Garten des Lebens – Literarischer Wochenendgruß vom 27.06.14

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

Sommerzeit ist Gartenzeit. Wer jetzt durch die Gegend zieht, sieht überall oft farbenfrohe Gärten. Alles steht in dieser Jahreszeit in voller Blüte. Ich erfreue mich an dem Geschick der vielen Hobby-Gärtner, an den schönen Fotos, die ich immer wieder zu sehen bekomme.

Zeit für mich dem Garten auch einmal als Thema für die neue Ausgabe in den Mittelpunkt zu stellen.

Diese Ausgabe ist einer sehr lieben Freundin gewidmet, die an diesem Tag ihren Geburtstag feiert. Sie hat vor einem Jahr ihr Erstlingswerk „Die unverstandenen Geschenke des Lebens“ veröffentlicht. Ihre Erlebnis-Lesungen über ihr Buch sind immer etwas Besonderes. Mit ihr und ihrem Mann verbindet mich seitdem eine enge Freundschaft.

In ihrem Buch spielt auch ein Garten eine besondere Rolle. Weitere Informationen finden Sie am Ende dieses Wochenendgrußes.

Von Hans Joerg Kampfenkel gibt es dazu wie es zu schöner Gewohnheit geworden ist wieder wunderschöne Fotos.

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Lächle,
denn es gibt einen Frühling in deinem Garten,
der die Blüten bringt,
einen Sommer, der die Blätter tanzen und einen Herbst,
der die Früchte reifen lässt.

[Arabisches Sprichwort]

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel
Der schöne Garten (Auszüge)

Von blühenden Fruchtbäumen schimmert
Der Garten, die kreuzende Gänge
Mit roter Dunkelheit füllen;
Und Zephyr gaukelt umher,
Treibt Wolken von Blüten zur Höhe,
Die sich ergießen und regnen. –
Zwar hat hier Wollust und Hochmut
Nicht Nahrung von Mohren entlehnt
Und sie gepflanzet; nicht Myrten,
Nicht Aloen blicken durchs Fenster –
Das nützliche Schöne vergnüget

Hier reicht mir die blaue Jacinthe
Den Kelch voll kühler Gerüche:
Es steigt unsehbarer Regen
Von lieblichen Düften zur Höhe,
Und füllt die Lüfte mit Balsam.
Die Nachtviole läßt immer
Die stolzeren Blumen den Duft
Verhauchen; sie schließen bedächtig
Ihn ein, im Vorsatz, den Abend
Noch über den Tag zu verschönen! –
Seht hin, wie brüstet der Pfau
Sich dort am farbigen Beete,
Voll Eifersucht über die Kleidung
Der fröhlichen Blumen stolziert er,
Kreist rauschend den grünlichen Schweif
….
Ewald Christian von Kleist (1715 – 1759 – Dichter und preußischer Offizier)
Entdeckt in einem Buch „Lieder und Gedichte aus vier Jahrhunderten“ aus den 1950er Jahren

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

 

Das Leben ist ein wunderschöner Garten,
aber die meisten Leute verbringen ihre Zeit damit,
einen Zaun darum herum zu bauen.

Pavel Kosarin

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel
Den Garten des Paradieses betritt man nicht mit den Füssen,
sondern mit dem Herzen.

Bernhard von Clairvaux

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel
Warte, bis du in dich selber blickst –
Erkenne, was dort wächst.
O Suchender.
Ein Blatt in diesem Garten
Bedeutet mehr als alle Blätter,
Die im Paradies du findest!

Rumi, Das Lied der Liebe

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel
Der alte Garten

Kaiserkron‘ und Päonien rot,
Die müssen verzaubert sein,
Denn Vater und Mutter sind lange tot,
Was blühn sie hier so allein?

Der Springbrunn plaudert noch immerfort
Von der alten schönen Zeit,
Eine Frau sitzt eingeschlafen dort,
Ihre Locken bedecken ihr Kleid.

Sie hat eine Laute in der Hand,
Als ob sie im Schlafe spricht,
Mir ist, als hätt‘ ich sie sonst gekannt. –
Still, geh vorbei und weck sie nicht!

Und wenn es dunkelt das Tal entlang,
Streift sie die Saiten sacht,
Da gibt’s einen wunderbaren Klang
Durch den Garten die ganze Nacht.

Joseph von Eichendorff

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel
Ich wünsche allen schöne Gedanken bei ihrem Streifzug durch den Garten ihres Lebens an diesem Wochenende. Vielleicht haben Sie die Gelegenheit einen schönen Garten aufzusuchen oder Sie nennen einen solchen sogar ihr eigen.

Ihr/Euer

Gerd Taron
Und hier wie eingangs erwähnt weitere Informationen über das Buch „Die unverstandenen Geschenke des Lebens“ und vor allem über die Autorin Karin Schmitt:

http://www.karin-schmitt.eu/
Und wer „unternehmungslustig“ ist und noch keine besonderen Pläne für dieses Wochenende hat, seien die nachstehenden Veranstaltungen empfohlen:

Freitag, 27. Juni 2014 – Beginn 19.30 Uhr
im Café Lounge Jasmin in Frankfurt-Fechenheim, Alt-Fechenheim 94

„Herrlichste, beste, erste aller Frauen….“ (Iwan Gontscharow)- Frauenporträts aus Literatur und Geschichte, humorvoll vorgestellt von Viktoria Vonseelen. (www.viktoria-vonseelen.de )
Samstag, 28.06.14 – Beginn: 15:00 Uhr

Literarischer Spaziergang mit Gerd Taron
Treffpunkt: Parkplatz Rettershof Kelkheim-Fischbach
Kostenbeitrag: 5 Euro
Thema: Gedichte und Geschichten rund um den Sommer

Sonntag, 29.06.2014 – Beginn: 15:30 Uhr
Literarischer Nachmittag im Café Lounge Jasmin in Frankfurt-Fechenheim, Alt-Fechenheim 94
Gedichte & Geschichten zum Thema Sommer mit Gerd Taron
Eintritt frei – um eine Spende wird gebeten.

 

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