Wasser – Das Meer – unendlich – weit? – Literarischer Wochenendgruß vom 19.07.13

Liebe Literatur- und Fotofreunde in nah und fern,

das Meer – für mich ein Sinnbild von Weite und Unendlichkeit. Wir sehen in die Ferne, in die unendliche Weite des Wassers. Irgendwo dort am Horizont oder hinter den Bergen liegt das wahre Leben – oder vielleicht auch nicht. Wartet dort eine neue, eine andere Welt auf uns?

Machen wir uns auf, entdecken wir die Weite des Meeres. Und kommen in ein uns unbekanntes Land. Vielleicht müssen wir die Landkarte unseres Lebens neu gestalten. Wagen wir es – nur Mut. Wir sind nicht allein.

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Foto: Marina Rupprecht

„Das Licht der Ewigkeit wirft keine Schatten.“

Autor unbekannt

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Foto: Marina Rupprecht

„Kämst du wieder gegangen

über verschlierte Meere

zu einer Müllbergpredigt vielleicht,

das Wasser wieder in Wasser verwandelnd,

aus Betonbelägen Atemwälder erweckend,

die Blut- und Lungentempel säubernd vom Blei,

so red ich,

so red ich,

als wäre mit mir,

als wäre mit uns

schon nicht mehr zu rechnen.“

Kurt Marti

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Foto: Marina Rupprecht

 

„Herr, mein Gott: Wir Menschen und Meere –

sollen wir denn stets zwischen Ebbe und Flut schwingen.“

Helder Camara

 

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Foto: Anne M. Pützer

 

 

„Der Mensch lebt und bestehet

nur eine kleine Zeit,

und alle Welt vergehet

mit ihrer Herrlichkeit.

Es ist nur Einer ewig

und an allen Enden

und wir in seinen Händen.“

Matthias Claudius

 

 

Brechen Sie auf an diesem Wochenende zu Ihrer persönlichen Reise auf das Meer. Ich wünsche Ihnen viele schöne Entdeckungen und lassen Sie Ihre Mitmenschen daran teilhaben.

Mit sommerlichen Grüßen aus dem Taunus

Ihr/Euer

Gerd Taron

 

 

Besonderer Veranstaltungshinweis in eigener Sache:

Am Sonntag, 21.07. findet ab 16:00 Uhr im Hotel Stern Restaurant in Eppstein-Vockenhausen die Reihe „Literatur um 4“ statt. Das Thema lautet  Sommer und Urlaub..

Nada Nagel und ich freuen uns auf Ihren/Euren Besuch.

 

Gerd Taron 

Taron-Antiquariat
Langstraße 30

65779 Kelkheim-Fischbach
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Ich gehöre keinem – Asa Linderborg – Buchempfehlung

Dieses  Buch hatte ich vor kurzem mir aus unserer Stadtbücherei ausgeliehen. Es ist eine sehr ergreifende und berührende Geschichte und möchte daher dieses Buch weiter empfehlen. Leider ist es im Buchhandel nicht mehr erhältlich.

 „Meine Kindheit war völlig anders als die anderer Kinder. Aber das war nicht nur die Schuld meines Vaters, und ich hätte ohnehin mit niemandem tauschen wollen. Aber wie sollte es mir gelingen, ihn davon zu überzeugen, ohne dass es klang, als versuchte ich, mich selbst davon zu überzeugen?“

Die ergreifende Geschichte einer ungewöhnlichen Vater-Tochter-Beziehung: über das Aufwachsen bei einem zwar liebevollen, aber alkoholkranken und letztlich überforderten, allein erziehenden schwedischen Stahlarbeiter in den 70er Jahren.

Schweden in den siebziger Jahren. Die kleine Åsa lebt allein mit ihrem Vater, dem Stahlarbeiter Leif, in einer kleinen Wohnung im mittelschwedischen Västerås, nachdem die Mutter beide wegen eines anderen Manns verlassen hat. Als die Erzählerin ihre Mutter später darauf anspricht, warum sie sie zurückgelassen habe, entgegnet diese, sie habe dem Vater nicht nehmen wollen, was dieser am meisten liebte. Der Alltag der kleinen Restfamilie gestaltet sich in Folge ziemlich unkonventionell. Die kleine Åsa darf so viele Süßigkeiten essen, wie sie will, überhaupt bleibt es ihr selbst überlassen, sich etwas Essbares zu besorgen, das Beziehen von Betten hält Vater Leif für überflüssig, auch Körperhygiene ist nicht seine Stärke. Gegessen wird bei den Großeltern, weil das Geld bis zum Monatsende nicht reicht. Der Grund für die Finanzsorgen: Leif ist zwar ein pflichtbewusster und kompetenter Facharbeiter, der gut verdient, aber er ist auch Alkoholiker, der den Großteil seines Geldes in die Sucht steckt.

Die besondere Qualität von Linderborgs ungewöhnlichem Buch liegt im Erzählton der Autorin. Hier wird nichts verherrlicht, aber auch nicht verurteilt. Das Leben des Vaters war weder falsch noch richtig, es war widersprüchlich, chaotisch, verantwortungslos und liebevoll, alles zugleich. Manches ist traurig, aber das Tragische wird immer wieder durch Humor aufgewogen. Die 1968 geborene Autorin zeigt uns eine Welt, in der politische Identität noch keine hohle Phrase war, sondern etwas, was man stolz nach außen trug. Mit »Ich gehöre keinem« hat Linderborg ihrem Vater ein würdiges und ergreifendes Denkmal gesetzt.

„Ich fragte Mama, warum ich an jenem Abend, als sie uns verließ, nicht hatte mitgehen dürfen. Sie gab mir immer die gleiche Antwort. Papa tat ihr so leid, dass sie ihm das Schönste schenkte, was sie hatte.“

 

Ich gehöre keinem – Asa Linderborg

ISBN: 3442752337
EAN: 9783442752331

 

Originaltitel: Mig äger ingen.

Übersetzt von Paul Berf
Btb

August 2009 – gebunden – 284 Seiten

Lesung mit Felicitas Hoppe in der Kulturgemeinde Kelkheim am 02.07.13

 

Felicitas Hoppe zu Gast in der Kulturgemeinde Kelkheim

am 02.07.2013 im Kulturbahnhof Kelkheim-Münster

Eine besondere Lesung mit einer besonderen Schriftstellerin

 „Ich wollte nie eine Schriftstellerin werden, ich war es von Anfang an.“

Mit diesem ungewöhnlichen Zitat von Felicitas Hoppe über sich selbst begann eine abwechslungsreiche und amüsante Lesung unter der Leitung von Frau Dr. Regina Krause von der Kulturgemeinde Kelkheim.

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Dr. Regina Krause (Leiterin der Lesungen der Kulturgemeinde Kelkheim) mit der  Autorin Felicitas Hoppe

Aus Ihrem letzten Buch „Hoppe“, eine Traum- bzw. Wunschbiografie, dürften sich die zahlreich erschienen Zuhörerinnen und Zuhörer (ja, es waren auch einige Männer anwesend!) einige Kostproben Ihres schriftstellerischen Könnens anhören.

Ihr Ausflug durch ihr Buch umfasste insgesamt 3 Teile.

Teil 1 beschreibt unter dem Titel „Die kanadischen Jahre“ eine Auswanderung nach Kanada, wobei ein Rucksack, ein Puck und der Eishockey-Star Wayne Gretzky eine besondere Rolle spielen. Auch nicht vorhandene und erfundene Geschwister sind von Bedeutung.

Im 2. Teil wird die Zeit von der Erzählerin Felicitas – eine „rein zufällige“ Namensgleichheit – in Australien anschaulich beschrieben. Mit dem Schiff „Mira Mare“ schippert Felicitas mit ihrem Vater von New York nach Adelaide in Australien.

Dort macht sie Bekanntschaft mit einem blinden jungen Mann namens Johnny Blyton.

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Felicitas Hoppe

Der 3. Teil ist im ebenfalls im neuen Zuhause in Australien angesiedelt. Felicitas ist mittlerweile Anfang 20 und ihr Lebenswunsch ist, Dirigentin zu werden. In der Nähe von Adelaide – in Hahndorf – arbeitet Felicitas als Kellnerin zur Aushilfe auf dem „Hahndorfer Schützenfest“. Hahndorf ist ein Ort, wo sich deutsche Auswanderer angesiedelt haben und die deutsche Kultur pflegen. Dabei kommen dann auch ihre hervorragenden Deutschkenntnisse zur Geltung, wo sie sonst doch nur Englisch spricht.

In der anschließenden Diskussionsrunde erläuterte Frau Hoppe unter anderem die Frage, was sie unter Lüge verstehe. Lüge ist für sie eine vorsätzliche Täuschung. Erfindungen, wie sie zum Beispiel in einem Roman vorkommen, gehörten nicht zur Lüge.

Wie Frau Hoppe denn an einem Verlag gekommen sei? Ganz einfach, so scheint es. Frau Hoppe sandte dem Rowohlt-Verlag unverlangt ein Manuskript zu. Und es trat der für Autoren seltene Glücksfall ein, dass dieses Manuskript sofort angenommen wurde.

Wie erfuhr Frau Hoppe, dass sie den Büchner-Preis bekommen solle? Die Benachrichtigung erfolgte wie so oft bei der Vergabe von Preisen per Telefon.

Spannend auch die Antwort auf die Frage, wie Frau Hoppe zu literarischen Beiträge für ein Mathematik-Buch gekommen sei? Sie wurde von dem bekannten Lernmittel-Verlag Klett angesprochen, ob sie sich vorstellen könne, ein Mathematik-Buch mit einem literarischen Beitrag zu versehen? Das konnte sich Frau Hoppe vorstellen und schrieb zahlreiche Beiträge zu mathematischen Themen.

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Dr. Regina Krause überreicht ein Präsent aus der Region der Autorin

Zum Abschluss noch zwei Zitate von Felicitas Hoppe:

„Wer zögert, verliert.“

und

„Kröne dich selbst – sonst krönt dich keiner.“

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Felicitas Hoppe signiert ihre Bücher

Das Buch ist im Buchhandel erhältlich unter

Titel: Hoppe
Autor/en: Felicitas Hoppe

ISBN: 310032451X
EAN: 9783100324511
im Verlag S. FISCHER

Mai 2012 – gebunden – 336 Seiten

Das Taschenbuch erscheint Ende September 2013 – 9,99 € – eBook: 17,99 € – gebundene Ausgabe: 19,99 €

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                                            Bücher von Felicitas Hoppe

Alle Fotos: Gerd Taron

Porträt Felicitas Hoppe

Felicitas Hoppe, geboren 1960 in Hameln, lebt als Schriftstellerin in Berlin. 1996 erschien ihr Debüt >Picknick der Friseure<, 1999, nach einer Weltreise auf einem Frachtschiff, folgte der Roman >Pigafetta<, 2003 >Paradiese, Übersee<, 2004 >Verbrecher und Versager<, 2006 >Johanna<, 2008 >Iwein Löwenritter<, 2009 >Sieben Schätze< und die Erzählung >Der beste Platz der Welt<, 2010 >Abenteuer – was ist das?<, 2011 >Grünes Ei mit Speck<, eine Übersetzung von Texten des amerikanischen Kinderbuchautors Dr. Seuss, und 2012 der Roman >Hoppe<. Für ihr Werk wurde Felicitas Hoppe mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Aspekte-Literaturpreis, dem Bremer Literaturpreis, dem Roswitha-Preis der Stadt Bad Gandersheim, dem Rattenfänger-Literaturpreis und zuletzt dem Georg-Büchner-Preis. Außerdem Poetikdozenturen und Gastprofessuren in Wiesbaden, Mainz, Augsburg und Göttingen, sowie am Dartmouth College in Hanover, New Hampshire, an der Georgetown University, Washington DC, und in Hamburg.

Weitere Informationen über die Kulturgemeinde und die Lesungen im Internet unter

http://www.kulturgemeinde-kelkheim.de/lesungen/index.html

 

Wasser – Es fließt – Literarischer Wochenendgruß vom 12.07.12

Liebe Leserinnen und Leser, Betrachterinnen und Betrachter,

 

 

zwei Gedichte von Rainer Maria Rilke und die Fotos von Marina Rupprecht stehen diesmal im Mittelpunkt der neuesten Ausgabe des literarischen Wochenendgrußes.

 

 

 

Vor lauter Lauschen und Staunen sei still,

 

du mein tieftiefes Leben,

 

dass du weißt, was der Wind dir will,

 

eh noch die Birken beben.

 

 

 

Und wenn dir einmal das Schweigen sprach,

 

laß deine Sinne besiegen.

 

Jedem Hauche gieb dich, gieb nach,

 

er wird dich lieben und wiegen.

 

 

 

Und dann meine Seele sei weit, sei weit,

 

dass dir das Leben gelinge,

 

breite dich wie ein Feierkleid

 

über die sinnenden Dinge.

 

 

Rainer Maria Rilke

 

 

 

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lle Fotos: Marina Rupprecht (Wiedergabe nur mit Genehmigung gestattet)

 

 

 

Überfliessende Himmel verschwendeter Sterne

 

prachten über der Kümmernis. Statt in die Kissen,

 

weiter hinauf. Hier, an dem weinenden schon,

 

an dem endenden Antlitz,

 

um sich greifend, beginnt der hinreißende

 

Weltraum. Wer unterbricht,

 

wenn du dort hin drängst,

 

die Strömung? Keiner. Es sei denn,

 

dass du plötzlich ringst mit der gewaltigen Richtung

 

jener Gestirne nach dir. Atme.

 

Atme das Dunkel der Erde und wieder

 

aufschau! Wieder. Leicht und gesichtslos

 

lehnt sich von oben Tiefe dir an. Das gelöste

 

nachtenthaltne Gesicht giebt dem deinigen Raum.

 

 

Rainer Maria Rilke

 

 

 

 

Ich wünsche allen ein erholsames Wochenende. Lassen Sie Ihre Seele baumeln und genießen Sie die Zeit.

 

 

Ihr/Euer

 

 

Gerd Taron

 

 

 

Besonderer Veranstaltungshinweis:

 

 

Am Sonntag, 14.07. findet wieder ab 16:00 Uhr im Hotel Stern Restaurant in Eppstein-Vockenhausen die Reihe „Literatur um 4“ statt. Das Thema lautet diesmal Sommer und Urlaub..

 

 

Nada Nagel und ich freuen uns auf Ihren/Euren Besuch.

Gerd Taron 

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