Literarischer Rundbrief vom 02.11.12

Guten Morgen an alle Freunde der Literatur, wann und wo immer Sie ihn lesen/Ihr liest!
in dieser Woche bekam ich eine Einladung zu einer christlichen Veranstaltung, zum Thema „Geld & Macht – Lob & Dank mit Gott@Work – Was Glaube und Werte im Berufsalltag möglich machen.“
In einer Gesprächsrunde diskutierten Führungskräfte der Deutschen Bank, Commerzbank, ein Pfarrer einer progressiven evangelischen Gemeinde und ein Geschäftsführer eines christlichen Verbandes über dieses Thema.
Der Abend hinterließ bei mir einen zwiespältigen Eindruck, die ich mit den nachfolgenden kleinen Geschichten deutlich machen möchte.
„In meinem Hause
Wohnen zwei Schwestern.
Fragt man die beiden,
Wie es denn geht?
Lächelt die eine:
„Besser als gestern!“
Aber die andere
Seufzt voller Sorgen:
„Besser als morgen,
Besser als morgen.“
Mascha Kaléko
„In meinen Beziehungen zu Menschen habe ich herausgefunden, daß es auf lange Sicht nicht hilft, so zu tun, als wäre ich jemand, der ich nicht bin. Es hilft nicht, ruhig und freundlich zu tun, wenn ich eigentlich ärgerlich bin und Bedenken habe. Es ist nicht hilfreich, so zu tun, als wüßte ich Antworten, wenn ich sie nicht weiß. Es hilft nicht, den liebevollen Menschen zu spielen, wenn ich im Augenblick eigentlich feindlich gestimmt bin. Es hilft nicht so zu tun, als wäre ich voller Sicherheit, wenn ich eigentlich ängstlich und unsicher bin. Es hilft nicht so zu tun, als sei ich gesund, wenn ich mich krank fühle. Es ist für mich einfacher, mich als einen unvollkommenen Menschen zu akzeptieren, der keinesfalls zu jeder Zeit so handelt, wie er handeln möchte. Manchen mag diese Entwicklung befremdlich erscheinen, mir ist sie wertvoll. Denn: Wenn ich mich so akzeptiere, wie ich bin, dann ändere ich mich.“
Carl R. Rogers
Diese Einstellung, wie sie Carl R. Rogers beschreibt, wünsche ich mir gerade in der aktuellen Diskussion hinsichtlich des Themas Werte. Nur wer sich so akzeptiert, wie er ist, kann Werte in seinem Leben positiv für sich und andere umsetzen und sichtbar machen. Ich habe an diesem Abend einiges davon vermisst. Glücklicherweise bin ich in den letzten Wochen immer wieder Menschen begegnet (ob persönlich oder schriftlich), für die dieses Thema nicht nur eine Worthülse ist, sondern diese auch leben.

Mit etwas nachdenklichen Grüßen verabschiede ich mich diesmal in das Wochenende und wünsche allen eine gute Zeit mit anregenden Gedanken, die das Leben ein wenig verändern können.

Ihr/Euer

Gerd Taron

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