Schattenspiele – Literarischer Rundbrief vom 23.11.12

Liebe Freunde der Literatur,
das Wochenende naht – es ist wieder Zeit für einen literarischen Gruß aus dem Taunus. Beim Spaziergang am Donnerstagmorgen durch unseren Ort sind mir die Schattenspiele wieder aufgefallen, die es gerade in dieser Zeit gibt.
Dazu hat Marina Rupprecht wieder wunderschöne Fotos zu diesem Thema beigetragen.
                  
 
                         
           
                                     
Alle Fotos: Marina Rupprecht Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Fotografin gestattet
Larry Elvers von der norddeutschen Gruppe „Godewind“ hat zu diesem Thema einen wundervollen Text und Musik verfasst. Zu hören auf der CD „Schattenspiele“ von Godewind.

Schattenspiele

 

Sag, wo sind die Helden hin

aus unseren Kinderträumen?

 

Waren wir die Puppenspieler

unserer eignen Träume?

 

Sind wir nicht es, die entscheiden,

ob sie weiterleben?

 

Sind sie nur die Spiegelbilder

unserer Kinderseele?

 

Denkt vielleicht auch irgendjemand

unser aller Leben?

 

Hängen wir wie Marionetten

auch an fremden Fäden?

Und wer kann auf all’ die Fragen

uns die Antwort geben?

 

 

Sind wir denn nur Schattenspiele,

Spiegelbilder an der Wand?

Und ist alles, was ich fühle

oder nur ein fremder Traum?

 

Bin ich, was ich bin und fühle

oder nur ein fremder Traum?

 

Spiegelbilder an der Wand

werfen Schatten auf den Strand.

Spiegeln sich vorm Horizont,

sind vertraut und doch fremd

 

Sind wir denn nur Schattenspiele?

Ein erholsames Wochenende mit guten Gesprächen und Gedanken wünschen Ihnen/Euch allen

Gerd Taron und Marina Rupprecht

PS: Am Sonntag, 25.11. endet die Aktion „Mein Weihnachtsgedicht“. Es sind bereits zahlreiche schöne Gedichte eingegangen – vielleicht werden Sie/werdet Ihr noch fündig. Es würde uns freuen.

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Ein alter Schatz – Eine Bibel aus dem Jahre 1729

Vor einiger Zeit erhielt ich in meinem Antiquariat eine sehr alte Bibel zur Begutachtung.  Eine solches Pracht-Exemplar hatte ich bis dahin noch nicht gesehen – 44 cm hoch – 29 cm breit und ca. 15 kg schwer. Die Bibel stammt aus dem Jahre 1729 und ist top erhalten. Sie muss nur durch die Jahrhunderte nur durch wenige Hände gegangen sein, fast wie neu. Sie fristete offensichtlich ihr Dasein im Verborgenen.

Einige Fotos sollen dies verdeutlichen:

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese Bibel ist käuflich zu erwerben. Anfragen bitte bei Gerd Taron, Taron-Antiquariat, Tel. 06195-676695 – E-Mail verkauf@taron-antiquariat.de

 

Der offizielle Einleitungstext möchte ich nicht vorenthalten:

 

Biblia, Das ist: Die gantze Heilige Schrift Alten und Neuen Testaments, Nach der Übersetzung und mit den Vorreden und Randglossen D. Martin Luthers, mit Neuen Vorreden, Summarien, weitläuffigen Parallelen, Anmerckungen und geistlichen Anwendungen, auch Gebeten auf jedes Capitel: Wobey zugleich Nöthige Register und eine Harmonie des Neuen Testaments beygefüget sind. Ausgefertiget unter der Aufsicht und Direction Christoph Matthäi Pfaffen, Der Heil. Schrifft Doctorn, Professorn, Cantzlern und Probsten zu Tübingen, auch Abbten des Closters Lorch. II.) Die Heilige Schrift Neuen Testaments, Nach der fürtrefflichen Ubersetzung und mit den Vorreden auch Rand – Glossen Martin Luthers: Da dann neue nach dem Zweck eingerichtete Summarien, weitläuffigen Paralleln, Anmerckungen und geistliche Anwendungen, durch Gebete und jedes Capitel wobey zugleich nothige Register und eine Harmonie des Neuen Testaments

 

Ausgefertigeckt unter der Aufsicht und Direction Christoph Matthai Pfaffen

 

Tübingen – verlegt und gedruckt von Johann Georg und Christian Gottfried Cotta im Jahr Jesu Christi 1729

 

Erinnerung – Rundbrief von Pfarrer Andreas Schmalz-Hannappel, Kelkheim-Fischbach

Draußen zieht jeden Tag der Nebel auf. Die Gedanken bleiben am Boden. Wenig Licht dringt zu uns durch. Gleichzeitig steht das Nachdenken über das Leben und noch mehr über den Tod im Raum. Die ARD zeigt in dieser Woche viele Facetten des Themas Tod und Sterben. Mir wird in dieser Zeit immer wieder schmerzhaft bewusst, welche Menschen mir fehlen. Menschen, von denen ich Abschied nehmen musste, weil es Trennungen gab, Wege auseinanderliefen oder der Tod Einzug hielt.
Mit all diesen Menschen lebe ich weiter.
Wie sich dies anfühlt, davon spricht ein Text, den ich im Netz gefunden habe:

Wir erinnern uns…

Beim Aufgang der Sonne
und bei ihrem Untergang
erinnern wir uns an sie;

Beim Wehen des Windes
und in der Kälte des Winters
erinnern wir uns an sie;

Beim Öffnen der Knospen
und in der Wärme des Sommers
erinnern wir uns an sie;

Beim Rauschen der Blätter
und in der Schönheit des Herbstes
erinnern wir uns an sie;

Zu Beginn des Jahres
und wenn es zu Ende geht,
erinnern wir uns an sie;

Wenn wir müde sind
und Kraft brauchen,
erinnern wir uns an sie;

Wenn wir verloren sind
und krank in unserem Herzen,
erinnern wir uns an sie;

Wenn wir Freuden erleben,
die wir so gern teilen würden,
erinnern wir uns an sie;
Solange wir leben,
werden sie auch leben,
denn sie sind nun ein Teil von uns,
wenn wir uns an sie erinnern.“

(aus: „Tore des Gebets“, Reformiertes Jüdisches Gebetsbuch, Wenn das Leben mit dem Tod beginnt. Elwin Staude Verlag Hannover 1994)

So wünsche ich Dir dankbare Erinnerungen, die Hoffnung schenken, und einen getrosten Blick in Deine Zukunft.

Gottes Segen für Dich!

Andreas Schmalz-Hannappel