Steine – Ins Rollen bringen – Literarischer Wochenendgruß vom 23.08.13

Liebe Literatur- und Fotofreunde,

wir alle kennen die Redewendung „einen Stein ins Rollen bringen“. Mit diesem Sprichwort verbinden wir meist die Aufforderung an uns, etwas in Bewegung zu setzen, aufzubrechen, etwas zu ändern.

Wenn wir an Steine denken, sehen wir sie oft als häufig ungeschliffen, mit Ecken und Kanten. Aber können Steine rollen?

Marina Rupprecht, die den Wochenendgruß seit einiger Zeit fotografisch begleitet, hat sich in den vergangenen Tagen auf den Weg gemacht, Steine ins Rollen zu bringen.

Einige ihrer schönsten Fotos möchte ich in dieser Ausgabe mit meinen eigenen Gedanken versehen.

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Hier ist ein Stein, einer mit Markierungen, der seine Einkerbungen durch viele Jahre seines Daseins bekommen hat. Er hat viel erlebt – getragen, ertragen. Er ist abgeschliffen. Aber ist er auch abgenutzt? Kann er sich wieder neu in Bewegung zu setzen?

Verfolgen wir unseren Stein doch einmal ein kleines Stück seines Weges, schauen wir auf den Beginn neuer Möglichkeiten.

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 Da gibt es noch andere Steine – Steine die keine Mauerblümchen sind. Steine, die andere kleine Steine in sich aufgenommen haben. Sie liegen vor einer großen Mauer. Unüberwindbar?

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 Ein Stein, der sich in Bewegung setzen möchte, ist nicht allein. Er sucht sich einen Partner, der mit ihm gemeinsam losrollen möchte. So unterschiedlich wie die beiden sind – ist das möglich?

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 Komm! Lass uns Mauern überwinden und neue Wege beschreiten!

 Wir sind unterschiedlich, im Aussehen, in mancherlei Ansichten. Aber das macht uns so wertvoll – mit unserer Einzigartigkeit .gemeinsam loszurollen.

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Ja, es geht doch! Wir sind gemeinsam stark. Wir schaffen es! Seien wir auch noch so klein – wir überwinden Mauern, wo dann keine mehr sind. Wir rollen auf neuen Wegen durch das Leben. Auf Wegen, die bisher noch keiner so gesehen hat und gegangen ist..

Mit diesen Gedankenanstößen in Wort und Bild wünsche ich, dass Ihr Leben neue Impulse bekommt.

Lassen Sie Ihren Gedanken freien Lauf an diesem Wochenende. Suchen Sie sich Menschen, die mit Ihnen etwas in Bewegung setzen, den Stein ins Rollen bringen.

Ein erholsames Wochenende wünscht Ihnen/Euch

Gerd Taron

Fotos. Marina Rupprecht

Text: Gerd Taron

Wiedergabe nur mit Genehmigung der Autoren gestattet.

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Wenn die Sonne erwacht über den Taunus-Bergen

Ein Sonnenaufgang auf dem Atzelberg-Turm

 

Es ist Donnerstagmorgen kurz vor 6 Uhr morgens. Am Tag vorher habe ich mich entschlossen angesichts der günstigen Wetteraussichten etwas Ungewöhnliches zu unternehmen – nicht zum ersten Mal:

Einen Sonnenaufgang auf dem Atzelberg-Turm in Kelkheim-Eppenhain wollite ich diesmal erleben.

Mit dem ersten Bus sollte es losgehen bzw. nach Eppenhain hochfahren. „Mein Dorf“ Fischbach wird langsam wach. Die ersten begeben sich auf den Weg zur Arbeit. Eine klare Vollmond-Nacht liegt hinter mir. Der Mond ist noch zu sehen.

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Vor dem Hanseklinger-Brunnen in Kelkheim-Fischbach

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Nach kurzer Zeit erreiche ich den Ausgangspunkt meiner Traum-Tour. Eppenhain schläft noch. Es ist ruhig. Ich begebe mich auf den mir mittlerweile vertrauten Weg zum Turm. Vor mir zeigt sich der Fernsehturm, der von weiten sichtbar ist.

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Ich bin alleine und genieße die Ruhe, die ich hier oben genießen kann. 151 Stufen führen mich hinauf auf den Turm, dessen Aussichtsplattform auf 533 m Höhe liegt. Es ist 06:30 Uhr. Hinter dem Feldberg und dem Altkönig wird es hell. Wenige Minuten später lugt die Sonne hinter den Bergen hervor. In kurzer Zeit zeigt sich die Sonne von ihrer schönsten Seite und strahlt die Landschaft an.

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Es sind 30 Minuten der Stille und der Beschaulichkeit. Kein Mensch, außer mir, ist auf die Idee gekommen, mir gleich zu tun. Über mir nur einige kaum hörbare Flugzeuge. Ihre Kondensstreifen zeichnen ein schönes Bild am Himmel.

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Nach einer halben Stunde hat die Sonne den Tag erhellt. Ich begebe ich die 151 Stufen wieder hinunter und wandere in Richtung Ruppertshain zum Zauberberg.

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Blick auf Ehlhalten (rechts im Vordergrund), dahinter Niederjosbach. Beide gehören zur Stadt Eppstein.

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Der „Zauberberg“ in Kelkheim-Ruppertshain. Eine wechselhafte Geschichte hat dieser Ort. Im 19. Jahrhundert als Lungenheilstätte erbaut, später im 2. Weltkrieg ein Lazarett. Heute beherbergt der Zauberberg unter anderem verschiedene Künstlerinnen und Künstler, ein italienisches Restaurant und Unternehmen.

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Eine Skulptur am Zauberberg in Kelkheim-Ruppertshain

Über Streuobstwiesen und Pferdeweiden gehe ich genussvoll in den neuen Morgen hinein. Die Äpfelbäume leuchten in dem Morgenlicht und zeigen ihre Pracht.

Im Dorf angekommen, begrüßt mich freudig eine Gänseschar.

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Guten Morgen, Welt – der Tag kann beginnen!

Gerd Taron

Alle Fotos: Gerd Taron

Das zweite Fechenheimer Literaturfestival 2013

Das zweite Fechenheimer Literaturfestival 2013

Ein literarischer Sommertag in Frankfurt-Fechenheim

Hast Du schon gehört? Von meiner lieben Erlebnis-Autorin Karin Schmitt bekam ich in der vergangenen Woche einen Tipp: Am Samstag, 17.08.2013 soll in Frankfurt-Fechenheim ein Literaturfestival stattfinden.

Irgendwie muss mir da etwas durchgegangen sein: Nein, davon hatte ich nichts gelesen oder bemerkt. Das kann und darf bei einem Bücherfreund auch mal passieren, oder? Mann ist ja nicht allwissend.

Ich machte mich auf Entdeckungsreise ins Internet, las etwas von einem Café Lounge Jasmin als Veranstalterin und Veranstaltungsort. Meine Neugierde war geweckt.

Am Samstagmittag begab ich mich auf den Weg in den äußersten Frankfurter Osten. Ich war noch niemals in Fechenheim (in New York war ich auch noch nicht, aber das ist sehr weit weg). Mehr als 20 Jahre lebe ich mittlerweile im Rhein-Main-Gebiet lebe und noch immer sind mir nicht alle Frankfurter Stadtteile bekannt.

Mit dem „Junkie-Express“, der Linie 11, fuhr ich vom Frankfurter Hauptbahnhof bis zur Endhaltestelle „Schießhüttenstraße“ nach Fechenheim. Vorher noch ein Sprung bei meinen Freunden vom „Buchmarkt Hauptbahnhof Frankfurt“ vorbei, um Trost und Ermutigung zu spenden. In einem halben Jahr wird dieser tolle Buchladen auf der B-Ebene des Hauptbahnhofes von „Schmitt & Hahn“ übernommen.

Es war ein herrlicher Sommertag. Zuerst wollte ich in die Atmosphäre dieser besonderen literarischen Veranstaltung eintauchen. Fechenheim, ein altes Fischerdorf, liegt idyllisch am Main.

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Fußgangerbrücke von Fechenheim nach Rumpenheim (Offenbach)

Foto: Gerd Taron

Vom Mainufer ging ich ins alte Fechenheim, dort wo an ungewöhnlichen Orten die verschiedenen Lesungen stattfinden sollten. Ausgangspunkt meiner Entdeckungstour war das Café Lounge Jasmin, dort wo alles begann.

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Das Café Lounge Jasmin in Frankfurt-Fechenheim, Alt Fechenheim 94

Internet: www.cafe-lounge-jasmin.de

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Fotos: Gerd Taron

Im Jahre 2007 hatte Elke Dippel die Idee, Autoren und Künstlern in dem Café ihrer Tochter Jasmin Ehrlich eine Heimat für ihre (noch) unbekannte Werke zu bieten.

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Die Initiatorin und Organisatorin Elke Dippel (rechts) mit den Autoren Jo van Berg (Mitte) und Tanja Fritz (links)

Im vergangenen Jahr wagte es Elke Dippel gemeinsam mit Katja Lehmann und anderen in dem verschlafenen Frankfurter Vorort ein Literaturfestival ins Leben zu rufen. Waren es zunächst noch 22  Autoren im Jahre 2012, kamen diesmal mehr als 51 Autorinnen und Autoren nach Fechenheim, um an ungewöhnlichen Orten, wie  z. B. in einer Metzgerei, einem Friseursalon, einem Kosmetikstudio, einem Eiscafé oder einem Optiker ihre Bücher vorzustellen.

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Die Autorin Ursula Schweiß im „Refugium“ – einem besonderen Kosmetikstudio

Foto: Gerd Taron

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Cornelia Perna, die Inhaberin von „Refugium“

www.kosmetikstudio-refugium.de

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In der Metzgerei „Meisinger“ in Frankfurt-Fechenheim

Foto: Gerd Taron

Bei der großen Vielfalt war es (leider) nicht möglich das ganze Programm persönlich in Augenschein zu nehmen und zu erfassen. Getreu dem Motto „Weniger ist mehr“ beschränkte ich mich notgedrungen.

Die Eindrücke waren so zahlreich, dass auch die Fotos nicht alles aussagen über die wunderschöne Atmosphäre die es gab, nicht nur wegen des tollen Wetters.

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Abendidylle am Main in Frankfurt-Fechenheim

Foto: Gerd Taron

Beeindruckt und inspiriert begab ich mich am Abend auf den Heimweg in meine Taunus-Berge.

Im Sommergärtchen des Café Lounge Jasmin ließ ich den genussvollen literarischen Tag bei selbst hergestellten Flammkuchen und schöner Musik mit René Moreno und Achim Seewald ausklingen.

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René Moreno und Achim Seewald im Sommergärtchen von Café Lounge Jasmin

Internet: www.renemoreno.de

Fechenheim – ich komme wieder! Nicht nur wegen des Literaturfestivals im nächsten Jahr.

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Alle Fotos und Text: Gerd Taron: – Wiedergabe und Weiterverwendung nur mit Genehmigung gestattet.

Steine – Zeichen der Lebendigkeit – Literarischer Wochenendgruß vom 16.08.13

Liebe Freunde der Sprache und des Sehens,

 

wenn wir Steine betrachten, kommen sie uns oft als „totes Material“ vor. Dabei übersehen wir oft, dass der Stein, den wir sehen, über viele tausende, ja sogar Millionen von Jahren einen besonderen Lebenszyklus hat. Das Wasser, die Sonne, das Klima zur jeweiligen Zeit hat den Stein zu dem gemacht hat, was wir jetzt anschauen.

 

Verhält sich das mit unserem Leben nicht ähnlich? Sind wir durch unser Leben, durch unsere Erfahrungen, sei es im positiven oder auch im negativen Sinne, abgeschliffen, gereinigt, manchmal gar verunstaltet worden? Gibt es Ecken und Kanten? Oder gehören sie zu unserem Leben, zu uns?

 

Und wenn wir unser Leben und uns selbst dann genauer betrachten, dürfen wir nicht dann von uns sagen, dass wir ein schöner Stein geworden sind?

 

 

 

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Foto: Marina Rupprecht – „Hühnergötter

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Foto: Marina Rupprecht

 

 

„nur leben

entwirft

vom leben

lebendige

bilder.

 

was schaben,

was pinseln

die maler

auf kirchengerüsten

an toten gemälden?

 

des lebens

und seines fürsten

lebendiges bild

sind frauen

und männer“

 

Kurt Marti

 

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Foto: Marina Rupprecht – „Hühnergötter“

 

„Der Mensch lebt und bestehet

Nur eine kleine Zeit,

und alle Welt vergehet,

mit ihrer Herrlichkeit.

Es ist nur Einer ewig

und an allen Enden

und wir in seinen Händen.“

 

Matthias Claudius

 

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Fotos: Marina Rupprecht

 

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Betrachten Sie sich selbst an diesem Wochenende und ihr Leben aus der Sicht eines Steines. Begeben Sie sich auf Ihre persönliche Stein-Zeit-Reise.

 

Ein Wochenende mit vielen schönen Entdeckungen wünscht

 

Ihnen/Ihr

 

Gerd Taron

Gerd Taron 

Taron-Antiquariat
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