Herbstgold – Literarischer Wochenendgruß vom 20.09.13

Liebe Literaturfreunde und Freunde schöner Fotografie,

 

der Herbst ist gekommen. Eine Jahreszeit die uns mit ihren leuchtenden Farben beglückt. Zeit auch, ein wenig zur Besinnung zu kommen. Die Natur beginnt sich der Ruhe hinzugeben.

 

Es gibt so viele schöne Gedichte zum Herbst. Einige davon habe ich ausgewählt und mit den wunderschönen Fotos von Marina Rupprecht zusammengestellt.

 

Nehmen Sie sich die Zeit, das Gedicht und das jeweilige Foto zu betrachten. Ich wünsche Ihnen dabei wohltuende Gedanken für Geist und Seele.

 

 

 

Im September ist alles aus Gold:
Die Sonne, die durch das Blau hinrollt,
Das Stoppelfeld,
Die Sonnenblume, schläfrig am Zaun,
Das Kreuz auf der Kirche,
Der Apfel am Baum.
Ob er hält? Ob er fällt?
Da wirft ihn geschwind
Der Wind in die goldene Welt.

 

Georg Britting

 

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Herbstbild

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
denn heute löst sich von den Zweigen nur,
was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.

Friedrich Hebbel

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Herbst

 

O du wunderschöner Herbst,

Wie du die Blätter golden färbst,

Deiner reinen Luft, so klar und still.

Noch einmal ich freuen mich will.

 

Ich geh’ den Wald, den Weiher entlang;

Es schweigt das Leben, es schweigt Gesang,

Ich hemme den Schritt, ich hemme den Lauf –

Erinnerungen ziehen herauf.

 

Erinnerungen sehen mich an,

Haben es wohl auch sonst getan.

Nur eins hält nicht mehr damit Schritt:

Lachende Zukunft geht nicht mehr mit.

 

Vergangenheit hält mich in ihrem Bann,

Vergangenheit hat mir’s angetan;

Den Blick in den Herbst, den hab ich frei,

Den Blick in den Herbst. Aber der Mai? –

 

Theodor Fontane

 

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Septembermorgen

Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.

Eduard Mörike (1827)

 

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Herbstgefühl

 

Fetter grüne, du Laub,

Am Rebengeländer

Hier meine Fenster herauf!

Gedrängter quellet,

Zwillingsbeeren, und reifet

Schneller und glänzend voller!

Euch brütet der Mutter Sonne

Scheideblick, euch umsäuselt

Des holden Himmels

Fruchtender Fülle;

Euch kühlet des Mondes

Freundlicher Zauberhauch,

Und euch betauen, ach!

Aus diesen Augen

Der ewig belebenden Liebe

Vollschwendende Tränen.

 

Johann Wolfgang von Goethe

 

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Ein erholsames sonniges Herbstwochenende wünscht allen

 

Ihr/Euer

 

Gerd Taron

 

Alle Fotos: Marina Rupprecht – Wiedergabe nur mit Genehmigung gestattet

Gerd Taron 

Taron-Antiquariat
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