Ewigkeit – Literarischer Wochenendgruß vom 22.11.13

Liebe Freunde des literarischen Wochenendgrußes,

am kommenden Sonntag feiern die evangelischen Christen den Totensonntag bzw. Ewigkeitssonntag. Es ist der letzte Sonntag des Kirchenjahres vor der beginnenden Adventszeit.

Für mich ist das die Gelegenheit, sich mit dem Thema „Ewigkeit“ einmal näher zu beschäftigen. Was bedeutet für mich der Tod? Gibt es ein Leben danach? Was ist eigentlich „ewiges Leben“. Dieser Wochenendgruß kann und möchte keine Antwort darauf geben.

Die ausgewählten Texte mögen eine Hinführung sein, sich persönlich mit dem Thema Ewigkeit und Tod auseinanderzusetzen. Die Fotos hat wieder Marina Rupprecht dazu beigetragen.

Nichts Irdisches ist ewig,

aber alles irdische kann Sinnbild des Ewigen werden.

 

Autor unbekannt

 

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Ich weiß, daß ich bald sterben muß.

Es leuchten doch alle Bäume

nach langersehntem Julikuß –

Fahl werden meine Träume –

Nie dichtete ich einen trüberen Schluß

In den Büchern meiner Reime.

Eine Blume brichst du mir zum Gruß –

Ich liebte sie schon im Keime.

Doch ich weiß, daß ich bald sterben muß

Mein Odem schwebt über Gottes Fluß –

Ich setzte leise meinen Fuß

auf den Pfad zum ewigen Heime.

 

Else Lasker-Schüler

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An den Zweigen meines verwundeten Lebens

hängen Tränen.

Einsam bin ich – enttäuscht und ganz allein.

Ich habe nur noch meine Sehnsucht.

Doch was sehe ich durch meine verweinten Augen?

Das zarte Grün einer schwachen Hoffnung

im Grau meiner Einsamkeit?

Will ich glauben, was die Schrift mir sagt:

„… sicher gibt es eine Zukunft,

deine Hoffnung wird nicht zerschlagen“

 

nach Sprüche 33, Vers 18

 

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Blume Anmut

 

Blume Anmut blüht so rot,

Blume Huldvoll blaut daneben,

Blume Anmut ist das Leben,

Blume Huldvoll ist der Tod.

Süß und herbe ist das Leben,

Herb die Lust und süß die Not.

Blume Leben blüht so rot;

Blume Tod blüht blau daneben.

 

Wolfgang Borchert

 

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Ich wage es,

mir mein Altwerden und Sterben vorzustellen;

nicht zu verdrängen,

was so unaufhaltsam auf mich zukommt.

Die Unfähigkeiten, die Schmerzen,

die Nöte und Schwierigkeiten will ich ansehen.

Ich weiß, dass alles seine Bedeutung hat

und zum Leben gehört.

 

In der begrenzten Zeit, die ich habe,

wird alles wertvoller,

und ich entdecke klarer,

was ich wirklich will.

 

Auch diesmal bereichert mich das Wagnis

Und macht mich weiser.

 

Ulrich Schaffer

 

Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben ein Wochenende voller Hoffnung.

Mit literarischen Grüßen

Ihr/Euer

Gerd Taron

Alle Fotos: Marina Rupprecht – Wiedergabe nur mit Genehmigung gestattet.

PS: Am kommenden Sonntag, 24.11. ist Einsendeschluss für die Aktion „Mein Weihnachtsgedicht 2013“. Wer also noch ein schönes Gedicht hat, möge es mir bitte zusenden.

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Ein Kommentar zu “Ewigkeit – Literarischer Wochenendgruß vom 22.11.13

  1. Marina's illustration sagt:

    Hat dies auf N'achACHTcafé rebloggt und kommentierte:
    Goethe sagte mal…
    Ales dies Vorübergehende lassen wir uns gefallen. Bleibt uns nur das Ewige jeden Augenblick gegenwärtig, so leiden wir nicht an der vergänglichen Zeit.

    – Johann Wolfgang von Goethe –

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