Frei sein wie ein Vogel – Gedanken zu einem Kirchenfenster von St. Stephan in Mainz

 

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Das West-Fenster in der Kirche von St. Stephan in Mainz – geschaffen von Charles Marq,. einem väterlichen Freund von Marc Chagall

Foto: Gerd Taron

Vor etwa 3 Jahren war ich zum ersten Mal in der Kirche St. Stephan und habe die wunderschönen  Fenster bewundert.

Es war ein trüber November-Tag. Ich selbst befand mich in jenen Tagen in einer schwierigen Lebenssituation. Ich betrachtete eines dieser so großartigen Kunstwerke. Das Glasfenster mit den Vögeln faszinierte mich besonders.

Was will mir dieses Fenster sagen? Was bedeutet es für mich persönlich? Wie wird mein Leben in Zukunft aussehen? Werde ich bald auch meine Lebensflügel so unbeschwert in die Lüfte erheben können? Was wird sein?

Heute war ich wieder an diesem Ort. Nicht zum ersten Mal in den vergangenen drei Jahre. Aber heute war alles anders. Es war ein wunderschöner sonniger Spätsommertag am Morgen.

Ich schaute wieder auf dieses Fenster. Wie war mein Leben zwischenzeitlich verlaufen? Hat sich mein Wunsch vom jenen tristen November-Tag erfüllt. Ja, das kann ich aus tiefstem Herzen bejahen. Mir sind neue Lebensflügel erwachsen. Ich bin umringt von vielen lieben anderen Vögeln (Menschen), die mit mir mein Leben jeder auf seine Weise teilen. Jeder ist anders und einzigartig. Dies hatte der Führer, Monsignore Mayer, so schön erklärt.

Gemeinsam, Seite an Seite, fliegen wir durch die Lüfte. Mal ist der eine vorne, mal der andere, mal fliegt der andere mir Dir Seite an Seite, mal ein anderer– so wie bei den Zugvögeln, die sich jetzt auf den Weg in wärmere Gefilde machen.

Ich danke Gott für die Freiheit, die mir neu geschenkt wurde und vor allem für die lieben Menschen, die mit mir durch manche Tiefen und Höhen gegangen sind.

Lasst uns weiter gemeinsam durch die Lüfte fliegen – so frei und unbeschwert wie die Vögel auf diesem Kirchenfenster in St. Stephan!

Gerd Taron

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