Vertrauen wagen – Literarischer Wochenendgruß vom 12.09.14

Vertrauen wagen – Literarischer Wochenendgruß vom 12.09.14

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

in diesen Tagen sind für viele meiner lieben Mitmenschen in meiner unmittelbaren und mittelbaren Umgebung einige Themen sehr wichtig geworden. Ein Thema, was immer wieder genannt wird, lautet „Vertrauen“.

Offensichtlich scheint das Vertrauen verloren gegangen zu sein, in meinen Beziehungen, sei es im beruflichen oder privaten Umfeld. Die Hoffnung und damit das Vertrauen in eine bessere Zukunft schwindet, weil vielleicht der Arbeitsplatz nicht mehr sicher oder gar bereits verloren ist.

Kein Vertrauen mehr? Weil es keine Zukunft, keine Perspektiven mehr für mich gibt?
Aber gerade in scheinbar ausweglosen Situationen durften viele Menschen erfahren, dass man sein Vertrauen nicht verlieren, nicht „wegwerfen“ sollte.

„Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat.“

Die Bibel – Neues Testament, Brief an die Hebräer

Für mich ist die Natur ein wunderbares Beispiel für Vertrauen. Jetzt, wo die Zeit der Ernte auf den Streuobstwiesen reif ist, wird mir das wieder besonders vor Augen geführt.

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Foto: Gerd Taron

Martin Luther hat es einmal so wunderbar formuliert:

Und wenn ich wüßte, daß morgen die Welt unterginge, so würde ich doch heute mein Apfelbäumchen pflanzen.

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Foto: Gerd Taron

An meinen Apfelbaum
Ich sah hinterm Zaun dein verzagtes Gesicht,
von Dornen und Sträuchern umgeben.
Du strebtest vergebens nach Sonne und Licht,
die Zweige verbogen. Nein, schön warst du nicht.
Ich half dir im Kampf um dein Leben.

Ich habe gegraben, gehackt und gesägt,
befreite vom Moos deine Rinde,
die Krone gesäubert, den Stamm freigelegt.
Ich hab‘ dich nach all der Entbehrung gepflegt,
gleich einem verwahrlosten Kinde.

Du bist wie verjüngt aus dem Schlafe erwacht
im Frühling, dem sonnigen, warmen.
Wie hast du geleuchtet in blühender Pracht,
glückstrahlend mir morgens entgegengelacht:
Oh, komm doch und laß dich umarmen.

Nun stehst du im Herbst als ein prächtiger Baum
mit köstlich beladenen Zweigen.
Es duftet wie Weihnacht im festlichen Raum,
rot schimmern die Äpfel, ein kindlicher Traum.
So schön ist dies dankbare Schweigen.

Du hast mir unzählige Freuden beschert,
uns allen, dem Fink und der Meise.
Du warst mir die Liebe und Mühe schon wert.
Das wirkliche Danken hast du mich gelehrt,
so reichlich, so herzlich, so leise.
Fred Endrikat

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Vertrauen ist eine Blume, die man zart behandeln muß…

Elfi Egger

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Vertrauen ist wie der Vogel,
der das Licht spürt und singt,
wenn der Morgen noch dunkel ist.

Rabindranath Tagore

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

VERTRAUEN.

Verlassen will ich mich auf dich,
mein Bruder,
der du von meinem Blute bist.
Du sollst mich lebenslang begleiten,
mir machen Schabernack und
auch ein böses Wort verzeihen.

Vertrauen will ich meinem Freunde,
der mich seit Kindertagen kennt.
Der manch Geheimnis gut bewahret,
mit mir Spaß hat und auch weinet,
wenns Leben mal ungnädig ist.

Verlassen will ich mich auf Weggefährten,
die, gemeinsam, Höhn und Tiefen
des Lebens mit mir gehen.
Mit denen ich, mit Mut und Willen,
soviel erleben und erreichen kann.

Vertrauen werd ich meinen Lieben,
die Teil meines Daseins sind,
ohne die es keinen Sonnenaufgang
und kein sinnerfülltes Leben gäbe.
Danke auch Ihr mir schenkt,
Eure Liebe, Euer Vertrauen.

(Anne M. Pützer)

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Gibt man nicht Vertrauen,
so erhält man kein Vertrauen…
LAOTSE

Vertrauen immer wieder wagen – Ja, es lohnt sich! Ich durfte es in schwierigen Situationen oft erfahren.

Hans Joerg Kampfenkel, der diesen Wochenendgruß mit seinen wunderbaren Fotos begleitet, hat dies auch er-lebt. Am Tag dieser Ausgabe des Wochenendgrußes feiert er seinen 50.. Geburtstag. Auf diesem Wege möchte ich ihm für die schönen Fotos danken. Ihm wünsche ich besonders, dass er sein Vertrauen nicht verliert, trotz vieler Widrigkeiten.

Die Begegnungen mit ihm und seiner Mutter sind für mich jedes Mal eine Bereicherung für mein Leben und haben mir schon oft neues Vertrauen gegeben.

Ich wünsche Ihnen ein Wochenende mit neuem Vertrauen in sich selbst, in Ihren Beziehungen, in Ihrem Leben.

Gerd Taron

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