Fordern – Literarischer Wochenendgruß vom 05.09.14

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

kennen Sie auch die netten Briefe, die da so manchmal mit den Sätzen beginnen: „Wir fordern Sie hiermit auf …“ und weiter heißt es dann gelegentlich „wenn Sie nicht binnen … Tagen/Wochen …“

In den verschiedenen Rollen unseres alltäglichen privaten oder beruflichen Lebens werden wir auf-gefordert, Dinge zu tun oder zu lassen. Mit solchen beispielhaften Worten wie oben genannt, wird versucht, uns zu bestimmten Handlungen zu bewegen. Oft werden solche Sätze als Zeigen von Macht verwendet – soll heißen: Wir haben Macht über Sie, wenn Sie nicht das tun, was wir wollen. Das geschieht leider auch immer wieder im persönlichen Umfeld, wie viele es immer wieder erfahren haben oder müssen.

Wer ständig gefordert wird von anderen oder gar von sich selbst, gerät irgendwann in die Situation „überfordert“ zu werden. Dann werden die Lasten so schwer, dass diese nicht mehr zu ertragen sind und man selbst an Körper und/oder Seele krank wird.

Entkommen wir diesem krankmachenden Kreislauf, in dem wir uns Mut zusprechen lassen, durch liebe Mitmenschen, durch Entspannung oder anderes, was mir guttut.

Schon in der Bibel, im Alten Testament, heißt es:

Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott; ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.

Jesaja Kapital 41, Vers 10 (Text Lutherbibel von 1912)

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Jage die Ängste fort
und die Angst vor den Ängsten.
Für die paar Jahre
wird wohl alles noch reichen.
Das Brot im Kasten
und der Anzug im Schrank.

Sage nicht mein.
Es ist dir alles geliehen.
Lebe auf Zeit und sieh,
wie wenig du brauchst.
Richte dich ein.
Und halte den Koffer bereit.

Es ist wahr, was sie sagen:
Was kommen muss, kommt.
Geh dem Leid nicht entgegen.
Und ist es da,
sieh ihm still ins Gesicht.
Es ist vergänglich wie Glück.

Erwarte nichts.
Und hüte besorgt dein Geheimnis.
Auch der Bruder verrät,
geht es um dich oder ihn.
Dein eignen Schatten nimm
zum Weggefährten.

Feg deine Stube wohl.
Und tausche den Gruss mit dem Nachbarn.
Flicke heiter den Zaun
und auch die Glocke am Tor.
Die Wunde in dir halte wach
unter dem Dach im Einstweilen.

Zerreiss deine Pläne. Sei klug
und halte dich an Wunder.
Sie sind lang schon verzeichnet
im grossen Plan.
Jage die Ängste fort
und die Angst vor den Ängsten.
Mascha Kaleko

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Man hat nur Angst, wenn man mit sich selber nicht einig ist.

Hermann Hesse

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Wer nur um Gewinn kämpft, erntet nichts, wofür es sich lohnt zu leben.

(Antoine de Saint-Exupery)

„Zuneigung zu empfangen, ist eine machtvolle Glücksquelle, der Mensch aber, der sie fordert, wird sie nicht erlangen.“
Bertrand Russell

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Es ist eine Sache,
sich in sein Los zu schicken,
und eine andere
sich schicken zu lassen.

Bert Berkensträter

Ich wünsche Ihnen liebe Leserin, lieber Lesern, dass Sie ungerechten Forderungen, von wem auch immer sie kommen mögen, standhalten – und das nicht nur an diesem Wochenende.

Ihr/Euer

Gerd Taron

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