Fischbacher Weihnachtsmarkt 26.11. + 27.11.2011

Alle Jahre wieder findet der traditionelle in Fischbach (Kelkheim) im Taunus statt. Von nah und fern strömen sie herbei, um sich die Köstlichkeiten und ausgefallene Angebote nicht entgehen zu lassen.

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Es werde Licht – Lesung vom 20.09.2011

Es werde Licht

„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde, die ganze Welt. Auf der Erde war es noch wüst und unheimlich; es war finster, und Wasserfluten bedeckten alles. Über dem Wasser schwebte der Geist Gottes.

Da befahl Gott: „Licht soll aufstrahlen und es wurde hell.“(1.   Mose 1, 1 – 3 aus „Die Bibel in heutigem Deutsch“)

Liebe Leserinnen, lieber Leser,

Wie ergeht es Ihnen in der sogenannten „dunklen“ Jahreszeit? Wünschen Sie sich manchmal die Sonnenstrahlen des Frühlings, des Sommers und die Farbenpracht des Herbstes zurück? Die Tage sind kurz, es wird schnell dunkel – die Finsternis der Nacht bricht bereits früh herein.

Es war vor wenigen Wochen an einem Freitag. In meinem Antiquariat fand am Abend eine Autorenlesung mit der bekannten Fischbacher Autorin Anna Theresia Fußnegger statt. Das Thema hieß so wie ihr Buch „Am Spinnrad unserer neuen Zeit“. Alles war bereitet – wir warteten gespannt auf die Gäste. In meinem Laden brannte hell das Licht, die Tür stand offen. Wenige hundert Meter begann die Fischbacher Kerb ihren Betrieb.

Plötzlich trat ein älterer Herr herein und fragte, was denn bei uns „geboten“ wird. Wir erklärten ihm, dass gleich eine Autorenlesung mit Gedichten und Prosa stattfindet. Dann erzählte er uns kurz seine Geschichte. Er war Schausteller (Autoscooter – „Boxerautos“, wie er sie nannte). Ihm war es auf dem Rummelplatz zu laut und er suchte etwas Ruhe. Er war so glücklich, dass er bei uns diese Ruhe gefunden hatte. Fast andächtig lauschte er den Gedichten und Geschichten von Frau Fußnegger. Es entwickelte sich im weiteren Verlauf ein interessantes Gespräch zwischen uns allen.

Bei der Kerb habe ich ihn mehrfach wieder getroffen. Er war von tiefstem Herzen dankbar für das Erlebte an diesem Freitagabend.

Das helle Licht und die offene Tür hat in dieser Begebenheit einen Menschen zu neuen literarischen und menschlichen Ufern geführt.

Abschließen möchte ich mit einem Gedicht von Anna Theresia Fußnegger aus dem bereits genannten Buch:

Zurück zum Leben

Der Glaube an das Licht

so alt wie unser Leben

und unser Durst

Der Körper welkt

die Seele reift

Umnachtet unser Stern

der Hoffnung

Der Atem ringt

mit der Vergänglichkeit

bezwingt die Kräfte

unserer Dunkelheit

führt uns zurück zum Leben

Anna Theresia Fußnegger

Ich wünsche Ihnen, dass Sie trotz des weihnachtlichen Stresses die Ruhe finden und Ihr persönliches Licht leuchten lassen. Öffnen Sie Ihre Türen des Herzens und Ihres Hauses oder Wohnung für Menschen, die dies so dringend benötigen.

Eine gesegnete Zeit wünscht Ihnen

Gerd Taron

Literarischer Rundbrief vom 19.10.12

Ein herzliches guten Morgen an alle Literaturfreunde,
in dieser Woche habe ich im Radio einen interessanten Bericht gehört. Eine Kirchengemeinde in England hat eine CD aufgenommen, um die Renovierung ihrer Kirche zu finanzieren. Was ist auf dieser CD zu hören? Ein Orgelkonzert, ein Gottesdienst, ein Chorkonzert, eine Andacht? Sie hören – (fast) nichts. Eine halbe Stunde sind nur Außengeräusche zu vernehmen (Straßenlärm, Passanten die vorbei gehen) Ansonsten – Stille pur….
Die CD war schnell vergriffen und verkauft. Eine Überraschung? Wahrscheinlich nicht, kommt doch hier für viele die Sehnsucht nach Stille.wieder in den Sinn.
Da lag es für mich nahe, das Thema „Stille“ zu wählen. Ich habe dazu ein Gebet und ein Gedicht ausgewählt. Es sind Orte, wo ich persönlich Stille erfahren habe und immer wieder erfahre.
„Herr,
lehre mich schweigen.
In mir ist so viel Lärm.
Meine Gedanken sind verwirrt
von der Unruhe des Tages.
Bilder bedrängen mich,
Nachrichten, Meinungen, Auseinandersetzungen,
Erlebnisse und Wünsche.
Sie fordern mich, sie ergreifen mich,
sie zerstreuen meine Kräfte.
Herr, lehre mich Abstand gewinnen, von mir selbst
und von den Dingen, die nur wichtig scheinen.
Gib mir die Kraft zur Konzentration.
Ich schließe meine Augen.
Ich atme die Stille in mich hinein.
Ich gehe weit von mir weg.
In deinem Schweigen finde ich mich wieder.
Dort bin ich dein.“
Eva Maria Rahlfs
Eine persönliche Anmerkung: Bei Bedarf nehme ich mir die Zeit (oft nur 5 Minuten) um mich auf einer Kirchenbank der hiesigen katholischen Kirche der Stille hinzugeben.
Feldeinsamkeit
„ich ruhe still im hohen, grünen Gras
und sende lange meinen Blick nach oben,
Von Grillen rings umschwirrt ohn‘ Unterlaß,
Von Himmelsblaue wundersam umwoben.
Die schönen weißen Wolken ziehn dahin
Durchs tiefe Blau, wie schöne, stille Träume;
Mir ist, als ich ob längst gestorben bin
Und ziehe selig mit durch ew’ge Räume.“
Hermann Allmers
Aus dem Buch „Zum Vortrage – Eine Sammlung deutscher Gedichte“ herausgegeben von Elise Bartels, königlicher Professor – erschienen um 1900
Ich wünsche Ihnen/Euch an diesem Wochenende Augenblicke der Stille, an welchem Ort auch immer. Vielleicht schreiben Sie mir/schreibst Du, wo Sie/Du an diesem Wochenende oder zu anderer Zeit Ihren/Deinen Ort der Stille gefunden hast.
Herzliche Grüße

Gerd Taron