Berauscht sein – Literarischer Wochenendgruß vom 14.03.14

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

 

zu Beginn dieser Woche las ich in einer großen deutschen Tageszeitung einen Artikel über die Modedrogen „Speed“ und „Crystal“. Laut einer Studie werden diese Drogen nicht nur von Schülern, sondern sehr oft auch von Berufstätigen, Müttern und Vätern genommen.

 

Dort heißt es in einem Zitat von einem Konsumenten, warum er diese Drogen nimmt:

 

„Um wach zu bleiben, weil es leistungsfördernd ist, mehr Leistung heißt mehr Geld. Um zu beweisen, dass ich auch mit 54 noch fit bin für den Arbeitsmarkt.“

 

Diese Aussage und die weiteren Ausführungen haben mich sehr betroffen gemacht.

 

In was für einer Welt leben wir? Ist der Mensch nur noch da, um zu funktionieren? Ist das Streben nach materiellem Reichtum erstrebenswert? Ist das Leben unter diesen Umständen noch lebenswert?

 

Antworten können uns möglicherweise die nachfolgenden Zitate geben. Sie mögen kleine Gedanken-Anstöße sein. Vielleicht führen sie zu einem Um-Denken und Nach-Denken.

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Foto: Hans Jörg Kampfenkel

Der moderne Mensch wird in einem Tätigkeitstaumel gehalten, damit er nicht zum Nachdenken über den Sinn seines Lebens und der Welt kommt.

Albert Schweitzer

Das Leben besteht aus mehr, als immer nur die Geschwindigkeit zu erhöhen.

Mahatma Gandhi

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Foto: Hans Jörg Kampfenkel

Menschen, die nach immer größerem Reichtum jagen, ohne sich jemals Zeit zu gönnen, ihn zu genießen, sind wie Hungrige, die immerfort kochen, sich aber nie zu Tische setzen.

Marie von Ebner-Eschenbach

Wer nur um Gewinn kämpft, erntet nichts, wofür es sich lohnt zu leben.

(Antoine de Saint-Exupery)

 

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Foto: Hans Jörg Kampfenkel

Je reicher die Menschen sind,
desto eher betrachten sie ihre Privilegien und Vorzüge
als eine Selbstverständlichkeit.

Wenn wir uns bester Gesundheit erfreuen
und das Leben uns zudem mit vielen günstigen
Gelegenheiten beschenkt,
nehmen wir diese wahrscheinlich ebenfalls für selbstverständlich,
was nicht gerade unsere Zufriedenheit mehrt.

Zufriedenheit wächst vielmehr aus der Dankbarkeit,
die wir für alle positiven Lebensumstände fühlen.

Wir können nirgendwo zu Hause sein,
wenn wir uns nicht selbst Zuflucht und Heimat sein können,
wenn wir uns nicht entspannen, in uns keine Ruhe finden.

Wo unser Herz ist, fühlen wir uns zu Hause,
nicht wo unser Körper ist.

Deswegen sind wir endlich zu Hause angekommen,
sobald wir unser Herz öffnen,
sobald wir ein Gefühl liebevoller Wertschätzung spüren,
sobald wir dankbar, zufrieden, erleichtert und sorglos sind.

Wenn wir uns so fühlen,
sind wir überall auf diesem Erdball,
ja im ganzen weiten Universum zu Hause.

Ayya Khema

Mit einem Zitat von Dietrich Bonhoeffer möchte ich diesen Wochenengruß beschließen:

Es gibt erfülltes Leben trotz vieler unerfüllter Wünsche.

Dietrich Bonhoeffer

Möge Ihnen allen dieses Wochenende dazu dienen zur Ruhe zu kommen, die Lebensgeschwindigkeit wieder in gesunde Bahnen zu lenken.

Ihr/Euer

 

Gerd Taron

Alle Fotos sind urheberrechtlich geschützt. Wiedergabe nur mit ausdrücklicher Genehmigung gestattet!

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Ein Kommentar zu “Berauscht sein – Literarischer Wochenendgruß vom 14.03.14

  1. Xeniana sagt:

    Besonders dieser Spruch von Albert Schweitzer macht mich immer wieder betroffen.

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