Es werde Licht – Lesung vom 20.09.2011

Es werde Licht

„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde, die ganze Welt. Auf der Erde war es noch wüst und unheimlich; es war finster, und Wasserfluten bedeckten alles. Über dem Wasser schwebte der Geist Gottes.

Da befahl Gott: „Licht soll aufstrahlen und es wurde hell.“(1.   Mose 1, 1 – 3 aus „Die Bibel in heutigem Deutsch“)

Liebe Leserinnen, lieber Leser,

Wie ergeht es Ihnen in der sogenannten „dunklen“ Jahreszeit? Wünschen Sie sich manchmal die Sonnenstrahlen des Frühlings, des Sommers und die Farbenpracht des Herbstes zurück? Die Tage sind kurz, es wird schnell dunkel – die Finsternis der Nacht bricht bereits früh herein.

Es war vor wenigen Wochen an einem Freitag. In meinem Antiquariat fand am Abend eine Autorenlesung mit der bekannten Fischbacher Autorin Anna Theresia Fußnegger statt. Das Thema hieß so wie ihr Buch „Am Spinnrad unserer neuen Zeit“. Alles war bereitet – wir warteten gespannt auf die Gäste. In meinem Laden brannte hell das Licht, die Tür stand offen. Wenige hundert Meter begann die Fischbacher Kerb ihren Betrieb.

Plötzlich trat ein älterer Herr herein und fragte, was denn bei uns „geboten“ wird. Wir erklärten ihm, dass gleich eine Autorenlesung mit Gedichten und Prosa stattfindet. Dann erzählte er uns kurz seine Geschichte. Er war Schausteller (Autoscooter – „Boxerautos“, wie er sie nannte). Ihm war es auf dem Rummelplatz zu laut und er suchte etwas Ruhe. Er war so glücklich, dass er bei uns diese Ruhe gefunden hatte. Fast andächtig lauschte er den Gedichten und Geschichten von Frau Fußnegger. Es entwickelte sich im weiteren Verlauf ein interessantes Gespräch zwischen uns allen.

Bei der Kerb habe ich ihn mehrfach wieder getroffen. Er war von tiefstem Herzen dankbar für das Erlebte an diesem Freitagabend.

Das helle Licht und die offene Tür hat in dieser Begebenheit einen Menschen zu neuen literarischen und menschlichen Ufern geführt.

Abschließen möchte ich mit einem Gedicht von Anna Theresia Fußnegger aus dem bereits genannten Buch:

Zurück zum Leben

Der Glaube an das Licht

so alt wie unser Leben

und unser Durst

Der Körper welkt

die Seele reift

Umnachtet unser Stern

der Hoffnung

Der Atem ringt

mit der Vergänglichkeit

bezwingt die Kräfte

unserer Dunkelheit

führt uns zurück zum Leben

Anna Theresia Fußnegger

Ich wünsche Ihnen, dass Sie trotz des weihnachtlichen Stresses die Ruhe finden und Ihr persönliches Licht leuchten lassen. Öffnen Sie Ihre Türen des Herzens und Ihres Hauses oder Wohnung für Menschen, die dies so dringend benötigen.

Eine gesegnete Zeit wünscht Ihnen

Gerd Taron

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Ein Kommentar zu “Es werde Licht – Lesung vom 20.09.2011

  1. Connie sagt:

    Ich erinnere mich gerne an diese netten kuscheligen Abende letztes Jahr im Fischbacher Antiquariat! Ein netter kleiner Laden im Dorf, von dem man das Gefühl hatte, dass, um es mal mit Reinhard Mey zu sagen, hinter diesen Fenstern „das Licht wärmer scheint“ . Danke dafür!

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