Keine Zeit haben – Literarischer Wochenendgruß vom 28.03.14

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

geht es Ihnen oft auch so, dass Ihnen die Zeit davon „läuft“? Dass Ihnen Zeit fehlt und Sie vor lauter Hektik glauben, keine Zeit zu haben?

Dabei ist für jeden von uns die Zeit gleich lang oder kurz: 365 Tage hat das Jahr, 24 Stunden ein Tag, 60 Sekunden eine Minute.

Warum glauben wir, der Zeit hinterher rennen zu müssen? Wo bleibt die Zeit für Muße und Besinnung? Sind wir nicht mehr in der Balance mit unserer persönlichen Zeit?

An diesem Sonntag werden in Deutschland und anderen Ländern wieder die Uhren umgestellt. Es wird uns eine Stunde „gestohlen“. Aber keine Angst: Ende Oktober bekommen wir sie dank gesetzlicher Verordnungen wieder zurück.

Die heutige Ausgabe beschäftigt sich mit dem Phänomen „Zeít“ aus verschiedenen Blickwinkeln. Hans Jörg Kampfenkel stellt wieder einige seiner schönsten Fotos zur Verfügung.

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel
Überlaß es der Zeit

Erscheint dir etwas unerhört,
Bist du tiefsten Herzens empört,
Bäume nicht auf, versuch’s nicht mit Streit,
Berühr es nicht, überlaß es der Zeit.
Am ersten Tag wirst du feige dich schelten,
Am zweiten läßt du dein Schweigen schon gelten,
Am dritten hast du’s überwunden,
Alles ist wichtig nur auf Stunden,
Ärger ist Zehrer und Lebensvergifter,
Zeit ist Balsam und Friedensstifter.

Theodor Fontane

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

 

Wir laufen durch die Zeit,
um uns selbst zu finden.
Und stehen wir vor dem Ziel,
ist es nicht immer das,
was wir uns erhofft haben.

Damaris Wieser

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel

Alles hat seine Zeit.
Es gibt eine Zeit,
Dinge in die Hand zu nehmen,
und eine Zeit,
Dinge aus der Hand zu legen.

 

Hugh Prater

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel
Warum?

Für uns Menschen zählt im Leben
alles nur nach Sinn und Zweck,
und die vielen, vielen Sorgen
nehmen uns das Lachen weg.
Mühsam planen wir und rennen
um ein kleines Stückchen Glück,
ohne dabei zu erkennen,
dass solch´ Dasein uns erdrückt.

Tiere stellen keine Fragen
nach dem Sinn und dem Warum,
sie verstehen stumm zu tragen,
doch wir halten sie für dumm.
Weil wir werten, weil wir richten
und nicht unserm Schöpfer trau‘n,
werden wir die Welt vernichten,
statt sie helfen aufzubau´n.

Dabei müssten wir nur leben
voller Inbrunst jeden Tag.
Denen Kraft und Hoffnung geben,
die vom Schicksal schwer geplagt.
Nicht verbessern und verändern
müssen wir den Lauf der Welt.
Die ruht fest in Gottes Händen –
unsre Herzen sind entstellt!

Auszüge aus einem Lied von Karin Schneider-Jundt, die den Text und eine Melodie dazu geschrieben hat.

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel
Einmal nicht der Zeit nachjagen. Keine Ziele verfolgen, keine Bedenken hegen. Nicht nach Sinn und Nutzen fragen. Nicht planen, nicht hasten. Einfach nur den Moment genießen.

(Jochen Mariss)

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Foto: Hans Joerg Kampfenkel
Alle Zeit,
die nicht mit dem Herzen
wahrgenommen wird – ist so
verloren
wie die Farben
des Regenbogens
für einen Blinden
oder das Lied
eines Vogels
für einen Tauben

(Michael Ende)

Ich wünsche Ihnen viel Zeit für sich – für ruhige Momente und Stunden des Genießens, alleine oder in Gemeinschaft mit anderen.

Ihr/Euer

Gerd Taron

PS. Vielleicht nehmen Sie sich die Zeit am Wochenende an einem meiner Veranstaltungen dabei zu sein – ich würde mich freuen:

Samstag, 29.03. um 15:00 Uhr Literarischer Spaziergang
Treffpunkt: Kelkheim-Fischbach, Langstraße 17, Fahrschule t 8
Thema: Der Frühling ist da! Literarisches rund um den Frühling.
Sonntag, 30.03 um 15:00 Uhr Literarischer Nachmittag,
im Café Lounge Jasmin, Frankfurt-Fechenheim, Alt-Fechenheim 94
Thema: Alles Goethe oder was? Literarisches aus der Zeit der Romantik
Alle Fotos: Hans Joerg Kampfenkel – Wiedergabe nur mit Genehmigung gestattet.

 

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