Vom Schein und Sein – Literarischer Wochenendgruß vom 11.04.14

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Wochenendgrußes,

vor einigen Tagen erhielt ich von einem lieben Menschen das folgende Zitat zugesandt:

„Wenn Menschen glauben, Sie wären ein Diamant – dann täuschen Sie andere.
In der Realität sind sie ein einfacher Stein aus Glas ohne Glanz. Menschlich
ohne Wert & Wärme – leider trifft man diese mehr und mehr in der Gesellschaft & noch öfter im Business.“

Marlis M. Shafi
Diese Worte haben mich nachdenklich gemacht. Wie oft erlebe ich es in meinem Alltag, dass Menschen etwas vorgeben, was sie bei näherer Betrachtung nicht sind. Dies ist nicht nur in der virtuellen Welt so, sondern im ganz normalen Leben. Mann/Frau begegnet ihnen immer wieder und überall und auf verschiedenen Ebenen.

Ich frage mich, warum agieren Menschen so? Auf literarischem Wege versuche ich dem näher zu kommen, wie aus den folgenden Texten (hoffentlich) zu entnehmen ist.

Die Fotos von Hans Joerg Kampfenkel sollen das Thema auch bildlich vertiefen.

1402_Feb(9) 089_1-03

Foto: Hans Joerg Kampfenkel

„Bevor man nur noch ein Schatten seiner selbst ist, sollte man mal aus anderen Perspektiven auf sein Leben schauen.“
Autor unbekannt

1403_März(2) 120_1-03

Foto: Hans Joerg Kampfenkel
Wahr ist das Meer,
wahr ist das Gebirge,
wahr der Stein,
wahr der Grashalm
aber der Mensch?
Es ist immer maskiert,
auch wenn er es nicht will
und nicht weiß.

Luigi Pirandello

1403_März(3) 006_1-03

Foto: Hans Joerg Kampfenkel
Der Wahnsinn

Sie muß immer sinnen: Ich bin … ich bin …
Wer bist du denn, Marie?
Eine Königin, eine Königin!
In die Kniee vor mir, in die Knie!

Sie muß immer weinen: Ich war … ich war …
Wer warst du denn, Marie?
Ein Niemandskind, ganz arm und bar,
und ich kann dir nicht sagen wie.

Und wurdest aus einem solchen Kind
eine Fürstin, vor der man kniet?
Weil die Dinge alle anders sind,
als man sie beim Betteln sieht.

So haben dich die Dinge groß gemacht,
und kannst du noch sagen wann?
Eine Nacht, eine Nacht, über eine Nacht, –
und sie sprachen mich anders an.
Ich trat in die Gasse hinaus und sieh:
die ist wie mit Saiten bespannt;
da wurde Marie Melodie, Melodie …
Und tanzte von Rand zur Rand.
Die Leute schlichen so ängstlich hin,
wie hart an die Häuser gepflanzt, –
denn das darf doch nur eine Königin,
daß sie tanzt in den Gassen tanzt! ….

Rainer Maria Rilke

1403_März(8) 048-03

Foto: Hans Joerg Kampfenkel
ICH BIN ANDERS.

Ich bin anders.
Laufe nicht mit der Herde.
Bin keine Massenware.
Ich bin nicht gleichförmig,
nicht angepasst,
nicht gehorsam.
Ich lass mich nicht anketten,
nicht beeinflussen,
nicht erziehen,
nicht umdrehen.

Ich habe meinen eigenen Kopf,
meinen eigenen Willen,
meine eigene Meinung.
Ich bin ein Individualist.
Ich kenne mich…und meinen Weg.

(C) Anne M. Pützer
Ich wünsche mir, dass ich Menschen begegne, die mit ihrem Leben das ausstrahlen, was sie nach innen und außen sind und sein möchten.
Lassen Sie uns, nicht nur an diesem Wochenende, einander ohne Maske gegenüber treten. Dann sind wir wirklich so schön wie ein echter Diamant.
Ihr/Euer
Gerd Taron

 

 

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