November-Impressionen – Literarischer Rundbrief vom 16.11.12

Liebe Leserinnen und Leser des literarischen Rundbriefes,

November – ein Monat der Besinnung, des Nachdenkens über die vergangene Zeit, aber auch ein Monat, der hinführt in die Zeit des Neuanfangs, der Zeit der Freude, in die Advents- und Weihnachtszeit.

In der vergangenen Monaten durfte ich einen Menschen kennen lernen, die viele Begabungen hat, auch und besonders im Bereich der Fotografie – Marina Rupprecht. Vor kurzem erhielt ich von ihr eine Auswahl von Fotos zum Thema „November-Impressionen„, die sie bei einem Spaziergang hier im Taunus gemacht hat. Einige wenige davon möchte ich in diesem literarischen Rundbrief präsentieren. Das Gedicht aus der Zeit um 1900 passt sehr gut zu diesen Fotos.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Novemberstimmung von Martin Greif

Die Flur umher

Es kalt durchweht,

Wo nirgend mehr

Ein Blümlein steht.

Im Wald zerstiebt

Das welke Laub –

Die ich geliebt

Sind alle Staub. –

Sich frühe neigt

Der Sonne Lauf,

Am Himmel steigt

Der Mond herauf.

Es füllt sich sacht

Das Sternenzelt.

Sie sind erwacht

In jener Welt.

aus dem Buch „Zum Vortrage – Eine Sammlung deutscher Gedichte“ herausgegeben vom königlichen Professor Elise Bartels erschienen um 1900

Alle Fotos: Marina Rupprecht – Die Weiterverwendung ist nur mit Genehmigung der Fotografin gestattet

Ich wünsche allen bei einem Spaziergang an diesem Wochenende den Blick für die schönen Seiten des Novembers, so wie es die Fotos von Marina Rupprecht in wunderbarer Weise wiedergeben.

Herzliche Grüße

Ihr/Euer

Gerd Taron

PS:  Eine kleine Erinnerung: Vielleicht haben Sie/hast Du Zeit am Wochenende Ihr/Dein persönliches Weihnachtsgedicht herauszusuchen. Es sind schon zahlreiche Einsendungen eingegangen. Bis Sonntag, 25.11. ist noch Gelegenheit

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BVB-Fan – Rundbrief von Pfarrer Andreas Schmalz-Hannappel, Kelkheim-Fischbach, 15.11.12

Darf man als Fan eines Fußballvereins ein Emblem auf seinen Grabstein meißeln lassen? Für Pascal war dies ein Herzenswunsch. Er wurde nur 9 Jahre alt und starb im Frühjahr an einem Hirntumor. Die Liebe zu seinem Verein schenkte ihm in seinen letzten Jahren Kraft und Freude. Nun sollte der Grabstein für ihn errichtet werden, doch der Kirchenvorstand der katholischen Kirche, die den Friedhof betreibt, wollte den Entwurf des Grabsteins zunächst nicht erlauben. Daraufhin setzte ein Sturm der Entrüstung ein.
Wie viel Individualität verträgt ein Friedhof? Vor über 10 Jahren musste ich ein sehr fröhliches Kind beerdigten. Auf das Grab wurden viele bunte Windräder gesteckt. Auch da gab es Menschen, die sich daran störten. Doch die Trauer braucht einen Ort und sie ist so unterschiedlich, wie die Menschen, die trauern. Ein Normgrab mit einem Norm-Grabmal auf einem normierten Friedhof, wird den Menschen oft nicht gerecht.
Letztlich ist die katholische Gemeinde über ihren Schatten gesprungen und hat einen Kompromiss mit den Eltern gefunden. Denn es wird für die Eltern darauf ankommen, den Tod ihres geliebten Kindes mit in ihr Leben aufnehmen zu können. Sollte daher nicht auch der Friedhof zu einem Ort des Lebens werden?
„Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“, sprachen zwei Gestalten am Grab Jesu zu den Frauen, die den Leichnam suchten. Vielleicht sollten wir viel mehr das Leben suchen, auch auf unseren Friedhöfen.
So wünsche ich Dir Orte und Zeiten, wo Du das Leben findest.
Gott Segen Dich!

Andreas Schmalz-Hannappel

Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Kelkheim-Fischbach