Der Weg zum Licht? – Literarischer Rundbrief vom 14.12.12

Liebe Literaturfreunde und Liebhaber von schönen Fotos,

 

am kommenden Sonntag  entzünden wir die dritte Kerze –
der 3. Advent.  Der Weg zum Licht soll heute unser Thema sein.

Marina Rupprecht hält wieder wunderschöne Fotos zu diesem Thema bereit:

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Alle Fotos: Marina Rupprecht – Wiedergabe nur mit Genehmigung der Fotografin gestattet.
Die beiden ausgewählten Texte von Hans Kruppa und Heinrich Albertz mögen uns an diesem 3. Advent  zum Weg in das Licht führen.


Ans Licht

 

Sag deiner Seele

Sie soll ihr schönstes Kleid tragen heut Abend

Sag ihr. Es ist soweit:

Die Sterne haben ihren Segen gegeben.

Was nun geschieht,

führt näher ans Licht.

 

Hans Kruppa

 

 

Was ist Licht?

 

Ich habe einmal als Strafgefangener in den Kasematten der Festung Glatz in einem Keller gesessen, mehr gestanden als gesessen – er war für zwanzig Leute gebaut, und hundert waren in ihm eingesperrt, acht Tage.

 

Acht Tage gab es kein Licht. Sie wollten uns damit mürbe machen. Aber wenn man genau hinsah, konnte man tagsüber durch die Ritzen der schweren Türen einen blassen Schein sehen. Und wenn wir zum Essenfassen hinausgeführt wurden, waren wir wie geblendet. Seitdem – und noch einmal seit dem Tage, als über dem Flugplatz von Aden 1975 die Sonne aufging – weiß ich, was Licht ist. Licht erkennt man immer erst, wenn die tiefste Finsternis erfahren hat.

 

Licht ist dann Befreiung, ist dann Leben … Müssen wir verzweifeln über die Finsternis der Welt, die nie so deutlich wird wie in falschem Licht, das hierzulande Weihnachten zu einem Kaufhaus gemacht hat? Ich möchte uns alle so gern spüren lassen, dass unser Leben jeden Tag neu beginnen kann, sinnvoll und bewusst und mit Hoffnung und einem bißchen Courage sogar, vor allem aber mit einer unverlierbaren Fröhlichkeit.

 

Heinrich Albertz

Wir wünschen allen Lesern und Betrachtern einen lichtvollen 3. Advent.
Mit adventlichen Grüßen aus dem Taunus
Ihr/Eure
Gerd Taron und Marina Rupprecht

Gerd Taron 

Taron-Antiquariat
Langstraße 30

65779 Kelkheim-Fischbach
Tel. 49+(0)6195-676695

 

Internet: www.gerdtaronantiquariat.wordpress.com

und

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E-Mail:
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Weihnachtszauber – „Mein Weihnachtsgedicht“ vom 14.12.12

DAs Weihnachtsgedicht vom 14.12.12 wurde von der Kelkheimer Autorin und Künstlerin Anneliese Druhm eingesandt:

 

Weihnachtszauber

 

Silbern schimmert Schnee auf tief geneigten Zweigen

Still ist’s im Wald – nur Eiskristalle tanzen ihren Reigen.

Lautlos fällt Stern um Stern ins schon gemachte Bett.

 

Ein Schlitten folgt den Rufen der Krähen mit ächzenden Kufen.

Hinter hohler Hand ertönt das Echo und

über knisterndes Eis jagen die Pferde im stobenden Schnee.

 

Nur jetzt nicht rasten, kein Blick zurück.

Über schwarzes Wasser kriecht brechendes Eis,

und greift mit eisigen Klauen nach Mantel und klammernder Hand.

 

Dann endlich – in der Ferne ein Licht.

Die Zügel gespannt gleitet der Schlitten durch dampfenden Schnee.

Am hellen Fenster ein lachendes Kindergesicht.

 

Schnell über die Schwelle zum Kamin.

Duftende Äpfel goldbraun gebrannt, funkensprühender holziger Rauch.

Kinder lauschen der schaurigen Geschichten – wie’s war draußen im Wald.

 

Nichts scheint verändert –

wäre da nicht dieser Zauber, dieses Wunder und mein klopfendes Herz.

 

Anneliese Druhm