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Mal ganz anders betrachtet

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Langsam wird es schwierig für mich, euch noch Neues, Unbekanntes vorzustellen. – Stimmt garnicht. Nein, aber heute habe ich ein wirklich ungewöhnliches Thema.

 

Weihnachten ist ja auch ein Fest der Versöhnung, des Vergebens und Vezeihens. Des Aneinander-Denkens, des Erinnerns. Jedenfalls bei mir, denn die Kindheit wird bei mir zu jeder Weihnachtszeit wieder wach; und ich erinnere mich noch an jenen ersten Weihnachtstag, an dem ich vom Tod einer lieben Freundin erfuhr, die ich vorher viele Male im Universitätsklinikum besucht hatte.

Ich bitte euch, heute für ein paar Minuten eure Gedanken all jenen zu schenken, denen es gerade jetzt nicht gutgeht, die krank, einsam, alt, schwach sind, denen ihr verzeihen oder vergeben könntet. Oder denkt an die, die ihr um Verzeihung und Verständnis bitten mögt. Ja, das meine ich tatsächlich ernst.

Sehr machtlos fühle ich mich gerade…

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Weihnachtszeiten – „Mein Weihnachtsgedicht“ vom 18.12.12

Das heutige Gedicht wurde von Frau Ursula Runge aus Kelkheim eingesandt – herzlichen Dank!

 

In Weihnachtszeiten reis‘ ich gern

Und bin dem Kinderjubel fern

Und geh‘ in den Wald und Schnee allein,

Und manchmal, doch nicht jedes Jahr,

trifft meine gute Stunde ein,

Daß ich von allem, was da war,

Auf einen Augenblick gesunde

Und irgendwo im Wald für eine Stunde

Der Kindheit Duft erfühle tief im Sinn

Und wieder Knabe bin.

 

Hermann Hesse

Ladislaus und Annabella – „Mein Weihnachtsgedicht“ vom 17.12.12

 

 

Ladislaus und Annabella

von James Krüss (1926)

In der Ecke eines Fensters
Unten rechts im Warenhaus,
Sitzt die Puppe Annabella
Mit dem Bären Ladislaus.

Annabella weint und jammert,
Ladislaus, der grunzt und schnauft:
Weihnachtsabend ist gekommen,
Und die zwei sind nicht verkauft.

„Armer Bär!“ seufzt Annabella,
„Arme Puppe“ schluchzt der Bär.
Tränen kullern in die Ecke,
Und das Herz ist beiden schwer.

In dem leeren Warenhause
Löscht man langsam Licht um Licht,
Nur in diesem einen Fenster,
Da verlöscht die Lampe nicht

Voller Mitleid mit den beiden
Läßt der brave alte Mann
Von der Wach- und Schließgesellschaft
Diese Lampe an.

Dann verläßt er Annabella
Und den Bären , welcher klagt,
Und mit sehr gepreßter Stimme
„Lebewohl“ und „Servus“ sagt.

In der menschenleeren Straße,
Abendstill und schneeverhüllt,
Sind die beiden in dem Fenster
Ein betrüblich Jammerbild.

Traurig vor der großen Scheibe
Fallen Flocken, leicht wie Flaum,
Und im Haus gegenüber
Glänzt so mancher Lichterbaum

Zehn Uhr schlägt’s vom nahen Turme,
Und fast schlafen beide schon,
Da ertönt im Puppenhause
Laut das Puppentelefon.

„Hallo!“ fragt der Bär verschlafen.
„Hier im Kaufhaus. Wer ruft an?“
Da vernimmt er eine Stimme,
Und die brummt: „Der Weihnachtsmann!“

Oh!“ ruft Ladislaus erschrocken.
„Was darf’s sein ich bitte sehr?“
„Eine schöne Puppenstube,
Eine Puppe und ein Bär!“

„Das ist alles noch zu haben!“
Ruft die Puppe Annabella.
„Kommen Sie zum Warenhause
Unten rechts, doch bitte schnell!“

Das ist eine Überraschung!
Ladislaus kämmt schnell den Schopf
Und die Puppe Annabella
Flicht ein Schleifchen in den Zopf.

Und schon zehn Minuten später
Kommt ein Schlitten, kommt ein Roß,
Und ein Alter steigt vom Schlitten,
Und ein Schlüssel knarrt im Schloß.

Ladislaus, der quiekt und jodelt,
Annabella lacht und singt,
Als der Weihnachtsmann die beiden
In den Pferdeschlitten bringt.

Grad in diesem Augenblicke
Kommt der brave alte Mann
Von der Wach- und Schließgesellschaft
Wieder zur Kontrolle an.

Höflich grüßt er die Gesellschaft,
Springt zurück ins Warenhaus,
Holt die schöne Puppenstube,
Und dann trägt er sie hinaus.

Leise sagt er zu der Puppe:
„Frohes Fest, mein kleines Kind!“
Während eine kleine Träne
in den großen Schnurrbart rinnt.

„Frohes Fest!“ sagt Annabella.
„Frohes Fest sagt Ladislaus,
Dann wird’s dunkel in dem Fenster
Unten rechts im Warenhaus.

Von James Krüss (1926 – 1997)

 

 

Dieses Weihnachtsgedicht vom 17.12.12 wurde eingesandt von Christa von Beust aus Sulzbach. Vielen Dank!

 

lamiacucina

Bischofszell. Jedem Schweizer bekannt durch Konserven, Konvenience und andere Köstlichkeiten der Migros. Auf Landjägerjagd haben wir erstmals hier Halt gemacht. Die Gemeinde liegt im Kanton Thurgau am Zusammenfluss von Sitter und Thur. Auf halbem Wege zwischen den einstigen regionalen Machtzentren,  dem Bistum von Konstanz und dem Kloster St.Gallen gelegen. Beide waren sich spinnefeind, vergrösserten im frühen Mittelalter, u.a. durch Schenkungen fränkischer Könige, ihr Einflussgebiet. Um das damalige Stift St.Pelagi hat sich allmählich das Städtchen Bischofszell entwickelt. Um 1250 gewann Bischofszell als bischöflich-konstanzerischer Vorposten an der Grenze gegenüber dem fürstäbtlich-sankt-gallischen Gebiet und als Marktort an Bedeutung. Mitte des 13. Jahrhunderts wurde der Ort mit einer Ringmauer versehen. Heute zählt er ca. 5500 Einwohner.

Die Stadt war vom Stift St. Pelagi unabhängig und unterstand dem Fürstbischof von Konstanz, der die Stadt durch einen in der Burg residierenden Obervogt verwalten liess. Die Burg wurde nach einem Stadtbrand 1419 und im 17. und 18…

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