Riskier, was Mensch! Rundbrief von Pfarrer Andreas Schmalz-Hannappel, Kelkheim-Fischbach

Riskier war, Mensch! So lautet das Thema der diesjährigen Fastenaktion der Evangelischen Kirche. Dieser Spruch passt auch auf das Handeln des Papstes. Denn er geht einen Weg, der so nicht direkt vorgesehen war. Er tat dies mit vollem Risiko, ohne Vorsicht. Der erste und bisher letzte Papst, der in der Geschichte zurückgetreten ist, hat diese Entscheidung teuer bezahlt. Er wurde zum lebenslangen Gefangenen seines Nachfolgers. Ich vermute, dass dem jetzigen Papst dieses Schicksal erspart bleibt. Und trotzdem ist es ein mutiger und wegweisender Schritt gewesen. Dafür zollt ihm auch berechtigterweise alle Welt Respekt.
Wenn ich über diesen Schritt nachdenke, stellt sich für mich die Frage, wann bin ich schon einmal in meinem Leben einen Weg gegangen, der mit einem hohen Risiko verbunden war, dem Risiko des Scheiteres, des Versagens. Lieber  gehe ich einen andreren Weg, den Weg der Absicherung. Erst wird hier und dort nachgefragt, nachgeforscht. In vielen Fällen ist das auch gut und richtig. Aber schwierig wird es, wenn es um Menschen geht. Wie offen gehe ich da auf andere zu? Nehme ich da das Risiko in Kauf abgelehnt zu werden?
Jesus ging auf seinem Weg immer volles Riskio ein. Er ging auf alle zu, ohne Scheu, ohne Vorsicht. Mit den Mächtigen legte er sich an. Er riskierte alles – sogar sein Leben.
Was könnte ich alles tun, wem könnte ich alles begegnen, wenn es mir nur gelänge, ein klein wenig in die Fußstapfen dieses Mannes aus Nazareth zu gehen.

So wünsche ich Dir in den nächsten Wochen, immer wieder den Mut und die Kraft etwas im Sinne Gottes zu riskieren – es wird sich lohnen.
Gottes Segen für Dich!
Andreas Schmalz-Hannappel
P.S. Riskier was, Mensch! – Treff zum Austausch der Fastenerfahrungen findet jeden Dienstag von 18.30 bis 19.00 Uhr in der Kirche statt.

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