrat ich die Verwaltungsvilla – und wusste sofort, wer mir da auf den knarrenden Treppenstufen entgegen kam. Mein Herz begann sofort wie wild zu schlagen. Alarm! Alarm! Alarm! Strahlend und elegant herausgeputzt, die einst langen, dunklen Haare jetzt modisch kurz geschnitten, ging Ilena an mir vorbei, grüßte nur flüchtig. Und da war es wieder, dieses Aschenputtel-Gefühl. Tat Ilena nur so oder hatte sie mich wirklich nicht erkannt? Wir hatten nicht nur dasselbe Fach an derselben Uni studiert, sondern auch zusammen im Forschungsprojekt der Frankfurter Universität gearbeitet. Plötzlich blieb Ilena stehen und drehte sich zu mir um. …..

4 Eheprobleme

Interessante Neuigkeiten erfährt Hauptkommissar Christian Voss, als er Teresa de Lay, Mitarbeiterin der Vermissten, in ihrem Büro in Alt-Sachsenhausen besucht:, das sich in einem edel renovierten Altbau befindet …

„Da ist etwas. Das sollte ich wohl noch erzählen“, begann Teresa. „Ich weiß nicht, ob es von Bedeutung ist. Aber, Ilena hat sich ja von ihrem Mann getrennt. Vor etwa zwei Monaten ist sie ausgezogen. Und kurz darauf, es war schon spät am Abend, wir hatten noch so viel zu tun und saßen hier zusammen, da tauchte er plötzlich auf. Er war wütend. Total wütend, beschimpfte und bedrohte sie. Es … es war so schrecklich. Ich dachte, jeden Augenblick geht er auf sie los. Ich habe sie bewundert, wie ruhig und gelassen sie geblieben ist. Aber das hat ihn nur noch wütender gemacht – und dann hat er die Hand zum Schlag ausgeholt.“ Nur mühsam kamen die Worte aus Teresa heraus. „Und Ilena sagte ganz ruhig: ‚Mach nur! Wenn du es für nötig hältst. Mach nur, wenn du es fertig bringst!‘ Ganz ruhig hat sie das gesagt. Und da hat er sich plötzlich umgedreht und ist hinausgestürmt. Am Eingang hat er dann eine Vase …“ Teresa schluckte und bemühte sich um Fassung. „Er hat die Vase genommen und sie Ilena vor die Füße geschleudert. Mit Wucht! Mit solcher Wut! Und wie er sie angestarrt hat! Voller Zorn und Hass. Diesen Blick werde ich nie vergessen!“ Einen Moment wirkte Teresa wie ein verängstigtes, kleines Mädchen, und Voss musste an seine Tochter denken.
„Gab es denn häufiger solche Auseinandersetzungen?“, fragte er und bemühte sich um einen sehr sachlichen Ton.
„Ich habe es nur einmal erlebt. Aber das hat mir gereicht. An diesem Abend hat mir Ilena erzählt, dass sie sich deswegen von ihrem Mann getrennt hat. Weil er krankhaft eifersüchtig ist.“ Teresa hielt inne. „Haben Sie mit ihm schon gesprochen?“

5. Verdächtig

„Teresa de Lay hält Lars Willecke für den Täter“, informierte Voss seine Kollegin. „Sie hat mir gerade erzählt, dass Willecke schon vor dem Abend mit dem Wutausbruch immer mal wieder ums Büro herumgeschlichen sei. Außerdem sei Ilena Willecke-Berghaus in dieser Zeit beim Joggen im Park von einem vermummten Mann angegriffen worden, hatte aber ihr Tränengas dabei. Und dann gab es einen weiteren Angriff auf Ilena Willecke-Berghaus. In der Nähe ihres Büros in Sachsenhausen ist sie einmal spät abends angefahren worden. Absichtlich. Ein paar blaue Flecken und Prellungen, nichts Schlimmes, meinte Teresa de Lay. Aber weil es zu dunkel war, konnte Ilena Willecke-Berghaus das Auto nicht erkennen.“
„Na ja, so was kann im Kneipenviertel von Sachsenhausen schon mal passieren“, warf Marina ein, gab Gas und lenkte den Wagen aus dem Villenviertel auf die Hauptstraße. „Hat sie denn Anzeige erstattet?“, erkundigte sie sich.
„Keine Ahnung. Aber das überprüfen wir. Für Teresa de Lay steht fest, dass hinter all den Vorfällen Lars Willecke steckt. Er ist ihrer Meinung nach der Täter! Er hat seine Frau umgebracht. Der Grund: Verschmähter Liebe Pein.“
„Der gehörnte Ehemann rächt sich“, bemerkte Marina und bog auf die Autobahn. „Und wer außer dem Ehemann hätte noch ein Tatmotiv?“, wollte Marina wissen. „Du hast doch vorhin gemeint, es gäbe noch jemanden.“
„Na, die anonyme Anruferin!“

Wer sich für den Krimi-Spaziergang noch anmelden möchte, hier die Kontaktdaten:

Anmeldung bei Gerd Taron, Tel. 06195-676695 oder per E-Mail: verkauf@taron-antiquariat.de – Der Eintritt beträgt 10 Euro.

Treffpunkt ist am 19.09. um 17:00 Uhr in der Buchhandlung „Die Wendeltreppe“ in Frankfurt-Sachsenhausen (http://www.die-wendeltreppe.de/ )

Wir freuen uns auf einen spannenden Nachmittag in Sachsenhausen

Ihre

Sylvia Schopf und Gerd Taron

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Foto: Gerd Taron (Blick vom Museumsufer)

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