Freischwimmen – Anne M. Pützer

FREISCHWIMMEN.

Ich gleite sachte ins Wasser
und stoße mich ab vom sicheren Ufer…
hinein, in das, was man Leben nennt.
Ich mache meine ersten vorsichtigen Züge
in kaltes, unbekanntes Gebiet.
Es sind Versuche,
wie ein routinierter Schwimmer zu wirken.
Nach kurzer Distanz schon
schaue ich mich um
und sehe mein bisheriges,
mir Sicherheit vorgaukelndes Land,
entschwinden.
Soll ich wieder umkehren?
Oder lieber doch weiter schwimmen?
Ich zögere.
Dann atme ich tief durch
und gleite weiter.
ICH SCHWIMME MICH FREI.

Immer wieder sehe ich zurück,
auch mal zu den Seiten hin.
Da ist nichts mehr,
an das ich mich festhalten könnte.
Kein rettendes Land,
kein Geländer,
keine ausgestreckte Hand.
Ich muss es aus eigener Kraft schaffen.
Irgendwann fühle ich meine Kräfte schwinden.
Ich strampele, schlage um mich,
gehe unter.
Hilfe, ich ertrinke!
Doch ich komme wieder hoch,
schnappe nach Luft, atme durch.
Gleite weiter.
ICH SCHWIMME MICH FREI.

Kilometer um Kilometer,
Jahr um Jahr,
lege ich zurück.
Ich verliere die Angst vor der Tiefe unter mir
und fühle wachsende Seelenstärke.
Der stete Wille treibt mich voran,
und meine Neugier
ist mir bleibende Motivation.
Will soviel Neues kennen lernen,
Wissen mir aneignen
und Erfahrungen sammeln.
Ich gleite weiter..
Zufriedenheit atmend,
ein langes Lebenswasser mir wünschend.
ICH SCHWIMME MICH FREI:

(C)Anne M. Pützer

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Foto: Anne M. Pützer

 

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